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Fußballkreise Alsfeld und Gießen fusionieren: 117 Mannschaften, neuer Chef steht fest
Informierten über die geplante Fusion der Fußballkreise Alsfeld und Gießen (von links): Kreisjugendwart Peter Wiederhold, Dominik Laudon (Vorsitzender Kreissportgericht), Enno Oehler (Ehrenamtsbeauftragter), Alsfelds Kreisfußballwart Frank Heller, der designierte neue Kreisfußballwart Andreas Reuter, Rolf-Peter Stein (Jugendausschuss) und Hans Peter Wingefeld (stellvertretender Kreisfußballwart Gießen).
Informierten über die geplante Fusion der Fußballkreise Alsfeld und Gießen (von links): Kreisjugendwart Peter Wiederhold, Dominik Laudon (Vorsitzender Kreissportgericht), Enno Oehler (Ehrenamtsbeauftragter), Alsfelds Kreisfußballwart Frank Heller, der designierte neue Kreisfußballwart Andreas Reuter, Rolf-Peter Stein (Jugendausschuss) und Hans Peter Wingefeld (stellvertretender Kreisfußballwart Gießen). © Volker Lehr

Der designierte Kreisfußballwart Andreas Reuter soll 2028 einen der größten Fußballkreise Hessens leiten. Wer die Ausschüsse anführt, ist noch offen.

Die Fusion der Fußballkreise Alsfeld und Gießen nimmt Formen an. Am Freitagabend präsentierte Alsfelds Kreisfußballwart Frank Heller (Nieder-Ofleiden) im Rahmen einer Vereinsvertretersitzung im Sportheim in Eudorf den ausgearbeiteten Fahrplan für die Zusammenlegung der beiden Fußballkreise.

Fair-Play-Wertung

Kreisliga A: 1. FC Weickartshain; 2. SG Appenrod/Maulbach/Gemünden; 3. SG Grebenau/Schwarz.
Kreisliga B: 2. SG Ofleiden II, 2. FSG Queckborn/Lauter, 3. SpVgg. Mücke II.
Kreisliga B II: 1. SV Bobenhausen II; 2. SG Grebenau/Schwarz II; 3. FC Weickartshain II.

Mit dabei waren nicht nur die Vorstandsmitglieder der Alsfelder Fußball-Vereine, sondern auch der nahezu komplette Alsfelder Kreisfußballausschuss. Der Fußballkreis Gießen war durch den designierten, neuen Kreisfußballwart Andreas Reuter (SV Annerod) sowie den aktuellen stellvertretenden Gießener Kreisfußballwart Hans-Peter Wingefeld (Rödgen) vertreten. Die Versammlung begann allerdings mit einem traurigen Ereignis: Für den kürzlich verstorbenen Michael Wulff (SpVgg. Mücke) gab es eine Gedenkminute.

Fusions-Fahrplan

Im ersten Quartal 2027 soll auf einem außerordentlichen Kreisfußballtag, der in Nieder-Gemünden geplant ist, der Fußballkreis Alsfeld offiziell aufgelöst werden. Dies ist Voraussetzung, um 2028 bei dem ersten, dann gemeinsamen Kreisfußballtag den neuen Fußballkreis Gießen/Alsfeld zu gründen. „Dieses Vorgehen ist mit dem Hessischen Fußball-Verband abgestimmt und erspart uns einen weiteren, zusätzlichen Kreisfußballtag“, erläuterte Frank Heller. Hans Peter Wingefeld versichert: „Für die Vereine ändert sich auch in der Übergangszeit gar nichts. Die Ausschüsse und Klassenleiter arbeiten ganz normal weiter.“

Vorstand

Die Planungen für den neuen Kreisfußballausschuss laufen auf Hochtouren. Das Führungstrio, das ab 2028 einen der größten Fußballkreise Hessens mit dann 117 Mannschaften leiten soll, zeichnet sich bereits ab: Andreas Reuter (45), seit zehn Jahren Kreisschiedsrichter-Obmann (KSO) in Gießen, soll neuer Kreisfußballwart werden. Er stellte sich den Alsfelder Vereinsvertretern am Freitag vor, machte deutlich, dass für ihn die Kommunikation mit den Vereinen ganz wichtig sei, und ermunterte die Vereine, sich bei Fragen oder Problemen jederzeit an ihn zu wenden. Sein Stellvertreter soll Alsfelds aktueller Kreisfußballwart Frank Heller werden. Als Schatzmeister ist Johannes Helmut Baumann (40, SG Birklar) vorgesehen, der aktuell stellvertretender KSO in Gießen ist.

