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Joey Veerman brachte das ganze Dilemma in drei Worten auf den Punkt: „Für uns auch“, antwortete der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund trocken, als ein Journalist meinte, dass es für Außenstehende schwierig sei, die extremen Leistungsunterschiede innerhalb einer Partie zu verstehen – wie sie der BVB auch in der Zweitrundenpartie des DFB-Pokals gegen Werder Bremen vorgeführt hatte.
Da war zunächst die starke erste Halbzeit, die wohl beste der laufenden Saison, dank totaler Dominanz mit und ohne Ball. Und da war dann eben der totale Einbruch nach der Pause, als man Werder Bremen nach 2:0-Führung noch auf 2:2 herankommen ließ und nur mit Glück und dank eines Freistoßtreffers von Marcel Sabitzer in der Nachspielzeit noch 3:2 gewann. Der BVB schafft es einfach nicht, konstant auf einem Niveau zu agieren, nicht einmal innerhalb einer Partie. Dieses Muster zieht sich durch die Saison, schon im Ligaspiel or gut zwei Wochen hatte man ja eine Zwei-Tore-Führung gegen Werder Bremen verspielt. In anderen Partien misslingt der Start völlig und die Mannschaft dreht erst spät auf.
Über die Ursachen rätseln sie in Dortmund selbst: Ist es zu früh einsetzende Selbstzufriedenheit, die bei vermeintlich komfortabler Führung dafür sorgt, dass der berühmte halbe Schritt weniger gegangen wird? Ist es Schlendrian, sind es Unkonzentriertheiten, weil man sich zu sicher fühlt? Oder ist es im Gegenteil Angst, die plötzlich die Glieder lähmt, wenn man einen Niclas Füllkrug an der Seitenlinie stehen sieht und weiß, dass der schon einmal für ein schmerzhaftes Erlebnis gesorgt hat?
Was es auch ist: Mannschaft und Trainerteam müssen diese Schwankungen schleunigst in den Griff bekommen. Bislang ist es meist gutgegangen, der BVB liegt in allen Wettbewerben im Soll. Schon am Samstag im Topspiel beim FC Bayern (18.30 Uhr/Sky) aber darf man sich keinerlei Schwankungen erlauben, weil der Rekordmeister daraus gnadenlos Kapital schlägt. Und ähnlich sieht es aus, wenn in der Champions League und im DFB-Pokal die größeren Gegner kommen.
Agiert der BVB da nicht über 90 Minuten hellwach, hochkonzentriert und überzeugt von der eigenen Stärke, wird er seine Saisonziele nicht nur gefährden – dann wird er sie mit ziemlicher Sicherheit früh in der Saison verspielen. Und das wäre allein schon wegen der exzellenten Ausgangsposition, in die man sich gebracht hat, mehr als ärgerlich.