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Alexander Zverev ist die neue Nummer eins der Tenniswelt. Mit seinem 6:4, 7:5-Erfolg gegen Tallon Griekspoor im Achtelfinale der Erste Bank Open in Wien hat der Hamburger den entscheidenden Schritt getan.
Zverev wird an der Spitze der Tennis-Weltrangliste mit großer Wahrscheinlichkeit mindestens bis zum Ende der Australian Open stehen, also insgesamt 13 Wochen. „Eine Woche mehr als Boris?“, fragte der 29-Jährige nach seinem Triump erstaunt – und legte noch stichelnd nach: „Sehr gut! Dann hat sich der Sieg ja gelohnt.“
Der Freund von Sophia Thomalla ist nach Becker erst der zweite Deutsche, dem dieser Aufstieg gelingt. Die Wimbledon-Legende hatte die Position insgesamt zwölf Wochen inne.
Zverev selbst ließ in Wien keinen Zweifel, worauf er anspielt. Ohne Beckers Namen zu nennen, erklärte er: „Mich hat immer nur einer die vergangenen Jahre kritisiert, so seit drei Jahren. Und das interessiert mich wenig. Immer, wenn er was gesagt hat, ist das Gegenteil passiert, damit kann ich sehr gut leben.“
Zverev ist erst der 30. Spieler überhaupt, der die Nummer eins der Herren-Tenniswelt ist. Vor 35 Jahren gelang Becker aus Deutschland zuletzt dieses Kunststück.
Natürlich profitiert Zverev auch davon, dass der ehemalige Weltranglistenerste Jannik Sinner in diesem Jahr aufgrund einer Verletzung keine Turniere mehr spielen wird. Auch Carlos Alcaraz war lange verletzt. Dadurch verloren beide automatisch Weltranglistenpunkte. „Ich wäre ein Idiot, hier zu sitzen und zu sagen, ich wäre so gut wie Jannik Sinner gewesen. Das war ich nicht“, sagte Zverev, der seine vergangenen zehn Duelle mit dem Südtiroler verloren hat.
In diesem Jahr hat sich Zverev aus dem Schatten des dreifachen Wimbledonsiegers, der insgesamt sechs Grand-Slam-Titel in seiner Karriere gewann, gelöst. Mit seinen Erfolgen zählt er zu den bedeutendsten Sportlern Deutschlands.
Auch die internationale Presse würdigte den Tokio-Olympiasieger. Die französische L'Équipe befand, Zverev sei „der neue Herrscher des Tennis“. Die spanische El Mundo Deportivo sprach von einer „magischen Saison“ und lobte ihn als „unermüdlichen Arbeiter“. (mbr)