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Juan Carlos Ferreros künftige Arbeit mit Ben Shelton sollte nicht daran gemessen werden, ob er Carlos Alcaraz schlagen kann. Brad Gilbert lenkt den Blick stattdessen auf die Verbesserungen, die Shelton selbst braucht. Damit widerspricht er einer Deutung des Trainerwechsels, die vor allem die Begegnung zwischen einem Coach und seinem früheren Schützling in den Mittelpunkt stellt.
„Du darfst es nicht persönlich nehmen“, sagte Gilbert im Big T Podcast. Gemeint war die Vorstellung, die Arbeit mit einem neuen Spieler zum persönlichen Auftrag gegen den alten zu machen. Ferrero soll Shelton ab 2027 gemeinsam mit dessen Vater Bryan betreuen. Der sportliche Nutzen dieser Zusammenarbeit hängt davon ab, ob sie dem Amerikaner hilft, nicht davon, welche zusätzliche Geschichte Außenstehende daraus machen.
Shelton hat bereits einen starken Aufschlag, eine gefährliche Vorhand und große athletische Möglichkeiten. Beim Return bleibt dagegen Raum für Entwicklung. In den vergangenen 52 Wochen gewann er weniger als 15 Prozent der gegnerischen Aufschlagspiele; Alcaraz und Jannik Sinner lagen ungefähr bei 30 Prozent. Der Vergleich beschreibt einen Bereich, in dem sich zusätzliche Chancen auf entscheidende Spielgewinne ergeben könnten.
Daraus folgt nicht, dass Shelton seinen Stil vollständig verändern müsste. Ein Spieler mit solchen Stärken kann auch davon profitieren, häufiger in eine Position zu kommen, aus der er sie einsetzen kann. Verbesserte Auswahl der Schläge und größere Beständigkeit wären deshalb mehr als kosmetische Korrekturen. Sie könnten verhindern, dass sein Erfolg zu stark vom eigenen Aufschlag abhängt. Genau an solchen Fortschritten lässt sich Trainerarbeit sinnvoller beurteilen als an der emotional aufgeladenen Frage nach einem einzelnen zukünftigen Gegner.
Gilbert formulierte den Kern seiner Erwartung so: „Es geht darum, deinen Spieler zu einem besseren Spieler zu machen.“ Ferreros lange Zusammenarbeit mit Alcaraz bringt Erfahrung mit, doch Shelton hat ein anderes Spiel und andere Entwicklungsfelder. Erfolgreiche Betreuung würde bedeuten, diese Unterschiede ernst zu nehmen, statt eine frühere Partnerschaft mit einem neuen Namen fortzusetzen.
Für Shelton ist das besonders wichtig, weil er als Weltranglistenvierter und US-Open-Finalist bereits auf einem hohen Niveau ansetzt. Die nächsten Schritte müssen deshalb präzise sein. Mehr Aufmerksamkeit für einen prominenten Trainer hilft ihm nur begrenzt, wenn sie nicht in konkreten Verbesserungen ankommt. Gilberts Einwand verschiebt den Maßstab dorthin, wo er hingehört: zu Sheltons Entscheidungen, seiner Verlässlichkeit und seinen Möglichkeiten im Returnspiel. Ein mögliches Duell mit Alcaraz wäre dann eine sportliche Prüfung unter mehreren, nicht der Zweck der gesamten Zusammenarbeit.