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Alle Welt staunt über den jüngsten Formel-1-Weltmeister Kimi Antonelli (20). Selbst Insider wie sein alter Kart-Teamchef Nico Rosberg (41) hatten dem jungen Italiener nach dessen harzigen Debütjahr nicht diese dominante und mit dem frühzeitigen Titel gekrönte Saison zugetraut.
EXPRESS.de verfolgt Kimis Karriere, die in Deutschland richtig Fahrt aufnahm, schon länger und stellt den jungen Mann aus Bologna vor: So tickt der junge Champion Kimi.
Seine Entdeckung: Mit fünf Jahren setzte ihn Vater Marco Antonelli (62) erstmals ins Kart. Nach Jahren familiärer und regionaler Unterstützung folgte 2018 der Durchbruch: Der italienische Teamchef und Rosberg-Partner Dino Chiesa (59) machte den Leiter des Mercedes-Juniorprogramms, den Franzosen Gwen Lagrue (51), auf Supertalent Kimi aufmerksam. Der informierte Teamchef Toto Wolff (54), der ihn nach einer Sichtung verpflichtete. Rosberg erinnert sich: „Toto und Gwen haben Kimi entdeckt, wir haben ihn dann in mein Gokart-Team, der Rosberg Racing Academy, ausgebildet. Sein riesiges Talent hat man schon damals gesehen. Er war einer der Besten, die es jemals im Gokart gab.“
Sein Aufstieg: Nach seiner erfolgreichen Kart-Karriere (Europameister 2020 und 2021, WSK-Champion) stieg Kimi in die Formel 4 auf und setzte seinen Höhenflug fort. In der Saison 2022 der ADAC Formel-4-Meisterschaft gewann er in Hockenheim alle drei Rennen und krönte sich zum deutschen Champion. Die Formel 3 übersprang der Hochbegabte und bekam schon während der Formel-2-Saison einen ersten Test in einem 2012er-Silberpfeil. Nach einem erfolgreichen Shoot-out in Silverstone gegen den damaligen Mercedes-Ersatzfahrer Mick Schumacher (27) vertraute ihm Wolff das Cockpit des zu Ferrari wechselnden Rekordweltmeisters Lewis Hamilton (41) an. Wolff sagte im März 2024: „Wir haben einen jungen Mann, der sehr vielversprechend ist. Ich möchte keinen zusätzlichen Druck auf ihn ausüben, aber es sieht so aus, als könnte er einer der ganz Großen werden.“
Seine Entwicklung: In seinem Debütjahr war Kimi langsamer und fehleranfälliger als der erfahrene Teamkollege George Russell (28), und einige Experten zweifelten Wolffs Entscheidung an. Aber im Winter arbeitete er, auch mit einem Mentaltrainer, an seinen Schwächen und kam auch mit dem neuen Hybrid-Auto viel besser zurecht als Russell und fuhr fast fehler- und unfallfrei zum Titel. Selbst Rosberg staunt: „Seine Entwicklung ist unglaublich. Letztes Jahr wurde er fast entlassen, weil er so unter den Erwartungen performt hat und in neun Rennen ohne Punkte geblieben ist. Dann kommt er so zurück und wird Weltmeister. Wie hoch wäre denn Anfang des Jahres die Wahrscheinlichkeit gewesen, wenn man auf ihn als Weltmeister gewettet hätte? Das war für Experten undenkbar, dass er diese Saison so dominiert.“
Sein Umfeld: Bei Mercedes hat er ein professionelles Team und mit dem Spanier Sergi Avila (41) einen persönlichen Trainer und Physiotherapeuten, doch die wichtigsten Ratgeber bleiben seine Eltern Marco und Veronica. Sein Vater ist bei den meisten Rennen dabei, und sie teilen sich nach wie vor das Hotelzimmer. Seine Mutter ahnte schon früh, dass er Benzin im Blut hat: „Ich habe früher sogar versucht, ihn im Kinderwagen durch den Lärm der Rennautos in den Schlaf zu wiegen. Jeder, der mich sah, hielt mich für verrückt.“ Kimi wohnt auch noch bei seinen Eltern in San Marino und hat mit Schwester Maggie (11) ein inniges Verhältnis. Er bedankt sich: „Meine Familie hat ganz viele Opfer gebracht, um mich hierherzubringen. Es war eine unglaubliche Reise mit dem Team und meiner Familie.“
Seine Leidenschaft: Auch zwischen den Formel-1-Rennen trainiert Kimi hart für seine Fitness und Fahrkunst. Im Dezember 2025 trainierte er heimlich auf der Kartstrecke Daytona Motorsport in Milton Keynes und in der Sommerpause auf der Formula Kartbahn in Nürnberg. Beide Male schrieb er sich mit witzigen Pseudonymen ein, in England als „Henry Shovlin“ (sein Ingenieur heißt Andrew Shovlin) und in Nürnberg als „Franz Antonelli“ (in Anlehnung an Max Verstappens Nürburgring-Einschreibung als „Franz Herrmann“). Verstappen findet’s klasse: „Er ist einfach ein ganz normaler Junge, der sich nicht für einen Rockstar hält. Er ist bodenständig, und wenn er Freizeit hat, möchte er am liebsten jeden Tag im Rennauto sitzen.“
Sein Aberglaube: Den härtesten Kampf hatte Kimi nicht auf der Strecke, sondern aufgrund seines großen Vorsprungs mit voreiligen Gratulanten: „Wenn ständig Leute im Fahrerlager, Gäste und Fans zu einem kommen und zur Weltmeisterschaft gratulieren, ist es nicht einfach. Ich bin sehr abergläubisch.“ So pflegt er auch bestimmte Rituale und wäscht zum Beispiel sein Auto vor Fahrtantritt. Aus Aberglaube verzichtet er sogar auf die Startnummer eins des Weltmeisters: „Die Nummer 1 war für mich noch nie eine gute Zahl. Wann immer ich sie hatte, lief es extrem schlecht. Ich bleibe bei der Nummer 12, weil sie natürlich eine ganz besondere Nummer für mich ist. Sie ist für mich auch eine Möglichkeit, auf dem Boden zu bleiben und bescheiden zu bleiben.“
Sein Vorbild: Die Nummer 12 ist auch eine Hommage an sein Idol Ayrton Senna (+34). Zu Ehren des Brasilianers tritt er beim kommenden Rennen in Interlagos auch mit einer speziellen gelben Helmlackierung an erstmals als Weltmeister.
Seine Streiche: Der Gute-Laune-Weltmeister drückt seinen Liebsten und Teammitgliedern zum Geburtstag nur gerne Torten ins Gesicht oder spielt andere Streiche. Lieblingsopfer ist sein Renningenieur Peter Bonnington (51). Der Brite arbeitete schon an der Seite von Michael Schumacher und Hamilton und schwärmt von Kimi: „Er ist immer happy und ganz Instagram strahlt, wenn er Jokes macht. Er hat ein ganz neues Element ins Team gebracht.“