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Die Torhüter des FC Bayern: Wer spielt, und wenn ja, warum nicht?
Ist er gleich gut oder inzwischen besser? Jonas Urbig (links) mit Manuel Neuer.
Ist er gleich gut oder inzwischen besser? Jonas Urbig (links) mit Manuel Neuer.Sven Hoppe/dpa

Vincent Kompany hatte schon eine Weile über Martín Demichelis gesprochen, den Trainer des anstehenden Gegners RB Leipzig, als ihn auch noch eine Frage nach der zweiten Mannschaft des FC Bayern ereilte. Die spielt am Wochenende gegen den TSV 1860, was unabhängig von der Klassenzugehörigkeit (Regionalliga) in München immer noch für einen kleinen Ausnahmezustand reicht. Kompany nahm die Sache angenehm leicht und erklärte, dass „Dante viel mehr Haare hat als ich, aber nach diesem Spiel vielleicht nicht mehr“. Dante – ja, der Dante – trainiert seit Juli die sogenannten Bayern-Amateure und sieht ansonsten immer noch aus wie der Topverteidiger, der er bis vor Kurzem war. Das wäre übrigens mal eine super Frage: Wer war in seiner aktiven Zeit der beste Abwehrspieler von den dreien, Kompany, Demichelis oder Dante? Das könnte Geschmackssache sein, die seriöseste Auskunft wäre wohl von einem Kollegen dieser ehemaligen Weltklassesportler zu erwarten.

Auch diese Frage könnte also, wie so viele zurzeit beim FC Bayern, direkt zu Manuel Neuer führen. Neuer, 40, ist minimal älter als sein Trainer und nur zwei bzw. fünf Jahre jünger als Dante und Demichelis, aber selbstverständlich spielt Neuer noch. Also, wenn er spielt. Die Frage, ob er spielt, hat Kompany am Freitag offengelassen – da Neuer aber wegen einer unbenannten Verletzung die Tage davor nicht trainieren konnte und in Jonas Urbig, 23, eine fast gleich gute oder inzwischen sogar bessere Alternative zur Verfügung steht (wieder Geschmackssache), ist ein Einsatz des ehemaligen Nationaltorwarts unwahrscheinlich. Im Tor dürfte der neue Nationaltorwart stehen.

Der FC Bayern hat in der Torwartfrage zuletzt vieles richtig gemacht und sich dennoch ein kleines Politikum ins Haus geholt. Das Modell mit Neuer als Torwart 1a und Urbig als 1b klingt nach seriös verabredeter Staffelstabübergabe, leidet aber etwas unter dem Luxusfakt, dass Urbigs 1a-Leistungen seinen Bankplatz mitunter wie Verschwendung aussehen lassen. „Wir haben immer einen Plan und versuchen, diesen Plan durchzuziehen“, sagte Kompany am Freitag, „wir wissen schon seit einem Jahr, dass diese Diskussion kommen wird, und das ist doch schön.“ Seit Neuer sich bereiterklärt hat, seinen Nachfolger im laufenden Spielbetrieb onzuboarden, denkt Bayerns Trainerstab in Drei-oder-Vier-Spiele-Blöcken und definiert stets vorab, welches dieser Spiele Urbig abbekommen könnte. Änderungen im Plan sind aber ausdrücklich denkbar: Sollte einem der beiden mal ein Fehlerchen unterlaufen, würde er im nächsten Spiel eher wieder im Tor stehen. Nicht, dass es so aussieht, als müsste er auf die Strafbank.

Weil bei Bayern immer alles groß ist und der Name „Neuer“ eine ebensolche Wucht besitzt, wird dem Klub aber nichts anderes übrig bleiben, als Kollateralgeraune auszuhalten, nicht nur von Torwartgurus wie Oliver Kahn oder Jens Lehmann, die sich gerade skeptisch über Urbigs Tauglichkeit zur Nummer eins äußerten. Auch als Kompany vor dem Stavanger-Spiel erklärte, Neuer habe „was am Fuß gespürt“, aber das sei „eigentlich gar keine richtige Verletzung“, setzten sofort Spekulationen ein. Könnte das eine Sprachregelung sein, um Neuer nach seinem verunglückten Auftritt in Augsburg nicht zu beschädigen und trotzdem Urbig spielen zu lassen? Tatsächlich laboriert Neuer offenbar an einer Entzündung im Fuß, die fast ausgestanden sein soll. Was im Sinne des Drei-Vier-Spiele-Plans folgendes Szenario eröffnen würde: Urbig spielt gegen Leipzig. Neuer gegen den FC Arsenal und in Freiburg, im DFB-Pokal gegen Magdeburg dann wieder Urbig. Es sei denn, eine Verletzung oder ein Fehlerchen …

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