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Im anhaltenden und mit immer härteren Bandagen geführten Streit zwischen Spaniens Rekordmeister Real Madrid und Liga-Boss Javier Tebas hat nun Joan Laporta Stellung bezogen.
Barcelonas Präsident erhob schwere Vorwürfe gegen den sportlichen Erzrivalen aus Madrid und stellte sich unmissverständlich vor Tebas.
Vor Barcas Ligaspiel am Samstag bei Betis Sevilla (5:2) auf den Konflikt angesprochen, erklärte Laporta gegenüber Reportern, wie glücklich er sei, "Javier Tebas als Präsidenten der LaLiga zu haben, der über die Erfahrung verfügt, die solche Themen erfordern. Außerdem hat er ein gutes Gespür dafür, wie man diesen Angriffen von Madrid auf die LaLiga entgegenwirken kann."
Laporta legte aber noch gegen Real nach: "Es scheint, als wollten sie alles kaputtmachen, als wollten sie die LaLiga kaputtmachen, als wollten sie den Technischen Schiedsrichterausschuss kaputtmachen. Sie sind auch nicht zufrieden mit dem Verband, sie sind mit nichts zufrieden."
Und damit war immer noch nicht Schluss. "Zum Glück", so Laporta, habe Tebas "bereits tausend Schlachten hinter sich" und verfüge "über die nötige Erfahrung, um diese Angriffe abzuwehren, die eines Vereins, der Mitglied der LaLiga ist, unwürdig sind, denn sie nehmen eine Haltung ein, in der sie ständig alles angreifen, was getan wird."
Laportas Worten war die bislang womöglich schlimmste Eskalation im Streit zwischen Real und der Liga in Person von Tebas vorausgegangen. Der Madrider Klub forderte Tebas zum Rücktritt auf, nachdem dieser via X dem vereinseigenen TV-Sender Propaganda im Stile Nazideutschlands unterstellt hatte.
Zu diesem drastischen Vergleich hatte Tebas nach Reals Reaktion auf den jüngsten Platzverweis und die anschließende Bestrafung von Stürmerstar Vinicius Junior gegriffen.
Diese war wie schon häufig davor äußerst theatralisch ausgefallen. Die Protagonisten bei Real und Real Madrid TV wählten in der jüngeren Vergangenheit immer wieder das Mittel, sich selbst als Opfer zu inszenieren.
Als Opfer von Schiedsrichterentscheidung und als Opfer einer Verschwörung seitens der Liga gegen den Klub. Zum Modus Operandi zählen dabei Vorwürfe gegenüber Schiedsrichtern, dem Schiedsrichterwesen und der Liga mit Tebas an der Spitze.
Im aktuellen Fall nannte es Real in einem Statement "absolut unerträglich und außerordentlich schwerwiegend, dass jemand, der zwei der verantwortungsvollsten Positionen im spanischen Fußball innehat, einen Vergleich mit den Propagandamethoden des Nazi-Regimes zieht, um unseren Verein, seine Führung und seinen Fernsehsender zu diskreditieren. Die Klarstellung, dass er sich nicht auf die Nazi-Ideologie bezieht, ändert nichts an dem zutiefst beleidigenden, moralisch verwerflichen und institutionell unangebrachten Charakter seiner Äußerungen."
Es folgte die Forderung nach dem sofortigen Rücktritt des 64-Jährigen von seinen Ämtern als Präsident von LaLiga und Vizepräsident des Königlich Spanischen Fußballverbandes.
Tebas reagierte gelassen auf die Angriffe. "Ich habe in 13 Jahren den Überblick über die Momente verloren, in denen die Führungsspitzen von Real Madrid meinen Rücktritt gefordert haben", schrieb er bei X. Seine Position verlange "Unabhängigkeit" und kein "Schweigen gegenüber den kontinuierlichen, übertriebenen und beleidigenden Angriffen von Real Madrid TV".