flag
back Zurück
HSV vor Pokalspiel: Zwischen Selbstkritik und Personalsorgen

War einmal machtlos: Daniel Heuer Fernandes© dpa / Swen Pförtner/dpa

Von Deutsche Presse-Agentur

Dieser Beitrag stammt aus dem Nachrichtenangebot der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und wurde nicht durch unsere Redaktion bearbeitet.

Ein spätes Gegentor, ein strittiger Zweikampf und ein HSV-Auftritt, der Torwart Heuer Fernandes ärgerte: Vor dem Pokalduell gegen Frankfurt kommen auch noch Verletzungssorgen hinzu.

Paderborn - Daniel Heuer Fernandes schwankte zwischen leiser Kritik am Schiedsrichter und Ärger über den eigenen Auftritt. Nach dem späten Gegentor beim 0:1 des Hamburger SV beim SC Paderborn blieb für den Torhüter die Frage, welchen Anteil eine strittige Entscheidung und die Leistung der eigenen Mannschaft an der ersten Niederlage nach drei Siegen in Serie hatten.

"Die zweite Halbzeit war nicht der Anspruch, den wir an uns haben", sagte der Keeper bei Sky. "Wir haben zu unkontrolliert gespielt, hatten zu viele Ballverluste, waren nicht zwingend genug und dann wurde es wild." Wild und dann auch noch in einem Auswärtsspiel, das sei keine gute Kombination, meinte Heuer Fernandes.

Polzin: "Durch diese Aktion wurde das Spiel entschieden"

Unmittelbar vor dem Gegentor, das ironischerweise der vom HSV nach Paderborn verliehene Rayan Philippe erzielte, gab es nach Ansicht des Schlussmanns aber auch noch einen strittigen Zweikampf. "Für mich war das ein Foul und ich finde, man muss das ganze Spiel sehen", argumentierte der Routinier, der mit einigen Paraden glänzte. "Die Spielleitung war sehr kleinlich und dann, finde ich, passt diese Szene nicht dazu. Aber wir bleiben bei uns, das ist keine Begründung."

Auch sein Trainer kritisierte Schiedsrichter Martin Petersen. "Für mich ist das ein klares Foulspiel, auch bei der Linie, die der Schiedsrichter gepfiffen hat", sagte Merlin Polzin. "Durch diese Aktion wurde das Spiel entschieden."

Philippe trifft gegen seinen eigentlichen Club: "Komisches Gefühl"

Die HSV-Leihgabe Philippe selbst jubelte über den Treffer gegen seinen Stammclub nur verhalten. "Ich hatte gestern Geburtstag, heute habe ich mir das schönste Geschenk gemacht. Ich freue mich über mein Tor und darüber, dass es das Entscheidende war. Gleichzeitig ist es aber ein komisches Gefühl, weil ich eben gegen meinen eigentlichen Club getroffen habe", sagte Philippe dem ZDF.

Zwei Profis müssen früher runter

Der HSV vergab die große Chance auf den vierten Sieg nacheinander. Zuletzt gab es in der Bundesliga vor 17 Jahren eine solche Serie. In Paderborn kam das Offensivspiel der Norddeutschen aber viel zu selten zur Entfaltung. Neben dem konzentrierten Auftritt der Paderborner dürfte auch der frühe Ausfall von Kreativspieler Fábio Vieira eine Rolle gespielt haben.

Mit einem Verband am Oberschenkel verfolgte der Portugiese die Partie abseits des Feldes. Für Vieira und Bilal Nadir, der ebenfalls verletzungsbedingt vom Feld musste, könnte es auch für das Zweitrundenduell im DFB-Pokal am Dienstag gegen Eintracht Frankfurt eng werden.

Knifflige Spurensuche

Vertreten wurde Vieira von Otto Stange, der nach nicht einmal einer Viertelstunde eingewechselt wurde. Auch das HSV-Talent tat sich bei der Suche nach Gründen schwer. "Ich glaube, manchmal hat man vielleicht einen schlechten Tag", sagte der 19-Jährige. "Es waren viele lange Bälle. Am Ende sind wir nicht durchgekommen. Aber ich weiß nicht genau, woran das jetzt lag."

Empfehlungen der Redaktion

Sorgen, dass die erste Niederlage seit dem 0:5 Mitte September bei RB Leipzig den Weg des HSV gefährden könnte, macht sich Stange nicht. "Wir wissen ja alle, wie wir zusammenarbeiten und es ist ja auch normal, dass man mal verliert. Es geht einfach weiter."

Im DFB-Pokal gegen die Eintracht bietet sich dem HSV die Chance, eine neue Serie zu starten: Mit einem Sieg würde den Norddeutschen zum zweiten Mal nacheinander der Einzug ins Achtelfinale gelingen.  © Deutsche Presse-Agentur

Nachrichten aus anderen Regionen