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Offensiv-Zugang spielte mit Gittens und Knauff beim BVB: ASV Neumarkts Coach Rascher schwärmt von seinem Wunschspieler Ken Mata
Mit Ken Mata wechselt ein schneller, dribbelstarker Offensivmann zum ASV Neumarkt, der als ehemaliger Junioren-Bundesligaspieler von S04 und dem BVB bestens ausgebildet wurde. - Foto: IMAGO/Beautiful Sports

Beim Bayernliga-Schlusslicht ASV Neumarkt sind in dieser Saison erfreuliche Nachrichten rar. So darf es nicht verwundern, dass die Verantwortlichen der schwer gebeutelten Fußballer ihren jüngsten Spielerzugang euphorisch vermeldeten. Nichts weniger als ein Transfercoup sei dem Verein mit der Verpflichtung des 23-jährigen Offensivspielers Ken Mata gelungen, ließ man in einer Meldung wissen. Sehr viel Vorschusslorbeeren für einen Spieler, der zuletzt bei der SpVgg Ansbach Ersatzspieler war.

Bei den Mittelfranken, zu denen der Linksfuß erst in der vergangenen Winterpause gewechselt war, kam Mata in der laufenden Regionalliga-Saison zu acht Spieleinsätzen (null Tore, null Vorlagen), wobei er nur am ersten Spieltag von Beginn an aufgeboten wurde. Ansonsten kam der gebürtige Düsseldorfer ausschließlich von der Bank – und somit auf keinen sportlichen Leistungsnachweis, der Anlass zu Euphorie geben sollte.

Bei Schalke 04 und Borussia Dortmund ausgebildet

Wenn da nicht die herausragende fußballerische Ausbildung wäre, die Mata als Juniorenspieler an Topadressen der deutschen Nachwuchsförderung genossen hat. So streifte der schnelle und technisch versierte Rheinländer in der U15 das Trikot von Schalke 04 über, spielte anschließend in der U17- sowie der U19-Bundesliga für Borussia Dortmund. Unter anderem passte er sich mit heute längst als Profis etablierten Spielern wie Jamie Gittens (Chelsea) oder Ansgar Knauff (Frankfurt) die Bälle zu.

Er bringt enorme fußballerische Fähigkeiten mit und wird uns sportlich definitiv weiterhelfen.

Beim ASV Neumarkt hoffen sie, dass der hoch veranlagte Mata mit seinem Talent der abstiegsbedrohten Mannschaft einen kräftigen sportlichen Schub gibt. Stefan Pröpster, Sportlicher Leiter des ASV Neumarkt, sagt: „Wir sind sehr froh, dass wir mit Ken einen Spieler mit dieser Qualität für den ASV Neumarkt gewinnen konnten. Er bringt enorme fußballerische Fähigkeiten mit und wird uns sportlich definitiv weiterhelfen.“ Mata ist ab kommendem Jahr für den ASV in der Restrunde der Bayernliga spielberechtigt.

Unbestritten, fußballerische Talent und taktisches Verständnis bringt Ken Mata mit. Aber eben auch einige Unwägbarkeiten. Denn der große Sprung vom Junioren- in den Profibereich ist dem 23-Jährigen nicht gelungen.

Nachdem er seine letzte Juniorensaison 2021/22 für die Zebras des MSV Duisburg in der U19-Bundesliga beendet hatte, mischte Mata 2022/23 erstmals im Erwachsenenbereich beim SV Straelen in der Regionalliga West mit – und wusste beim späteren Absteiger auf Anhieb zu überzeugen.

In 32 Spielen knipste der dribbelstarke Mata zehn Mal, legte zudem drei Treffer auf. Ein verheißungsvoller Start bei den großen Jungs für den 1,70 Meter großen Mata. Also ging er den nächsten Schritt und wechselte zur kommenden Saison zum FSV Mainz 05.

