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Beim FC Hansa Rostock wächst nach zwei Niederlagen in Folge der Druck auf die Mannschaft. Besonders die Leistungen einiger Neuzugänge stehen zunehmend im Mittelpunkt. Sportdirektor Amir Shapourzadeh räumt ein, dass bislang nicht alle Verpflichtungen die erhoffte Verstärkung darstellen. Dennoch sieht der 43-Jährige keinen Grund, die sportlichen Ziele bereits infrage zu stellen.
Zehn Spieltage sind in der 3. Liga absolviert, doch beim FC Hansa Rostock ist von der angestrebten Rückkehr in die 2. Bundesliga bislang wenig zu erkennen. Die jüngsten Ergebnisse haben die Diskussion über die Leistungsfähigkeit des Kaders verstärkt. Dabei gerät auch die Transferpolitik zunehmend in den Fokus. Sportdirektor Amir Shapourzadeh, der für die Zusammenstellung des Kaders verantwortlich ist, gesteht ein, dass die bisherigen Leistungen einzelner Verpflichtungen nicht den Vorstellungen entsprechen. „Wir haben uns sicherlich von dem einen oder anderen bis dato auch mehr erhofft“, erklärte der 43-Jährige.
Ein Beispiel ist David Kopacz. Der offensive Mittelfeldspieler sollte dem Rostocker Angriff zusätzliche Qualität verleihen, wartet nach acht Ligaeinsätzen allerdings weiterhin auf seine erste Torbeteiligung. Auch Shapourzadeh sieht bei dem 27-Jährigen Steigerungsbedarf: „Wir haben ihn als wichtigen Faktor für uns geholt. Sicherlich weiß er auch, dass er besser spielen kann, dass auch mehr kommen muss.“ Kopacz selbst vertraut darauf, seine Leistungen im weiteren Saisonverlauf verbessern zu können. „Es wird kommen. Letzte Saison habe ich auch ein bisschen gebraucht“, erklärte er.
Kopacz steht mit seinen Schwierigkeiten nicht allein. Auch Ouassim Karada konnte in acht Drittligapartien weder einen Treffer erzielen noch einen vorbereiten. Yannick Michaelis ist ebenfalls noch ohne Torbeteiligung geblieben. Peter Kiedl wartet nach vier Einsätzen ebenso auf seinen ersten Scorerpunkt. Andere Neuzugänge haben bereits gezeigt, welches Potenzial in ihnen steckt. Bernie Lennemann überzeugte zunächst mit zwei Treffern und zwei Vorlagen, erhielt zuletzt allerdings deutlich weniger Spielzeit. Leon Dajaku kommt bislang auf zwei Tore und drei Assists, blieb in seinen vergangenen vier Begegnungen jedoch ohne weitere Torbeteiligung.
Damit fehlt es Hansa insbesondere an konstanten offensiven Beiträgen aus den Reihen der neu verpflichteten Spieler. Angesichts der Aufstiegsambitionen gewinnt diese Entwicklung zunehmend an Bedeutung.
Allerdings beschränken sich die Schwierigkeiten nicht auf die Offensive. Auch defensiv offenbarte Rostock zuletzt Schwächen. Torhüter Luca Unbehaun hinterließ bei zwei Situationen einen unglücklichen Eindruck. Für Shapourzadeh steht deshalb zunächst die mannschaftliche Leistung im Vordergrund. „Am Ende müssen wir alle besser und leidenschaftlicher unser Tor verteidigen.“
Die Diskussion über fehlende individuelle Qualität möchte der Sportdirektor dagegen nicht in den Mittelpunkt stellen. Als Beispiel verweist er auf Alemannia Aachen, wo Mika Schroers und Lars Gindorf in der vergangenen Saison zahlreiche Treffer erzielten, ohne dass die Mannschaft im Aufstiegskampf mitmischte. Entscheidender seien aus seiner Sicht grundlegende Eigenschaften wie Einsatzbereitschaft, Leidenschaft und Mut. Eine erfolgreiche Mannschaft müsse vor allem als Einheit funktionieren.
Von einer grundsätzlichen Neubewertung der Saisonziele will Shapourzadeh nach zehn Spieltagen nichts wissen. Schließlich stehen noch 28 Begegnungen aus. „Die Saison wird nicht im Oktober entschieden. Man muss die Dinge richtig einordnen“, so der Sportdirektor. Tatsächlich bleibt den Rostockern genügend Zeit, um den Anschluss im Aufstiegsrennen herzustellen.
Dafür muss die Mannschaft allerdings vor allem ihre Leistungen stabilisieren. Von den Neuzugängen wird erwartet, dass sie ihren Beitrag künftig regelmäßiger leisten. Die nächsten Wochen dürften deshalb nicht nur für die sportliche Entwicklung der Mannschaft, sondern auch für die Bewertung der bisherigen Kaderplanung aufschlussreich werden.