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Jahn Herrmann und Angelo Stiller sind seit der Jugend beim FC Bayern beste Freunde. Beim TSV Steinbach Haiger schaut der VfB-Profi zu – und hat einen Tipp für seinen „Buddy“.
Haiger. Im Mai 2026 richtet Jahn Hermann in einer Videobotschaft besondere Worte an einen besonderen Menschen in seinem Leben. „Wir kennen uns jetzt mittlerweile seit 15 Jahren“, erzählt der Fußballer und fügt wenig später unter anderem an: „Jetzt hast du die Möglichkeit, eine Weltmeisterschaft zu spielen. Ich bin unglaublich stolz auf dich.“
Kurz darauf ergreift Julian Nagelsmann das Wort, ehe Bruder Marco abschließend erklärt: „Jetzt holt das Ding nach Hause.“ Sie alle drei beglückwünschen auf ihre eigene Art und Weise in dieser kurzen Botschaft Angelo Stiller zur Nominierung für die Weltmeisterschaft im vergangenen Sommer.
Weil das „Ding“ am Ende nicht nach Hause kommt und Deutschland bekanntermaßen früh gegen Paraguay ausscheidet, ist Nagelsmann mittlerweile nicht mehr Nationaltrainer . Bruder Marco spielt hingegen natürlich noch immer eine wichtige Rolle im Leben des gebürtigen Münchners. Und auch auf Jahn Herrmann kann sich der ebenfalls 25-jährige Angelo Stiller immer verlassen.
Das hat der eine oder andere im Umfeld des Fußball-Regionalligisten TSV Steinbach Haiger vielleicht auch beim jüngsten Heimspiel gegen den FSV Frankfurt (2:2) mitbekommen. Stiller nutzte kurzerhand seine verletzungsbedingte Pause beim Bundesligisten VfB Stuttgart, um seinem besten Freund einen Besuch abzustatten.
Seit diesem Sommer läuft Jahn Herrmann für den Fußball-Regionalligisten TSV Steinbach Haiger auf.
„Er war die Woche über bei mir und hat sich dann auch das Spiel angeschaut“, sagt Herrmann, der vor dieser Saison vom SV Sandhausen zu den Mittelhessen gewechselt ist und mit einem Lachen erklärt: „Nervös war ich nicht.“ Die heute 25-Jährigen lernten sich in der Jugend des FC Bayern München kennen – vor sage und schreibe 15 Jahren. „Wir sind zusammen in die U10 gewechselt und waren dann auch zusammen in der Schule“, blickt der gebürtige Memminger zurück und sagt auf Nachfrage: „Wir haben uns gleich super verstanden. Weil ich nicht direkt aus München kam, habe ich auch oft bei ihm übernachtet. Seine Eltern haben mich wie einen dritten Sohn behandelt.“
Bis heute haben die Fußballer gemeinsam viel erlebt, viele Erfahrungen geteilt und Urlaube überstanden. Selbst die unterschiedlichen Entwicklungen der Karrieren machten der Bromance nichts aus. „Als er in Hoffenheim und ich in Zwickau gespielt habe, haben wir uns nicht so oft gesehen. Jetzt treffen wir uns aber eigentlich jede Woche“, sagt Herrmann und beschreibt die Freundschaft wie folgt: „Wir haben den gleichen Humor und verstehen uns blind. Natürlich lernen wir auch immer wieder neue Spieler kennen, mit denen wir uns verstehen. Aber die Basis, die wir haben, gibt es nicht immer.“
Nationalspieler Angelo Stiller (h.) ist zu Besuch beim Fußball-Regionalligisten TSV Steinbach Haiger. Fotograf Jonathan Ortmann bekommt ihn für einen Schnappschuss vor die Linse.
Selbst hat es Jahn Herrmann in dieser Spielzeit noch nicht geschafft, eine Partie seines besten Freundes im Stadion zu sehen. Doch mit Beginn der Winterpause in der Regionalliga steht das ganz oben auf dem Plan. „Er ist ein lockerer und herzensguter Mensch, der auf dem Boden geblieben ist. Aber das sollte jeder auch wissen“, scherzt der Mittelfeldspieler des TSV Steinbach über seinen „Buddy“.
Klicken Sie auf „akzeptieren“, um die Video-Botschaft an Angelo Stiller zu sehen.
Beim anstehenden Auswärtsspiel an diesem Samstag (14 Uhr) bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz wird Herrmann ohne seinen besten Freund auf der Tribüne auskommen müssen. „Wir sprechen ehrlicherweise nicht viel über Fußball. Nach dem Frankfurt-Spiel hat er allerdings gesagt, dass ich schlauer laufen muss“, ist Angelo Stiller dann aber wohl wieder im Regionalliga-Stream dabei.