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Auf den FC Bayern wartet am Dienstag ein schwerer Gegner – aber die Münchner müssen noch weitere Prüfungen meistern, warnt Stefan Effenberg. Dazu hat er einen wichtigen Rat für Julian Nagelsmann.
Wie schnell sich Situationen im Fußball verändern können, erlebt der FC Bayern gerade auf bitterste Art und Weise. Denn in den vergangenen Tagen und Wochen haben sich beim deutschen Rekordmeister fast zeitgleich mehrere Baustellen aufgetan, die sie nun vor große Probleme stellen könnten – und das ausgerechnet in dieser wegweisenden Saisonphase vor dem Jahreswechsel.
Die Lage ist ernst: Die Bayern stehen vor der wohl größten Herausforderung seit Jahren. Drei große Probleme müssen in den kommenden Wochen bewältigt werden.
Da ist das Personaldilemma der Münchner. Es ist natürlich hart, dass den Bayern gleich mehrere Stützen in der Offensive wegbrechen. Erst Jamal Musiala, der schon länger fehlt, dann Luis Díaz, jetzt Serge Gnabry und Ismael Saibari – das hinterlässt auch bei einer so hochkarätig besetzten Mannschaft wie den Bayern Spuren. All das, was sie so stark gemacht hat – ihre Unausrechenbarkeit, ihre Variabilität im Angriff –, ist weg. Bisher war es doch so: Lief es mal bei den Stammkräften nicht richtig, konnten sie locker noch große Namen von der Bank nachlegen oder die Spieler aus der Startelf 1:1 ersetzen. Auch dieser Möglichkeit sind die Bayern nun beraubt.
Da ist die Erkrankung von Trainer Vincent Kompany. Sein Fehlen könnte sich letztlich als fatal erweisen, auch wenn ihn sein Assistent Aaron Danks angemessen vertritt. Natürlich wird er ihn entsprechend anweisen und ihm einen Plan A, einen Plan B und vielleicht auch einen Plan C an die Hand geben.
Aber wenn ein teamintern so begnadeter Kommunikator, als der sich Kompany in seiner bisherigen Amtszeit in München erwiesen hat, ein Trainer, der seine Spieler so gut zu erreichen weiß, in so einer Phase plötzlich fehlt, stellt das auch die Spieler vor eine ungekannte Situation und wird in ihren Köpfen etwas auslösen. Und genau hier sind nun die erfahrenen Spieler in der Pflicht, in Kompanys Abwesenheit mehr Verantwortung zu übernehmen – sowohl auf dem Platz als auch in der Kabine. Dass Spieler wie Harry Kane, Joshua Kimmich oder auch Manuel Neuer das können, steht außer Frage.
Da ist die mittelmäßige Ausgangslage in der Champions League. Die Bayern sind nach fünf Punkten aus drei Spielen schon unter Druck. Ausgerechnet jetzt geht es am Dienstag gegen Atlético Madrid, eine der am schwersten zu bespielenden Mannschaften in der Champions League. Das wird ein ganz böses Spiel für die Bayern gegen diese bekanntermaßen physisch und aggressiv auftretende Mannschaft von Trainer Diego Simeone – eine echte Bewährungsprobe, wozu man unter Druck und unter schwierigsten Bedingungen in der Lage ist.