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Der Weltmeister: Kimi Antonelli fährt in Interlagos sein erstes Rennen als Titelträger.
Mit dem Großen Preis von Brasilien am Sonntag (18.00 MEZ/live ServusTV, Sky) geht die Formel 1 mit ihrem neuen Weltmeister in ihre viertletzte Runde. Oder ist es gar schon das vorletzte Rennen des Jahres? Worum es heuer noch geht.
Nach dem Gewinn der Fahrer-WM von Kimi Antonelli richtet Mercedes den Blick auf das nächste Ziel: die Konstrukteurswertung. Für die Rennställe ist diese Wertung oft wichtiger als der Fahrer-Titel, ist sie doch das wichtigste wirtschaftliche Fundament. Die Platzierung entscheidet über die Höhe der Einnahmen aus dem Formel-1-Preisgeldtopf. Auch die Prämien für die Teammitglieder richten sich oft nach dem Ergebnis in der Konstrukteurswertung, ist sie doch Auszeichnung für die Arbeit der gesamten Mannschaft. Sollte Mercedes in Interlagos drei Punkte mehr einfahren als Ferrari, wäre der Titel fix. Red Bull und McLaren kämpfen um Rang drei.
Der Weltmeister 2026 ist bereits bekannt, doch um Rang zwei entbrennt ein äußerst spannender Kampf. Max Verstappen (261 Punkte) liegt unmittelbar vor Lewis Hamilton (259), George Russell (250) und Charles Leclerc (245). Sogar Lando Norris hat als Sechster (221) noch Chancen. Vor allem Russell möchte sich mit Rang zwei für eine verkorkste Saison trösten. „Alles, was ich weiß, ist, dass ich alles gegeben habe – und 2026 nicht mein Jahr war“, sagte der Brite. „Für den Rest der Saison möchte ich wieder meine Performance wiederfinden.“
Die meisten Cockpits für 2027 sind schon vergeben. Trotzdem können einige Fahrer noch ihre Visitkarte abgeben. In São Paulo feiert ausgerechnet der Brasilianer Rafael Camara sein Debüt. Der 21-Jährige führt die F2-Meisterschaft an und ersetzt Esteban Ocon bei Haas. Der Franzose musste schon in Mexiko pausieren und wurde dort vom Japaner Ryo Hirakawa ersetzt. Grund dafür soll ein interner Vorfall sein. Details dazu sind aber nicht bekannt. Der Red Bull Konzern vergibt die Cockpits bei Racing Bulls immer nur für eine Saison. Es ist demnach offen, ob 2027 wieder Liam Lawson und Arvid Lindblad im Auto sitzen werden. Ein Kandidat soll der 19-jährige Bulgare Nikola Tsolov sein, der in der F2 auf Rang zwei liegt.
Eigentlich will die Formel 1 ihren Saisonabschluss am 29. November in Katar und eine Woche später in Abu Dhabi bestreiten. Doch die Spannungen in der Region aufgrund des Iran-Kriegs haben schon vor Monaten Zweifel an einem planmäßigen Ablauf aufkommen lassen. Die Formel 1 hat deshalb bereits vor Wochen begonnen, als Plan B in Imola Vorbereitungen für einen Grand Prix im Dezember zu treffen. Eine Entscheidung über ein mögliches Saisonfinale soll bis Dienstag getroffen werden.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff verwies auf Aussagen von F1-Geschäftsführer Domenicali und Weltverbandschef Ben Sulayem, wonach genau beobachtet werde, welche Richtlinien gelten, ob es Reisebeschränkungen gibt, ob Flüge eingestellt werden und welche Stellungnahmen die lokalen Behörden abgeben. „Es geht also nicht nur um die Veranstalter, sondern auch darum, was die Behörden tun.“
Sollte man allerdings am ursprünglichen Plan (Katar/Abu-Dhabi) festhalten und die Rennen dann doch nicht stattfinden können, hätte man ein Problem. Dann würde die Saison bereits nach 21 Rennen am 21. November in Las Vegas enden. ESPN zufolge hat die Formel 1 den Teams allerdings mindestens 22 Rennen zugesagt – mit diesen Einnahmen kalkulieren die Rennställe auch.