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Mölltaler Gletscher muss Saisonstart erneut verschieben

Umsatzeinbußen liegen bei mehreren 100.000 Euro. 2027 müssen nun fünf Millionen Euro in Beschneiungssysteme investiert werden. Neuer Saisonstart: 7. November.

© KK/Mölltaler Bergbahnen
Am Mölltaler Gletscher laufen die Schneekanonen heiß, um bis 7. November eine Piste zusammenzubekommen

Die Skisaison am Mölltaler Gletscher lässt weiter auf sich warten. Eigentlich hätten die Lifte planmäßig am 10. Oktober in Betrieb gehen sollen, aber die warmen Temperaturen machten eine Beschneiung unmöglich. Als neuer Saisonstart wurde der 23. Oktober festgelegt, aber auch dieser Termin konnte nicht eingehalten werden. Das Datum verschwand still und heimlich von der Homepage. Auf Anfrage der Kleinen Zeitung bei den Mölltaler Bergbahnen steht jetzt fest: Am Mölltaler Gletscher wird es in den Herbstferien keine Möglichkeit geben, die Pisten herunterzuwedeln. „Die derzeitigen Umsatzeinbußen, besonders aufgrund der fehlenden Einnahmen in den Herbstferien, betragen mehrere 100.000 Euro“, beschreibt Max Gottfried, Geschäftsführer der Mölltaler Gletscherbahnen, die aktuelle prekäre Situation.

Beschneit wird Tag und Nacht

Plan sei, einen Großteil der Lifte spätestens am 7. November in Betrieb zu nehmen, zumindest kann derzeit schon beschneit werden. „15 Kanonen sind aktuell in der Nacht und, wenn möglich, auch bei Tag im Einsatz“, sagt Gottfried, dessen angestellte Lift-Mitarbeiter nun andere Arbeiten am Berg erledigen müssen. Um eine optimale Pistenunterlage zu schaffen, bräuchte es laut Gottfried fünf bis sechs volle Tage, an denen ideale Temperaturbedingungen zum Beschneien herrschen. „Aktuell konzentrieren wir uns darauf, die Talpisten zu beschneien. Vor allem die Panoramabahn und die Gondel mit der Familienabfahrt sollen so schnell wie möglich öffnen und werden wieder optimale Pistenverhältnisse bieten“, sagt Gottfried.

Wir haben fast keinen Gletscher mehr, er ist über den Sommer nahezu weggeschmolzen. Der Gletscher hat alleine heuer fünf bis acht Meter an Höhe verloren.

— Max Gottfried, Geschäftsführer Mölltaler Bergbahnen

Die Pisten 1, 2 und 3 am Schareck, bei denen man auf Naturschnee angewiesen ist, werden allerdings erst Ende November zu befahren sein. Denn: Oben am Gletscher ist die Situation dramatisch. Zwischen den Jahren 2020 und 2025 gingen rund 42 Prozent der Gletscherfläche verloren. „Wir haben fast keinen Gletscher mehr, er ist über den Sommer nahezu weggeschmolzen. Der Gletscher hat alleine heuer fünf bis acht Meter an Höhe verloren“, sagt Gottfried. Dieser Zustand stellt die Mölltaler Bergbahnen vor neue Herausforderungen. Um den Skibetrieb nachhaltig zu sichern und nächstes Jahr zumindest in den Herbstferien starten zu können, muss der Gletscherbereich komplett umgebaut werden.

50 neue Schneelanzen und Kanonen geplant

Für die Mölltaler Bergbahnen bedeutet das, dass sie eine ungeplante Großinvestition tätigen müssen. „Wir werden nächstes Jahr fünf Millionen Euro in Beschneiungssysteme investieren müssen, um neue Pisten bauen zu können. Das müssen wir unbedingt, weil sie sonst nicht genutzt werden können“, sagt Gottfried, der auf Förderungen aus öffentlicher Hand hofft. Ab Sommer 2027 sollen im ersten Schritt die Gletscherpisten am Schareck modelliert werden. „Danach werden wir eine neue Wasserleitung für die Beschneiungsanlagen bauen“, sagt Gottfried. Rund 50 neue Schneelanzen und -kanonen werden im Zuge des Großprojektes aufgestellt.

Kein Geld zurück für Saisonkartenbesitzer

Bis zum Saisonstart heißt es für Saisonkartenbesitzer nun weiter warten. Die gekauften Karten behalten ihre Gültigkeit, Geld zurück gibt es nicht. „Wir haben keine Garantie auf den Saisonstart, das Skigebiet hat aber dann noch bis Ende Mai offen“, sagt Gottfried, der heuer mit den Mölltaler Bergbahnen rund 150.000 Euro in die Renovierung des Hotels Eissee auf 2800 Metern Seehöhe gesteckt hat, welches ebenfalls verspätet aufsperren muss. Auch die Hüttenbetreiber müssen sich laut Gottfried noch gedulden: „Sie warten nur mehr auf unser Go.“