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Cleverness siegt: Effiziente Bayern schlagen den TSV 1860 im Münchner Stadtderby mit 4:2. Florian Niederlechner & Co. trauern ihren vergebenen Chancen hinterher.
München – Pfiffe? Gab es keine. Wut? Auch die schlug den geschlagenen Löwen nicht entgegen, als sie nach dem Abpfiff vor die Westkurve schlurften. Die Fans des TSV 1860 München bewiesen wieder einmal ein feines Gespür für ihre aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft. Die Sechzger steckten nie auf an diesem Derbynachmittag, auch wenn sie ab der 11. Minute einem Rückstand hinterherlaufen mussten. Am Ende feierte die rote Seite der Stadt, mit 4:2 triumphierten die Bayern-Amateure im Münchner Stadtderby. Nicht unbedingt das bessere, dafür aber das deutlich effizientere Team durfte im Grünwalder Stadion jubeln.
Die ersten zwanzig Minuten müssen sich für die Löwen wie ein schlechter Scherz angefühlt haben. 1860 machte das Spiel, die Bayern die Tore. Alleine Florian Niederlechner hätte die Sechzger früh auf die Siegerstraße bringen können, scheiterte jedoch einmal per Fuß und einmal per Kopf aus kürzester Distanz. Bei Mark Gevorgyans Schuss war FCB-Keeper Jannis Bärtl schon geschlagen, doch der Ball wurde noch von der Linie geklärt. Fassungslosigkeit machte sich bei den Löwenfans breit. „Selbst wenn wir hier vier Tore fangen, hätten wir locker fünf oder sechs schießen können“, haderte ein frustrierter Michael Eberwein nach dem Spiel.
Das lag auch daran, dass die ungeliebten Gäste aus der Säbener Straße mit brutaler Effizienz glänzten. Der unaufhaltsame Tom Binder wurde auf die Reise geschickt und bediente Anton Heinz im Zentrum, der zur Gästeführung einschob (11.). Zehn Minuten später dann Binders nächster Auftritt. Der 19-Jährige (sammelte auch schon Einsatzminuten bei den Profis) ließ mehrere Löwen wie Slalomstangen stehen und schlenzte den Ball sehenswert zum 0:2 in die lange Ecke. Ähnlich traumhaft war der zweite Treffer von Heinz anzusehen. 25 Meter Tor㈠entfernung, Schlenzer aus dem Fußgelenk, 1860-Torwart Vitus Eicher erneut chancenlos. Dazwischen konnte Christian Leone für die Sechzger zum zwischenzeitlichen 1:2 verkürzen.
Selbst wenn wir hier vier Tore fangen, hätten wir locker fünf oder sechs schießen können
Licht aus im Grünwalder Stadion? Mitnichten. Die Löwen kamen wie entfesselt aus der Kabine. Nach einem Kopfball von Emre Erdogan stand Sturm-Oldie Florian Niederlechner goldrichtig und verkürzte auf 2:3. Pünktlich zur fünfminütigen Pyro-Unterbrechung (ausgelöst durch die Bayernkurve) war 1860 zurück im Spiel. Sechzig wurde minütlich stärker, die FCB-Bubis merklich nervöser. Davon ließ sich offenbar auch ihr prominenter Trainer anstecken. Dante sah nach einem Wortgefecht am Seitenrand die Rote Karte, verfolgte die restliche Partie in einer Kommentatorenkabine unter dem Dach.
Dort durfte der Brasilianer kurze Zeit später die Entscheidung bejubeln. Artur Degraf nutzte eine Unordnung im Löwenstrafraum und schob zum 2:4 ein. Besonders demütigend: Die Gästekurve stimmte in den Schlussminuten Spottgesänge an: „Unsere Kleinen sind für Euch zu groß.“ Ein Satz, der die Kräfteverhältnisse in der Stadt auf den Punkt brachte. Zumindest an diesem Nachmittag.