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Speiche gebrochen! Jorge Martin nach Highspeedcrash im Australien-Sprint vor MotoGP-Saisonaus
Für Jorge Martin könnte die Saison 2026 jetzt vorbei sein, Foto: Aprilia Racing

Es hätte ein massives Ausrufezeichen im Titelkampf der MotoGP werden können. Im verregneten Qualifying noch klar unterlegen, bot Jorge Martin WM-Rivale Marc Marquez im Sprint auf Phillip Island wieder die Stirn. Rundenlang duellierten sich die beiden Spanier spektakulär, Martin hatte alle Chancen auf den Sieg. Doch dann der Moment, der vermutlich für die Vorentscheidung im Kampf um die diesjährige Weltmeisterschaft gesorgt hat: Sturz in Kurve acht für den 'Martinator' und das auch noch bei extrem hohem Speed. Statt Podium war plötzlich Medical Center angesagt.

Dort wurde Martin nämlich unmittelbar nach seinem Crash hingebracht. Zuvor war er nach mehreren Überschlägen sichtlich durchgerüttelt und angeschlagen im Kiesbett liegen geblieben. Die Marshals hatten ihn dann per Trage abtransportieren müssen. Um 6:16 Uhr MEZ begann somit das große Zittern. Hatte sich Martin schon wieder verletzt? 2025 war für ihn bekanntlich zu einer wahren Seuchensaison verkommen und zu Beginn dieses Jahres hatte er deshalb sogar noch die Testfahrten in Sepang verpasst. Eine weitere Verletzung würde nun wohl sein Aus im Kampf um den WM-Titel 2026 bedeutet.

Mindestens ein Knochenbruch bei Jorge Martin: MotoGP-Saisonaus droht!

Entsprechend gespannt erwartete die gesamte MotoGP-Welt am Samstag die offizielle Diagnose der MotoGP-Ärzte um Dr. Angel Charte - und um 7:25 Uhr MEZ war es dann endlich soweit. "Die Röntgenaufnahmen ergaben einen Bruch der rechten Speiche sowie den Verdacht auf einen Bruch der rechten Elle im distalen Bereich", lautete die erschütternde Botschaft. Die schlimmsten Befürchtungen hatten sich also bestätigt, Martin hat sich tatsächlich schwerer verletzt. Mindestens eine Fraktur in der rechten Hand, womöglich sogar zwei. Aktuell befindet sich der Aprilia-Pilot auf dem Weg ins Krankenhaus, um die Diagnose dort mit weiteren Untersuchungen bestätigen zu lassen. Sobald uns das finale Urteil erreicht, lassen wir euch das an dieser Stelle natürlich wissen.

Klar ist: der Kampf um die Weltmeisterschaft scheint für Martin damit vorbei. Für den Grand Prix am Sonntag wurde er bereits für 'unfit' erklärt, wird also mindestens ein Rennen auslassen müssen. Vermutlich wird es aber nicht nur bei diesem einen bleiben, denn die Diagnose vom Samstag erinnert stark an jene aus den Wintertestfahrten 2025, als Martin per Highsider abgeflogen und sich eine komplexe distale Radiusfraktur sowie einen Kahnbeinbruch an der linken Hand zugezogen hatte. Damals fehlte er dann knapp zwei Monate. Iker Lecuona zog sich im Vorjahr sogar eine identische Verletzung zu Martin an diesem Samstag zu. Einziger Unterschied: Beim Superbike-Piloten war es damals die linke Hand und nicht die rechte. Er musste daraufhin knapp elf Wochen zwangspausieren. Es ist also gut möglich, dass wir Martin in dieser Saison nicht mehr auf einem MotoGP-Bike sehen werden. Das Saisonfinale 2026 wird in nur fünf Wochen in Valencia stattfinden.

Stefan Bradl hadert mit Jorge Martin: Zu früh zu viel Risiko!

Es wäre ein extrem bitteres und unverdientes Ende einer beeindruckenden zweiten und letzten Aprilia-Saison, das allerdings auch vermeidbar war, wie Stefan Bradl findet. "Jorge hat alles probiert, da darf man ihm keinen Vorwurf machen. Aber es war vielleicht für die Situation hier und heute etwas zu viel", seufzte der Deutsche in seiner Rolle als Experte bei 'ServusTV' und meinte: "Drei Prozent weniger und der zweite Platz wäre ihm sicher gewesen."

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Doch Martin habe unbedingt den Sieg gewollt und sei, um das zu erreichen, schlicht zu viel Risiko gegangen: "Der Fehler war, dass er zu aggressiv zu Werke gegangen ist", so Bradl. "Den Sturz selbst müssen wir dann in ein paar Teile zerlegen. Er ist zunächst einmal dem geschuldet, dass er zu schnell gefahren ist. Er hat das Bike überfahren. Das hast du auch mit den Aktionen gesehen, die er davor mit Marquez hatte. Aus Kurve sieben heraus muss er zwei Mal hochschalten, das hat er gemacht und ist dann direkt hinter Marc dran. Dadurch hat er keine perfekte Sicht auf die folgende Rechtskurve, in der er dann auch gestürzt ist. Dann kommt dazu, dass er zu weit links am Kerb war. Dadurch hat sich das Motorrad etwas aufgeschaukelt und er ein extremes Lenkerschlagen bekommen. Dann hat er nicht schnell genug umlegen können und das musst du in Phillip Island, denn der Speed hier ist sehr hoch. Dadurch war er etwas weit draußen. Das hat er dann auch realisiert, aber er hat keine Millisekunde aufgemacht. Du hast gesehen, dass er irgendwie drinbleiben will. Er war davor schon über 100 Prozent unterwegs und das war dann die logische Konsequenz, dass er dermaßen abfliegt. Ich hätte gedacht, dass er nach dem Lenkerschlagen realisiert, dass er die Richtung etwas langsamer wechseln muss, aber das hat er nicht gemacht."

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