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Enrico Saccomani musste kurz grinsen. Denn manchmal beantworten sich Fragen eben doch von selbst. Ob die Stimmung in der Mannschaft wirklich so gut ist, wie es den Eindruck macht? Die Frage war kaum verklungen, da brandete ein Lachen der Jungs auf, die immer noch nach dem eigentlichen Trainingsende auf dem Eis standen und ein paar Abschlussspiele machten. „Siehst du doch“, sagte der Füchse-Stürmer sichtlich amüsiert. Da hat er recht. Und das Ganze schlägt sich derzeit auch in den Spielen nieder. Anders ausgedrückt: Das eine bedingt das andere. Denn aktuell stehen die Füchse in der Eishockey-Oberliga auf Rang drei, haben sechsmal in Folge gewonnen und das als aktuell einziges Team der Spielklasse. Am Freitag trifft der EV Duisburg daheim auf den EHC Neuwied, am Sonntag (18.30 Uhr) geht es zu den Hammer Eisbären, ehe ein spielfreies Wochenende aufgrund des Deutschland-Cups der Nationalmannschaft in Düsseldorf folgt.
„Wir werden weiterhin jeden Gegner ernst nehmen“, sagt Saccomani entschlossen. Zwar sind die Bären im Zwölferfeld der Oberliga Nord aktuell nur Neunter, „aber die Liga ist unfassbar eng beieinander“, wie der EVD-Stürmer betont. Außerdem hat der Neuling aus Rheinland-Pfalz unter anderem die Hannover Scorpions mit 4:3 besiegt. So etwas macht Eindruck. „Wenn wir uns nicht konzentrieren und nicht unser Spiel machen, kann das ganz schnell schiefgehen“, sagt Saccomani.
Wenn wir uns nicht konzentrieren und nicht unser Spiel machen, kann das ganz schnell schiefgehen.
Enrico Saccomani, Stürmer der Füchse Duisburg
Mit dem EHC Neuwied trifft der EVD auf ein einstiges Schwergewicht der damaligen 1. Liga Nord Ende der 1990er-Jahre. Zuletzt trafen beide Vereine vor der aktuellen Spielzeit im März 2022 aufeinander. Damals gewannen die Füchse im Play-off-Finale die Meisterschaft der Regionalliga West und schafften nach dem coronabedingten Rückzug den sofortigen Wiederaufstieg in die Oberliga, nachdem die Vorsaison aufgrund der Pandemie sogar komplett abgesagt werden musste. Beide Vereine trafen zudem im Saisoneröffnungsspiel der laufenden Spielzeit aufeinander. In der „Bärenhöhle“ siegten die Füchse mit 6:3.
Den aktuellen Schwung möchten Enrico Saccomani und Co. gerne mitnehmen: „Wir verstehen uns als Mannschaft wirklich gut.“ Und dazu zählt der erfahrene Spieler die Förderlizenzspieler ausdrücklich hinzu. „Das sind wirklich gute Jungs.“ Einige haben es schon unter Beweis gestellt – am Freitag kommen drei weitere hinzu. Denn mithilfe der DNL-Teams aus Köln und Iserlohn wird der EVD am Freitag mit vier Reihen auflaufen: Elias Aul (14 Tore und 15 Vorlagen) und Toni Fürst (zwölf Tore und neun Vorlagen) sind an der wirklich starken Saison des Kölner EC in der U20-DNL maßgeblich beteiligt. Stanislav Kronhardt ist mit sieben Treffern und 14 Assists sogar der teaminterne Topscorer beim gleichaltrigen Team des Iserlohner EC. Alle drei kamen auch schon während der Saisonvorbereitung für den EVD zum Einsatz.
„Ich möchte die Jungs besser kennenlernen, spielerisch und charakterlich“, sagt Füchse-Trainer Frank Petrozza. Welche Wucht, die Youngster aus der DNL mitbringen können, zeigte beispielsweise Vyacheslav Permitin aus Iserlohn beim Auswärtssieg in Rostock, als er einen Treffer und eine Vorlage zum Erfolg beisteuerte. Ohnehin sind Förderlizenzspieler wie Daniel Geiger, Maximilian Strauß, Tobin Brandt, Nikita Müller und die Torhüter Aaron Kaiser und Nico Wiens bereits Teil des Teams, allerdings in diesen Fällen auch schon mit DEL-Verträgen ausgestattet. Apropos Nico Wiens: Der Torhüter, der lange bei den Kölner Haien aushelfen musste, weil Felix Brückmann verletzt gefehlt hatte, und sogar in der Champions Hockey League zum Einsatz kam, ist wieder bei den Füchsen im Training. „Am Freitag wird Aaron Kaiser spielen und Nico Wiens ist als Backup dabei“, verkündete Petrozza vor dem Wochenende.
Mit dem Spiel gegen den EHC Neuwied endet für die Füchse der „Pinktober“, in dem der EVD wie auch andere Teams auf das Thema Brustkrebs und Frauengesundheit aufmerksam machen und daher daheim in pinken Trikots spielen. Die Füchse rufen ihre Fans dazu auf, zum Abschluss der Aktion in Pink oder Rot zum Spiel zu kommen. Außerdem werden drei der original getragenen Trikots verlost. Die Einnahmen aus der Verlosung kommen zum Teil dem Verein Brustkrebs Deutschland e.V. zugute.