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Im September gewann die Friedberger Wasserski-Sportlerin Lara Müller die U19-Weltmeisterschaft im niederländischen Weert. Eigentlich war ihr selbst gestecktes Ziel seit vier Jahren der Europameistertitel gewesen. Wie sich die 17-Jährige zur Weltmeisterin hochgekämpft hat.
„Ich habe das geschafft, was ich immer erreichen wollte“, sagt Müller im Rückblick auf die U19-Weltmeisterschaft. Vor sechs Jahren entdeckte sie den Wasserski-Sport für sich und tritt seitdem für den WSV Friedberg an. Inspiriert wurde Müller von ihrer Mutter und ihrem Bruder. Dieser überzeugte sie letztlich davon, in diesem außergewöhnlichen Hobby durchzustarten. „Viele fragen mich: Was ist Wasserski?“, sagt die Sportlerin. Es mache sie stolz, ihre Heimat in einem Sport gefunden zu haben, den nicht jeder kennt.
Wasserski ist laut Müller „komplett anders“ als Skifahren. Mit Neoprenanzug, Weste und Handschuhen werden die Sportlerinnen und Sportler an einem Lift durchs Wasser gezogen. Dabei geht es laut Müller um Körperspannung. Antreten können Wasserski-Fahrerinnen und -Fahrer in drei unterschiedlichen Disziplinen: im Slalom, im Springen und im Trick-Ski. Müller tritt als Kombiniererin an, dadurch habe man mehr Chancen, ins Team genommen zu werden oder in der Gesamtwertung zu gewinnen.
2021 schnupperte Müller auf ihrem Stammtrainingsgelände am Friedberger See das erste Mal Profi-Luft. Dort fand die Europameisterschaft der Junioren und Senioren an der Seilbahn statt und die Friedbergerin fasste einen Entschluss. „Bei so einem Wettkampf möchte ich unbedingt auch mal mitfahren“, erinnert sie sich. Im folgenden Jahr habe sie das Training dann ernster genommen, mehr Gas gegeben und sowohl ihre Leidenschaft als auch ihr Talent im Slalom gefunden.
Am Slalom fasziniere sie die Geschwindigkeit: „55 Stundenkilometer fühlen sich nicht so schnell wie beim Autofahren an“, erklärt die U19-Weltmeisterin. Der Sport sei anspruchsvoll, die Stürze schmerzhaft. Auch wenn sich Müller noch nie ernsthaft verletzt hat – immer wieder aufzustehen, durchzuziehen und zu kämpfen ist laut ihr elementar. „Dieses Jahr habe ich viel über Disziplin gelernt, aber auch das Team ist mir sehr wichtig“, sagt sie. Ihre Gegnerinnen seien ihre besten Freundinnen, die sie anfeuert und denen sie ohne Neid Erfolge gönnt. Man selbst muss laut ihr dann einen Schritt zurücktreten und sich auf sich fokussieren.
Der Weltmeistertitel ist ihr bislang größter Erfolg. Jedes Jahr nimmt Lara Müller an mindestens fünf Wettkämpfen teil – holte dabei bereits zweimal den deutschen Titel im Slalom und fuhr 2025 auf den dritten Platz bei der Europameisterschaft. Auch wenn die 17-Jährige den Wasserski-Sport nun professionell angeht, mehrmals pro Woche trainiert und bei Trainingslagern in Georgien und Florida dabei ist, bleibt ihr noch Zeit für Freunde und Familie. Mit dem Turnen und Tanzen habe sie jedoch aufgehört, der Sommer gehört dem Wasserski.
Im Winter endet zwar das Training auf dem Friedberger See, völlig entspannen kann sich Müller aber nicht. „Im Winter trainieren wir Kraft und Ausdauer, ich gehe außerdem ins Fitnessstudio“, sagt die Friedbergerin. Die nächste Wasserski-Saison beginnt für sie und den WSV im April. Die Ziele hingegen sind bereits jetzt gesetzt. Im Blick hat Müller die Europameisterschaft, die im September stattfinden wird. Bis dahin möchte sie so viele Wettkämpfe mitnehmen, wie es nur geht.