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Veröffentlicht: 29. Oktober 2026 10:52 Uhr
Ein geplantes Fußballstadion mit 5.000 Plätzen für Austria Salzburg im Sportzentrum Nord in Liefering für bis zu 20 Millionen Euro bringt Bürgermeister Bernhard Auinger ins Spiel. Doch das Projekt birgt einen gewaltigen Haken: Bundesliga-Spiele wären vorerst verboten.
Seit der Rückkehr in den Profifußball erlebt Austria Salzburg einen beispiellosen Fanzulauf. Alle Heimspiele in der 2. Liga waren bisher restlos ausverkauft, das Stadion platzt mit seinen knapp 1.500 Plätzen aus allen Nähten. Beim jüngsten Spiel gegen Blau-Weiß Linz verzichteten die Gästefans gänzlich auf den Stadionbesuch, weil das Auswärtskontingent auf magere 156 Tickets limitiert war.
Gleichzeitig tickt die Uhr: Wegen eines Wohnbauprojekts in unmittelbarer Nachbarschaft ist in Maxglan spätestens ab 2031 Schluss. Die Alternative in Grödig (Flachgau) habe sich aus mehreren Gründen als nicht umsetzbar erwiesen. Im Hintergrund wurde monatelang an einer Lösung gebastelt, bestätigte Stadtchef Bernhard Auinger (SPÖ) am Donnerstag gegenüber SALZBURG24 einen Bericht der "Salzburger Nachrichten" (SN): Ein Neubau im Sportzentrum Nord im Stadtteil Liefering ist der auserkorene Plan.
Hauptmieter des geplanten Stadions mit einer Kapazität von 5.000 Zuschauer:innen soll Austria Salzburg werden – Kostenpunkt: 10 bis 20 Millionen Euro, die sich Stadt und Land teilen. Der aktuelle Zweitligist könnte ab der Saison 2030/31 dort spielen. Allerdings gibt es wesentliche Hürden: Politische Beschlüsse stehen aus, ebenso wie Gespräche mit den anderen Gemeinderatsfraktionen. Zudem müssen entscheidende Detailfragen zur Lichttechnik erst beantwortet werden. Die Bagger könnten frühestens 2028 rollen.
Ein wesentlicher Wermutstropfen bleibt: Die Spielstätte wird vorerst nicht bundesligatauglich sein. Zwar habe die Landesumweltanwaltschaft unter bestimmten Bedingungen grünes Licht für den Standort signalisiert, verwehrt jedoch die Freigabe für ein erstligataugliches Flutlicht. Die Spielstätte soll zudem einen Veranstaltungs- und Eventbereich bekommen. Zusätzliche Parkplätze seien nicht geplant. Unklar ist bis dato auch, was mit dem Leichtathletikverein im Sportzentrum passieren soll, die mit dem Austria-Stadion ihre Heimstätte verlieren würden.
Sollte der Austria in den kommenden Jahren der Aufstieg ins Fußball-Oberhaus gelingen, sieht Bürgermeister Auinger nur einen Ausweg: Die Red Bull Arena in Wals-Siezenheim (Flachgau). Was für viele Anhängerinnen und Anhänger beider Lager undenkbar scheint, hält das Stadtoberhaupt trotz der Rivalität für machbar.
Für Austria-Präsident Hubert Palfinger sei das ohnehin kein Thema, wie er den SN erzählte: „Von der höchsten Liga brauchen wir noch nicht träumen. Wir wollen den Verein in den kommenden Jahren in Ruhe nach vorn bringen.“
Scharfe Kritik an Auingers Plänen kommt unterdessen von der FPÖ. Klubobmann Paul Dürnberger spricht von einem „absurden Alleingang“ ohne vorherige Abstimmung mit dem Land oder den Gemeinderatsfraktionen: „Wer heute nur für die zweite Liga plant, baut eine Verlängerung des Stadionproblems gleich mit.“
Dürnberger fordert eine von Beginn an bundesligataugliche Spielstätte im Räumlichen Entwicklungskonzept (REK). Millionen zu investieren und gleichzeitig einzuplanen, dass die Austria bei einem Aufstieg wieder umziehen müsse, sei kurzsichtig: „Eine Übersiedlung ins Stadion Wals-Siezenheim ist allein schon aufgrund der bestehenden Verträge und Bundesligarichtlinien nicht möglich. Selbst wenn, dann würde das neu errichtete Stadion wieder leer stehen.“
Die KPÖ begrüßt zwar das Sportzentrum Nord als zusätzliche Perspektive, warnt aber davor, andere Standorte voreilig abzublasen. „Nun kommt zum Asfinag-Areal, der Messe und Salzburg-Süd also noch ein vierter möglicher Standort dazu“, sagt Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl. Alle Optionen müssten gewissenhaft im REK geprüft werden.
KPÖ-Klubvorsitzende Cornelia Plank fordert ein tragfähiges Finanzierungskonzept und nimmt das Land Salzburg in die Pflicht, wo bei Sportstätten eine 20-prozentige Ko-Finanzierung üblich sei. Sportlandesrat Martin Zauner (FPÖ) hat gegenüber dem ORF bereits abgewunken und Auingers Vorgehensweise als „unprofessionell“ und die Kostenschätzung als „unpräzise“ bezeichnet.
(Quelle: salzburg24)