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Niclas Füllkrug geht bei Werder Bremens 0:1-Auswärtsniederlage beim VfB Stuttgart leer aus. Die Leistung des DFB-Rückkehrers war dennoch gut, wie unter anderem Rekordnationalspieler Lothar Matthäus in seiner Funktion als Sky-Experte feststellte.
Matthäus erklärte: "Wenn ein Mittelstürmer von Werder Bremen 70 Ballkontakte in einem Spiel hat, weißt du, wie das Spiel gelaufen ist, vor allem in der zweiten Halbzeit. So eine Zahl habe ich bei einem Mittelstürmer noch nie gehört."
Er sei zwar "nicht der größte Fan von Statistiken", betonte Matthäus, aber: "Wie Niclas in der zweiten Halbzeit gespielt hat, wie er die Bälle geholt und festgemacht und die besser stehenden Mitspieler gesucht hat, das hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Werder Bremen in der zweiten Halbzeit zuzuschauen, das war moderner Fußball."
Trotz des verbesserten Auftritts nach der Pause kassierte Werder in Stuttgart die zweite Niederlage dieser Saison und damit einen Dämpfer nach den erfolgreichen vergangenen Wochen. Ausschlaggebend war ein durchwachsener erster Durchgang, in dem Maximilian Mittelstädt früh mit einem satten Linksschuss das Siegtor markierte (7.).
Füllkrug, Führender der Torschützenliste im deutschen Oberhaus, bekam es gegen den VfB vorzugsweise mit Jeff Chabot zu tun. Für Stuttgarts Sportchef Fabian Wohlgemuth war dies der Schlüssel zum Heimsieg. "Das war ein wichtiges Fundament und das entscheidende Duell, das Jeff gewonnen hat", sagte Wohlgemuth bei Sky.
Füllkrug dagegen hatte in den 90 Minuten zuvor einen anderen Eindruck von seinen Duellen mit Chabot gewonnen: "Man konnte das relativ clever lösen. Wenn man sich früh im Halbraum gezeigt hat, hat man ihn vor ein Problem gestellt: Soll er mit herauskommen oder nicht? Damit hatte er ein bisschen zu kämpfen, hatte ich das Gefühl. Am Ende sind viele Bälle bei mir geblieben, eigentlich sogar die meisten. Natürlich zieht und zerrt er und versucht alles."
Füllkrug zeigte sich zwar enttäuscht von der Niederlage, aber keineswegs niedergeschlagen. Zu ordentlich war der Bremer Auftritt gerade nach dem Seitenwechsel. "In der zweiten Halbzeit waren wir viel mutiger und hatten genug Torchancen, um ein Tor zu erzielen", so der 33-Jährige: "Ich bin trotzdem stolz auf meine Mannschaft. Geile Truppe."
Ein Sonderlob innerhalb dieser Truppe bekam von Füllkrug die Defensive ausgesprochen: "60 Prozent gewonnene Zweikämpfe als Mannschaft sprechen für sich. Hinten haben wir es wieder überragend gemacht, wie wir Spieler wie Undav und El Khannouss wegverteidigt haben. Deniz ist schon stabil im Zweikampf, aber wie Marco (Friedl, d. Red.) das heute wieder gespielt hat, war top. (…)"
Vor der Länderspielpause belegt Werder in der Bundesligatabelle weiter den fünften Tabellenplatz, kann am am Sonntag noch von Bayer Leverkusen auf Rang sechs verdrängt werden.
Anschließend geht es für Füllkrug nach mehr als einem Jahr wieder zur deutschen Nationalmannschaft. Bundestrainer Jürgen Klopp nominierte ihn für die anstehenden Partien in der Nations League gegen Serbien am 13. November und drei Tage später gegen die Niederlande.
Dazu sagte der Routinier: "Ich bin im Kopf immer noch voll bei diesem Spiel. Ich denke gerade noch nicht daran, dass ich nächste Woche zur Nationalmannschaft fahre, und habe deshalb noch keine richtige Vorfreude. Jürgen Klopp hat sich natürlich seine Gedanken gemacht. Er hat alles sehr offen und fair mit mir besprochen und auch frühzeitig kommuniziert. Es war immer ein sehr netter Austausch. Natürlich freue ich mich darauf und wir schauen mal, was wird."
📝 Bio: Eine glückliche Fügung führte mich während des Studiums im wunderschönen Münster zu GOAL, wo ich 2007 anheuerte und bis heute tätig bin. Damit bin ich ein echtes Urgestein in unserer Redaktion. Ich habe diverse (bzw so ziemlich alle) Positionen durchlaufen und durfte mich in unterschiedlichsten Rollen austoben. Seit 2022 bin ich Managing Editor und im Tagesgeschäft hauptsächlich als CvD im Einsatz.
⚽ Wie ich zum Fußball gekommen bin: Die Liebe zum Fußball kam mit Otto Rehhagels Werder Bremen. So mochte ich dann als junger Steppke nicht nur das runde Leder, sondern hatte praktischerweise auch gleich einen Lieblingsklub. International faszinierte mich früh Manchester United. Wir sprechen also von zwei Klubs, die in den vergangenen Jahren nur selten vergnügungssteuerpflichtig waren.
🎯 Ich beschäftige mich vor allem mit :
Allem, womit ein CvD zu tun hat.
🌟 Meine liebsten Fußball-Momente :
Werders 5:3 gegen Anderlecht nach 0:3-Pausenrückstand. Irre Nordderby-Wochen zwischen Werder und dem HSV 2009. Deutschland vs. Argentinien bei der WM 2006. Als John Terry im CL-Finale 2008 ausrutschte. Natürlich auch Götzes Tor im WM-Finale von Rio.