flag
back Zurück
Towerstars machen Sieg erneut in der Overtime klar
Thomas Reichel lauert vom dem Tor von Eispiraten Torhüter Pascal Seidel auf einen Pass. Bild: Kim Enderle

Nach zuletzt zwei Auswärtsniederlagen haben die Ravensburg Towerstars wieder einen Sieg eingefahren. Vor 2460 Zuschauern in der CHG Arena war Mark Rassell wieder einmal der Vollstrecker in der Verlängerung. Getrübt war der Abend allerdings durch den Umstand, dass die Oberschwaben bereits mit 4:1 geführt hatten und Topstürmer Odeen Tufto nach einem Kniecheck in der 62. Minute verletzt vom Eis musste.

Die Towerstars starteten in den ersten zwei Minuten zielstrebig, zeigten alsbald aber auch ein paar Nachlässigkeiten in der defensiven Zone. Ilja Sharipov musste in der 4. Minute retten, als ein Crimmitschauer Stürmer im Slot völlig frei zum Schuss kam. Zu ihrer ersten Möglichkeit kamen die Hausherren nach rund sieben Minuten. Ein Schuss von Thomas Reichel ließ Eispiraten-Torhüter Pascal Seidel abprallen. Nikita Kessler kam beim Nachschuss aber einen Tick zu spät. Pech hatte Simon Schütz eine halbe Minute später. Er kam auf halblinker Position frei zum Abschluss, der Puck hatte sich in diesem Moment aber gerade aufgestellt und ging über das Tor.

Danach kamen auch die Gäste mehr in Schwung und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, der die ersten Tore erst in der Schlussphase des Startdrittels hervorbrachte. In der 17. Minute bediente Robbie Czarnik seinen Kollegen Mark Rassell. Dieser zog in den Slot und vollendete konsequent mit der Rückhand zum 1:0. Die Freude über die Führung dauerte aber nur 40 Sekunden. Gerade wurde das Tor angesagt, da schlug die Scheibe im Ravensburger Gehäuse ein. Adam McCormick fälschte einen Schlenzer von der blauen Linie unhaltbar zum 1:1-Ausgleich ab.

Im zweiten Spielabschnitt hatten zunächst die Gäste aus Westsachsen die ersten Chancen. Dann aber holten sich die Towerstars das Momentum deutlich auf ihre Seite. In der 5. Minute bestrafte Anselm Gerg eine späte Abstimmung der Gäste eiskalt mit dem 2:1. Nicht einmal zwei Minuten später fälschte Nick Latta einen Blueliner von Denis Pfaffengut entscheidend zum 3:1 ab. Für noch bessere Stimmung auf den Rängen sorgte Fabio Sarto 35 Sekunden später. Auch er fuhr im entscheidenden Moment vor das gegnerische Tor und fälschte das Spielgerät zum 4:1 ab.

Alles schien für die Towerstars auf perfekten Bahnen zu laufen, zumal die Eispiraten nach dem vierten Gegentreffer Strafzeiten zogen und der Ausbau der Führung winkte. Doch anstatt des fünften Treffers leisteten sich die Towerstars einen Puckverlust, den die Gäste dank ihres starken Umschaltspiels umgehend zu einem Gegenstoß nutzten. Emil Quaas bestrafte den Fehler letztlich mit einem Schuss unter die Latte und dem 4:2. Auch ein weiteres Powerplay konnten die Towerstars nicht zum fünften Treffer und zur potenziellen Vorentscheidung nutzen. Für den Schlussabschnitt war demnach Spannung garantiert.

Crimmitschau hatte sich für die Aufholjagd offensichtlich gut abgestimmt, denn schon nach dreieinhalb Minuten erzielten die Eispiraten den 4:3-Anschlusstreffer. Das verlieh den Gästen weiteren Schwung. Gleich mehrfach musste Towerstars-Keeper Ilya Sharipov in allerhöchster Not retten. Insgesamt hatten die Westsachsen im Schlussabschnitt klare Vorteile, doch auch die Towerstars setzten Nadelstiche. So auch Matthew Struthers, der in der 56. Minute den Puck erneut über die Querlatte setzte. Auch Robbie Czarnik und Odeen Tufto konnten den gegnerischen Torhüter zweieinhalb Minuten vor dem Ende nicht zum fünften Mal überwinden. Letztlich sollte sich das auf der Gegenseite rächen. Der verdeckte Schlenzer von Emil Quaas schlug von der blauen Linie zum 4:4-Ausgleich ein. Die Szene war umstritten, denn ein Rückpass wurde knapp vor der blauen Linie und damit aus abseitsverdächtiger Position angenommen. Die Linesperson signalisierte sofort, dass der Puck die Linie beim Schuss noch berührt hätte. Alle vehementen Ravensburger Proteste waren ohnehin Makulatur. Eine Abseitsentscheidung kann per Videobeweis nicht nachträglich kontrolliert werden.

Auch wenn es auf beiden Seiten noch Chancen auf die Entscheidung in der regulären Spielzeit gab, tickten die Sekunden ohne weiteren Treffer herunter. Die Punkteteilung war damit schon einmal besiegelt. In der Overtime kam es nach 70 Sekunden zur Schlüsselszene. Jarno Kärki checkte auf Höhe der blauen Linie gegen das Knie von Odeen Tufto. Dieser krachte anschließend in die Bande und wurde nach der Begutachtung im Physioraum in die Oberschwabenklinik gebracht.

Die fällige Überzahl nutzten die Towerstars dann zum Happy End. Mark Rassell vollendete, nachdem seine Kollegen die Scheibe 43 Sekunden lang geduldig hatten laufen lassen. „Heute war viel Geduld gefordert. Das haben die Jungs im ersten und zweiten Drittel auch umgesetzt. Leider waren wir im Schlussdrittel zu passiv und haben die Quittung bekommen. Am Ende können wir mit den zwei Punkten aber zufrieden sein“, sagte Towerstars-Coach Johan Pennerborn nach dem Spiel.