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Felix Nmecha überzeugt beim BVB sportlich mit starken Leistungen, sorgt abseits des Platzes jedoch erneut für Diskussionen.
Am Samstag hatte Felix Nmecha noch mit seinen fußballerischen Qualitäten überzeugt, doch tags darauf sah sich der Profi von Borussia Dortmund wieder einmal massiver Kritik ausgesetzt. Die Fan- und Förderabteilung des BVB beklagte Nmechas Unterstützung des Netzwerks „Ballers in God“ und forderte eine „klare Abgrenzung von Ideologien und Netzwerken, deren dokumentierte Aussagen und Aktivitäten aus unserer Sicht mit den Werten eines weltoffenen und vielfältigen Borussia Dortmund nicht vereinbar sind“.
Die BVB-Fan- und Förderabteilung bezieht sich auf Recherchen des ARD-Magazins „Monitor“ und der „Sportschau“. Aus diesen gehe hervor, dass in diesem Umfeld Homosexualität beispielsweise als „Sünde“ und eine Abtreibung als „Satans Plan“ dargestellt wurde. Auch gehe es unter anderem um „extrem konservative Positionen gegen Homosexualität und Transidentität“.
Nmecha, der nach seinem Doppelpack beim 2:1 (0:0) gegen die SV Elversberg Gott gedankt hatte, ist streng gläubig. Bei der WM betete der Nationalspieler auf dem Platz. Beim Jubel nach seinen Toren deutet er an, eine Krone von seinem Kopf zu nehmen und diese kniend vor sich auf den Rasen zu legen. Dies tat er auch gegen Elversberg vor der Südtribüne. Die Geste verweist auf die Kampagne „The King’s Return“, die zum Netzwerk „Ballers in God“ gehört.
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Den BVB-Fans geht es nicht darum, Nmechas Glauben per se zu verurteilen. Er solle sich vielmehr von dem Netzwerk distanzieren, das für Werte stehe, die nicht mit Borussia Dortmund vereinbar sind.
Religion dürfe „niemals ein Freifahrtschein für Diskriminierung sein“, hieß es. Und: Man dürfe es nicht als „bloß private Religionsausübung“ abtun, wenn die Reichweite eines Profis „gezielt für Missionierung“ eingesetzt werde.
Nmecha erntete in der Vergangenheit immer wieder Kritik. In den sozialen Medien teilte er Inhalte, die als homophob und/oder queerfeindlich einzustufen sind. Auch trauerte er öffentlich nach der Ermordung des ultrarechten Aktivisten Charlie Kirk im September 2025. Der BVB gab sich bislang stets Mühe, Nmechas kontroverse Standpunkte zu relativieren. Nmecha, so die Message, sei zwar gläubig, aber nicht fanatisch. Das Thema Nmecha wird bei der Mitgliederversammlung am 22. November sicherlich kontrovers diskutiert werden.
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Sportlich ist Nmecha von riesigem Wert für den BVB, was auch die Gegner anerkennen. Der 26-Jährige sei ein „außergewöhnlich guter Spieler, der das Ding zweimal aus 20 Metern plus ins Tor nagelt mit 400 k/mh“, sagte Elversbergs Trainer Vincent Wagner im ZDF.
Und selbst Niko Kovac, der für gewöhnlich darauf verzichtet, einzelne Spieler hervorzuheben, lobte Nmecha ausführlich. Mit dem Mittelfeldchef erreiche Dortmund „ganz andere Dimensionen“, sagte der BVB-Coach: „Er macht seine Mitspieler so viel besser. Ich bin froh, dass wir ihn haben.“
Nmecha gibt nicht nur den Takt vor, sondern ist im zentralen Mittelfeld vor allem auch wegen seiner Torgefahr enorm wichtig. Mit vier Saisontoren ist er der erfolgreichste Schütze des BVB – vor Serhou Guirassy oder Fábio Silva und gleichauf mit Bayern Münchens Superstar Harry Kane. Offen bleibt jedoch, wie der Verein mit dem Menschen Felix Nmecha weiter umgeht. (sid/mp)