Sportlicher Bruch am Bruchweg

Hier kommt der erste Bruch auf Matas erhofften Weg zu den Bundesliga-Profis. Der Offensivspieler konnte seine Schnellig- und Wendigkeit gegen die robuste Konkurrenz nicht entscheidend ausspielen und kickte von 2023 bis 2025 ausnahmslos im Regionalliga-Team des FSV Mainz. Seine statistischen Werte in diesen zwei Jahren: Acht Tore und zwei Vorlagen in 49 Spielen. Das war zu wenig, um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen, also zog Mata 2025 weiter zum FC Homburg (Regionalliga Südwest).

Beim FCH stagniert die Karriere des top ausgebildeten Fußballers. Mata kann sich keinen Stammplatz sichern. Zu Beginn der Saison kommt er meist von der Bank und nur selten über 25 Minuten Einsatzzeit. Später erhält er die Chance von Beginn an. Sechs Partien in Folge steht er im Oktober und November in der Startelf, trifft prompt drei Mal und kommt auf einen Assist. Der erhoffte Durchbruch?! Nein.

Wechsel im Winter von Homburg nach Ansbach

Vor der Winterpause sitzt Mata in Homburg wieder auf der Bank und wechselt im Februar 2026 zur SpVgg Ansbach in die Regionalliga Bayern. Die vergangene Saison beendet der Deutsch-Kongolese mit zwölf Einsätzen für die SpVgg (zwei Tore, zwei Vorlagen). Kein einziges Spiel absolvierte er über die vollen 90 Minuten, wird entweder ein- oder ausgewechselt.

Anfang dieser Woche lösten die SpVgg Ansbach und Ken Mata schließlich einvernehmlich den Vertrag des Spielers offiziell aus familiären und privaten Gründen auf. Nur so war es den Verantwortlichen des ASV Neumarkt überhaupt möglich, einen Spieler vom Kaliber Matas zu verpflichten. Auch dank Coach Matthias Rascher. Der fungierte in der Vorsaison als Co-Trainer in Ansbach, kennt daher Mata bestens und hielt immer zu ihm Kontakt.

Rascher schwärmt: „Er ist stark im Tempodribbling, hat einen brutalen Speed und einen guten linken Fuß. Er ist ein kompletter Spieler und war auch mein Wunschspieler. Wir können uns auf einen sehr guten Spieler für die Bayernliga freuen.“

Für den 118-maligen Regionalligaspieler Mata ist der Schritt zurück in die Bayernliga zum Schlusslicht ASV Neumarkt eine Chance, seine ins Stocken geratene Karriere wieder anzuschieben. Bei den Oberpfälzern wird er die Möglichkeit erhalten, sich als Unterschiedsspieler zu beweisen. Die Neumarkter brauchen jede offensive Verstärkung, und Mata soll den bislang siechenden Angriff wiederbeleben. Stefan Pröpster: „Er bringt ein starkes Gesamtpaket mit. Wenn er Normalform erreicht, wird er bei uns jede Möglichkeit bekommen.“

Für Rascher ist Mata kein Unbekannter

Vergangene Woche trainierte Mata bereits mit seinen neuen Teamkollegen am Deininger Weg mit und lässt sich in der vereinseigenen Meldung zu seiner Verpflichtung derart zitieren: „Die gute Harmonie und der starke Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft haben mich überzeugt. Ich freue mich darauf, Teil dieser Gemeinschaft zu werden und gemeinsam mit den Jungs erfolgreich zu sein.“

Die Verpflichtung Matas macht für den Spieler und den Verein absolut Sinn. Beide hoffen dabei auf eine Win-Win-Situation. Geht der Plan auf und steht am Ende der Ligaverbleib für den ASV Neumarkt, hat sich die Mata-Verpflichtung, die laut Pröpster das interne Gehaltsgefüge nicht sprengt, rundum ausgezahlt. Und der einstige Junioren-Bundesligaspieler dürfte seine stockende Karriere wieder in Schwung gebracht haben. Das Talent daszu bringt er unbestritten mit.

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