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Machtkampf um die Regionalliga: Bayern-Egoismus bringt Ost-Teams auf die Palme
Klare Forderung der Fans: Das Kompass-Modell ist die bevorzugte Variante für die Aufstiegs-Reform.
Klare Forderung der Fans: Das Kompass-Modell ist die bevorzugte Variante für die Aufstiegs-Reform. © IMAGO/Objektfoto / Ballasch

Meister müssen aufsteigen! Was Fans, der DFB und der NOFV unterschreiben würden, droht am Widerstand einzelner Landesverbände zu scheitern. Kurz vor dem entscheidenden DFB-Bundestag bringt Bayern ein altbekanntes Modell zurück, das beim DFB eigentlich längst durchgefallen ist.

BFV-Präsident Kern fordert XXL-Drittliga

Die Regionalliga-Reform soll endlich dafür sorgen, dass alle Meister der vierten Ligen in Deutschland direkt in die 3. Liga aufsteigen.
Die Fans in den Kurven werben regelmäßig für das Kompassmodell. Das bevorzugen auch der DFB und die Mitglieder des NOFV.

Bayerns Fußballverband zauberte am Anfang der Woche eine alte Idee aus der Schublade. Eine Lösung, der der DFB längst eine Absage erteilt hat.

BFV-Präsident Christoph Kern erklärte im Bayerischen Rundfunk, er wolle eher die Struktur der 3. Liga verändern, statt die Regionalligen umzustrukturieren. „Wir werden ein neues Modell einbringen, das sogenannte 22/5-Modell“, kündigte er an.

Sein Plan: Die 3. Liga wird um zwei Teams auf 22 Mannschaften aufgestockt. Fünf Teams steigen künftig ab. So könnten die Meister aller fünf Regionalligen direkt hoch. Beim außerordentlichen DFB-Bundestag am 18. Dezember will Kern dafür einen Antrag stellen.

DFB erteilt Bayern-Idee eine Absage

Neu ist die Idee allerdings keineswegs. DFB-Geschäftsführer für Spielbetriebe, Manuel Hartmann, wies eine solche Aufstockung bereits im September deutlich zurück. „Jetzt einen fünften Absteiger zu fordern, ist nicht legitim“, stellte Hartmann bei MagentaSport klar.

Er erinnerte daran, dass die 3. Liga vor acht Jahren einen vierten Abstiegsplatz nur unter einer Bedingung schluckte: die damals versprochene Reduzierung der fünf Regionalligen auf vier Staffeln.

„Das wäre für die 3. Liga eine Schwierigkeit des Spielplans, finanzieller Stabilität und auch des Vertrauens“, erteilte Hartmann dem Vorstoß eine Absage. Die Drittligisten würden das schlicht nicht akzeptieren.

Angst vor dem Absturz in die Bayernliga

Dass Kern den Vorschlag nun trotzdem erneut platziert, dürfte die Fronten kaum aufweichen. Für den BFV steht vor allem der Erhalt der eigenen Regionalliga Bayern im Fokus.

Kern befürchtet, dass das Kompassmodell die Spielklassen im Freistaat massiv überfordert. Nach seiner Rechnung könnten theoretisch bis zu zwölf Teams in die bayerische Fünftklassigkeit abrutschen.

„Selbst eine Anzahl von fünf oder sechs, die in die Bayernliga absteigen könnten, wären ein großes Problem für den Unterbau“, warnte er. Zudem bemängelt der BFV unklare Fristen und die Ungewissheit für Klubs bei der jährlichen Neueinteilung.

Kompassmodell: Vier Ligen, vier Meister, keine Relegation

Der DFB verfolgt einen völlig anderen Ansatz. Die bisherigen fünf Regionalligen weichen vier Staffeln mit je 20 Mannschaften. Vor jeder Saison werden die Vereine nach geografischen Kriterien neu eingeordnet. Ziel sind möglichst kurze Wege.

Der große Vorteil für den Sport: Es gibt genau vier Meister und vier feste Aufstiegsplätze. Die ungeliebte Relegation fällt ersatzlos weg. Bei einer bundesweiten Vereinsabstimmung erhielt das Kompassmodell mit 50,6 Prozent die meisten Stimmen.

Der DFB will künftig auch die Trägerschaft der Regionalligen übernehmen. Nach einer Qualifikationssaison 2027/28 soll die neue Struktur 2028/29 an den Start gehen. Dafür braucht es am 18. Dezember eine Zweidrittelmehrheit auf dem DFB-Bundestag.

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