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Urs Meier war mit seiner Familie von Andalusien in Richtung Madrid unterwegs. Letztlich entkam der ehemalige Weltklasse-Schiedsrichter der Zug-Katastrophe bei Toledo nur um Minuten – „dank“ einer simplen Familienentscheidung.
Madrid/Toledo – Der 67-Jährige schrammte womöglich nur knapp am Tod vorbei. Der frühere Fußballschiedsrichter aus der Schweiz berichtete auf seinem Instagram-Kanal, dass er mit seiner Frau Andrea und den beiden Kindern zunächst eine frühere Verbindung in Betracht von Malaga nach Madrid gezogen hatte. Weil die Tickets dafür jedoch teurer gewesen seien, hätten sie sich für einen späteren Zug entschieden.
Bei der Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge nahe Urda in der Provinz Toledo kamen am Mittwoch (28. Oktober) nach den vorliegenden Angaben mindestens 68 Menschen ums Leben. rosenheim24.de hatte bereits berichtet. Meier war mit seiner Familie von Málaga nach Madrid unterwegs. Als ihr Zug außerplanmäßig in Puente Genil hielt, erfuhr der 67-Jährige von dem Unfall auf der Strecke. In einem Instagram-Video sagte er: „Manchmal sind Glück und Pech ganz, ganz nah beieinander.“ Er und seine Familie seien gestrandet, „aber eben nur gestrandet“.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme kannte Meier das Ausmaß des Unglücks offenbar noch nicht. „Wir hoffen natürlich von Herzen, dass es nur Sachschaden gegeben hat auf der Strecke und keinen Personenschaden“, sagte er in dem Video. Später erklärte er dem Schweizer Portal „20 Minuten“, die ersten Meldungen hätten nur von wenigen Opfern gesprochen. Seine Gedanken seien bei den Betroffenen.
Weiter schilderte Meier, warum die Familie den späteren Zug gewählt hatte: „Dadurch, dass wir eine vierköpfige Familie sind, haben wir gedacht, dass wir einen Zug später nehmen, der günstiger ist.“ Seine Frau Andrea schrieb unter seinem Instagram-Beitrag, sie hätten „wirklich unglaubliches Glück“ gehabt. „Wir wollten eigentlich den Zug früher nehmen, aber schlussendlich entschieden wir uns für den späteren.“ Die Familie sei dankbar und zugleich tief betroffen.
Meier, der in Zürich geboren wurde, zählte jahrelang zu den besten Fußball-Schiedsrichtern der Welt. Er leitete zahlreiche Länder- und Champions League-Spiele und amtierte bei zwei Weltmeisterschaften (1998, 2002) und zwei Europameisterschaften (2000, 2004). Dabei leitete er 2002 unter anderem das legendäre WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Südkorea mit der „berühmten“ Gelben Karte gegen Michael Ballack, die den damaligen deutschen Kapitän die Finalteilnahme kostete. Später war Meier viele Jahre als TV-Experte für das ZDF aktiv. Danach arbeitete er selbstständig als Vortrags- und Motivationstrainer. (mw)