Ausschüsse

Wer die einzelnen Ausschüsse ab 2028 anführen soll, darüber laufen derzeit noch Gespräche. Allerdings zeichnen sich erste Tendenzen ab und einigen der aktuellen Alsfelder Vorstandsmitglieder werden gute Chancen eingeräumt, Führungspositionen im neuen Kreisfußballausschuss einzunehmen. Dies liegt nicht zuletzt an der Tatsache, dass zum einen viele der Alsfelder Vertreter des Kreisfußballausschusses im Schnitt jünger als die Gießener Kollegen sind. Zum anderen sich allein im Ressort Schiedsrichterwesen in Gießen durch das Aufrücken der aktuellen Führungsebene (Reuter, Baumann) Vakanzen bilden. „Die Gespräche laufen gut. Sobald etwas entschieden ist, werden wir es öffentlich machen“, so Alsfelds Kreisschiedsrichter-Obmann Thorsten Eick (44) stellvertretend.

Neue Ligen-Planung

Frank Heller präsentierte auch, wie nach der Zusammenlegung der Fußballkreise die Ligen-Planung aussieht. Demnach bleibt es bei einer gemeinsamen Kreisoberliga (Gießen Süd) sowie den zwei A-Ligen (Gießen und Gießen/Alsfeld). Statt den aktuell vier B-Ligen wird es dann nur noch zwei geben (mit ca. jeweils 14 Vereinen), dafür aber drei C-Ligen mit einer voraussichtlichen Liga-Stärke von zehn bis 13 Teams.

Rot-Flut

Bei den Berichten gab es positive wie negative Nachrichten. Weniger erfreulich: Dominik Laudon (Kirtorf) deutete an, dass sich die Zahl der Roten Karten in der Vorrunde deutlich erhöht habe. Die genaue Auflistung möchte er aber erst bei der Rückrundenbesprechung präsentieren. Kreisjugendfußballwart Peter Wiederhold (Bernsfeld) merkte an, dass in seinem Bereich die Kommunikation mit den Gießener Kollegen nicht funktioniere. „Ich habe keinerlei Information, wie es weitergehen könnte“, so Wiederhold. Hier versprach Andreas Reuter Besserung.

Positiv

Ansonsten überwogen aber die positiven Meldungen. Schiri-Obmann Torsten Eick (Elbenrod) freute sich über drei neue, sehr engagierte Schiedsrichter, die die Leitung zahlreicher Spiele übernommen hätten, womit sich die Lage bei der Besetzung der Spiele entspannt habe. Auch Enno Oehler (Mücke) konnte in seiner Funktion als Ehrenamtsbeauftragter berichten, dass die Vereine inzwischen mehr Ehrungsvorschläge einreichen als früher. Allerdings gebe es immer noch Vereine, die sich an dieser für ehrenamtliche Helfer doch so attraktiven Auszeichnung gar nicht beteiligen würden.

Und Günter Stiebig (Alsfeld) merkte in Vertretung von Alexander Walder bezüglich der Qualifizierungsmaßnahmen an, dass die Angebote des Verbandes immer besser würden, aber viele sie nicht nutzen würden. Erfreulich: Beim DFB-Punktespiel sei Alsfeld einer der in der Relegation zur Größe aktivsten Kreise gewesen. Mit dem SV Ehringshausen und dem SV Ruppertenrod hätten zwei Vereine sogar den Gold-Status erreicht.

Fair-Play

Auch die fairsten Teams der abgelaufenen Saison wurden gekürt. Dabei waren der FC Weickartshain und die SG Grebenau/Schwarz sowohl bei den ersten, als auch zweiten Mannschaften unter den Top-Drei.

Pokal und Masters

Blieben zwei Fragen: Wie geht es mit dem Kreispokal und dem Hallenmasters nach der Fusion weiter? Der Pokal-Wettbewerb 2027/28 wird wohl der letzte, eigenständige in Alsfeld sein. Allerdings kann der Pokalsieger auch 2028 – trotz der geplanten Auflösung des Kreises 2027 – am Hessenpokal teilnehmen. Das Alsfelder Hallenmasters soll aber weitergeführt werden. „Der Wettbewerb ist so populär, ich bin dafür, diesen weiterzuführen“, machte Andreas Reuter deutlich. Vielleicht könnte es eine Option sein, den Wettbewerb für den einen oder anderen Gießener Verein zu öffnen.