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Von wegen Flop. Nick Woltemade kommt bei Juventus Turin langsam auf Betriebstemperatur. Seine Positionierung spricht wieder einmal Bände.
Turin – Zugegeben: Der Start von Nick Woltemade bei Juventus Turin war nicht gerade das Gelbe vom Ei. Doch auch ein Millionenstürmer ist nur ein Mensch, der wie viele andere etwas Eingewöhnungszeit benötigt. In der Europa-League-Partie gegen Stade Rennes (2:2) zeigte der deutsche Nationalstürmer eindrücklich sein gesamtes Skill-Set.
Am 1:0-Führungstreffer durch Mehmet Zeki Celik war Woltemade maßgeblich beteiligt. Bis an den Mittelkreis zurückgefallen, behauptete er in der fünften Spielminute den Ball und hatte dann das Auge für den durchstartenden Mitspieler, den er mit einem perfekt getimten Steilpass in der engen Lücke fand. Den 1:2-Rückstand zur Pause konnte aber auch Woltemade nicht verhindern, hatte jedoch auch keine Aktien bei den Gegentoren.
Es hatte aber auch Gründe, warum Woltemade nicht ständig im gegnerischen Strafraum zu finden war. Im Gegensatz zu seinem unsichtbaren nominellen Sturmpartner Randal Kolo Muani fiel Woltemade bis zu Kolo Muanis Auswechslung immer wieder in die Tiefe zurück, holte sich dort Bälle und agierte teilweise als verkappter Spielmacher.
Das, und seine punktuell sichtbare Agilität im Sturmzentrum, dürften Woltemade nach dem Rennes-Spiel an die Spitze der Juve-Sturmordnung gebracht haben. Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, traf der Deutsche in der 67. Minute zum zwischenzeitlichen 2:2 vom Punkt. Nicht nur übernahm er die Verantwortung, sondern gab sich auch so selbstbewusst, Torhüter Samba zu verladen und eiskalt in die Mitte des Tores einzuschieben.
Kurz darauf hätte Woltemade sogar noch das 3:2 erzielen können, doch sein Versuch wurde kurz vor dem Einschlag geblockt. Doch auch ohne zweites Tor zeigte er sich deutlich verbessert. Seinen Kritikern dürfte hingegen erneut klargemacht werden müssen, dass Woltemade nicht nur im Sturmzentrum unterwegs ist und deshalb nicht ausschließlich an seinen Toren gemessen werden darf. (sch)