flag
back Zurück
Hoeneß legt bei Lennart Karl nach: „Da muss ich was machen“
Bayern Munich's German midfielder #42 Lennart Karl celebrates scoring the 0-2 goal with his teammates during the German first division Bundesliga football match between Mainz 05 and FC Bayern Munich in Mainz, south-western Germany on November 7, 2026. (Photo by Kirill KUDRYAVTSEV / AFP) / DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO
Bayern-Jungstar Lennart Karl

Uli Hoeneß verteidigt seine Kritik an Lennart Karl. Nach dessen jüngsten Treffern sieht sich der Bayern-Ehrenpräsident bestätigt – und reagiert auf den Jubel.

Uli Hoeneß bleibt bei seiner Haltung gegenüber Lennart Karl. Nach den beiden jüngsten Treffern des Bayern-Talents stellte der Ehrenpräsident im „Sonntags-Stammtisch“ des „BR“ augenzwinkernd einen Zusammenhang zwischen seinen mahnenden Worten und Karls Leistungen her. Er glaube, „an 50 Prozent seiner Tore der letzten Tage bin ich beteiligt“.

Hoeneß sah sich gezwungen, Karl zu kritisieren

Der Hintergrund: Hoeneß hatte Karls öffentliches Auftreten kritisiert, mehr Demut gefordert und ein ernstes Gespräch angekündigt. Nun machte der 74-Jährige deutlich, dass er seine Erfahrung weiterhin an die nächste Generation weitergeben möchte.

Dabei erwartet er auch die Bereitschaft, seine Ratschläge anzunehmen: „Wenn ein junger 18-Jähriger nicht von mir noch etwas annimmt, dann müssen wir aufhören.“

Hoeneß sieht sich ausdrücklich in der Verantwortung, bei jungen Spielern einzugreifen. „Da muss ich etwas machen“, erklärte er: „Da sehe ich mich auch in der Verantwortung, etwas zu sagen.“

Hoeneß spricht von „Influencerzeugs“ und „Schweinwelt“

Besonders kritisch beurteilt der langjährige Bayern-Macher den Einfluss der sozialen Netzwerke. „Social Media ist das größte Problem“, sagte Hoeneß im BR. Das „Influencerzeugs“ bezeichnete er als „Schweinwelt“.

Dabei unterschied er zwischen erfahrenen Profis wie Harry Kane und jungen Spielern, die mit der Aufmerksamkeit erst umgehen lernen müssen.

Hoeneß-Kritik löste öffentliche Debatte um Karl aus

Die Auseinandersetzung um Karl hatte sich in den vergangenen Wochen deutlich zugespitzt. Hoeneß forderte „Demut“ und kündigte ein „ernstes Gespräch“ an.

Seine Botschaft: Karl müsse sich zunächst sportlich weiterentwickeln, bevor er als Superstar betrachtet werden könne. Auch Vergleiche mit Michael Olise hielt der Ehrenpräsident für verfrüht.

Lennart Karl mit seiner Partnerin Zoe Käppele im Stadion
Lennart Karl mit seiner Partnerin Zoe Käppele im Stadion

Die Kritik traf Karl in einer sportlich schwierigen Phase. Nach Verletzungsproblemen suchte der Offensivspieler noch nach seiner früheren Leichtigkeit. Sportvorstand Max Eberl sprach von einem „Loch“ und dem „einen oder anderen Fehltritt“.

Karl antwortete zuletzt auf dem Platz

Daraufhin stellte sich Karls Berater Michael Ballack öffentlich vor seinen Schützling. Er kritisierte die Aussagen der Bayern-Verantwortlichen und deren Umgang mit dem 18‑Jährigen. Zusätzlich entstand eine Diskussion über Ballacks Doppelrolle als Spielerberater und TV-Experte.

Karl antwortete zuletzt auf dem Platz. Beim 2:0 gegen Atlético Madrid erzielte er den wichtigen Führungstreffer. Anschließend sorgte allerdings seine auffällige Jubelgeste für neue Spekulationen: Der Youngster deutete mit den Händen eine Sprechbewegung an. Ob diese tatsächlich Hoeneß galt, ist nicht bestätigt.

Uli Hoeneß
Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß

Hoeneß ließ erkennen, dass er die Geste gelassen nimmt, und erinnerte an frühere Diskussionen um Bastian Schweinsteigers schwarz lackierte Fingernägel. Schon damals hatte Franz Beckenbauer deutlich auf das Auftreten eines jungen Bayern-Spielers reagiert.

In Mainz legte Karl sportlich nach. Beim 2:1-Auswärtssieg traf er zum zwischenzeitlichen 2:0 und verzichtete diesmal auf einen auffälligen Jubel. Anschließend lobten Eberl, Joshua Kimmich und Kane seine Leistungen. Eberl beschrieb ihn als „unglaublich frech und furchtlos“ – und würdigte ausdrücklich seine Reaktion auf die Kritik.

Von Sebastian Mittag