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Deutschland ist Ü-80-Weltmeister: Wir sind wieder wer! – Glosse

Da sage noch mal einer, der deutsche Fußball sähe alt aus: Die Ü-80-Auswahl wird in Australien Weltmeister. Doch für die Zukunft sei an eine alte Prognose von Franz Beckenbauer erinnert.

Kommt aus Australien mit dem WM-Titel zurück: die deutsche Ü-80-Nationalmannschaft

Was musste sich der deutsche Fußball nicht alles anhören nach der verkorksten WM im Sommer: zu langsam, zu behäbig, zu ideenlos. Und nun das: Deutschland ist Weltmeister!

Wenn Sie nun zweifeln, ob Sie möglicherweise einen Anruf verpasst haben vom US-Präsidenten Donald Trump – also keinen, der an Sie selbst ging, versteht sich, sondern einen an seinen Freund und Helfer, den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino, mit der Bitte, die Regeln zurechtzubiegen und die Deutschen zum nachträglichen Sieger der WM zu erklären –, können wir Sie beruhigen. Sicher sein kann man sich zwar nie bei Trump. Er hat ja auch deutsche Wurzeln. Aber so war es nicht.

Dieser Titel wurde fair erspielt. Von den deutschen Ü-80-Fußballern, die sich im australischen Cleveland mit einem 2:0 im Finale gegen die USA zu Weltmeistern krönten. Da soll noch mal einer sagen, der deutsche Fußball sähe alt aus!

Noch lange nicht vom alten Eisen

Wer nun glaubt, in der Altersklasse Ü 80 würde noch mehr Standfußball gespielt als beim DFB-Team in den USA, den können die deutschen Senioren eines Besseren belehren. Wir paraphrasieren an dieser Stelle: Die Engländer? Spielen hart und nehmen das mit ins Alter. Die Australier? Kommen vom Rugby, sind auch nicht gerade zimperlich. Und die Japaner? Treiben lange Sport, sind lauffreudig und wuselig. So hatten die Kicker aus der Bundesrepublik vor dem Turnier die Konkurrenz gelobt. Doch es war ihr Team, das zeigte, dass es noch nicht zum alten Eisen gehört.

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Die Deutschen als Altersweltmeister – das passt jedenfalls auch deshalb, weil in den Logen und Chefetagen der Vereine und Verbände vielerorts Männer das Sagen haben, die bald mitkicken können in Australien. Es heißt, der deutsche Fußball müsse sich runderneuern, doch es sind die Alten, die den Ton angeben. Was heißt das für die Zukunft?

Zur eigenen Verteidigung werden die Besserbetagten einen alten Hasen anführen, dessen Sprüche auch im Jahr 2026 noch nicht in die Jahre gekommen sind: Otto Rehhagel. Der wusste schon vor langer Zeit, dass es keine jungen und alten Spieler gibt, sondern nur gute und schlechte.

Womit wir von König Otto endlich zu Kaiser Franz kommen und eine Prognose wagen können: Es tut uns leid für den deutschen Ü-80-Fußball, aber wenn jetzt noch die jungen Spieler dazu kommen, sind die Deutschen über Jahre hinaus zu besiegen.