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Bereits einen Tag später steht das Duell mit Deutschland an, anschließend wartet am Montag mit Weltmeister und Olympiasieger USA eine Mammutaufgabe auf das Team von Alexander Bröms. Zum Abschluss der Gruppenphase geht es am Dienstag gegen die Schweiz (jeweils 19.00 Uhr, live in ORF Sport +).
Die junge Auswahl des Österreichischen Eishockeyverbands (ÖEHV) – 14 der 22 Kaderspielerinnen sind zwischen 17 und 22 Jahren – will sich jedenfalls auch vor den großen Namen nicht verstecken. „Natürlich spielen wir gegen die Besten der Besten. Aber wir dürfen auch nicht vergessen: Wir haben uns das hart erarbeitet, ein Teil von dem zu sein. Und wir spielen da oben jetzt. Ich glaube, da brauchen wir uns nicht zu verstecken und können mit Selbstbewusstsein in die Spiele gehen“, meinte Kapitänin Anna Meixner im ORF-Interview.
Die Vorfreude auf die historisch erste Teilnahme ist jedenfalls riesig. „Wir haben als gesamtes Team Gänsehaut bei dem Gedanken, endlich starten zu können. Und wir freuen uns einfach“, sagte die 32-Jährige. Dass sie die Mannschaft als Kapitänin auf das Eis führt, sei eine „unglaubliche Ehre. Die A-WM war sicher auch einer meiner großen Ziele. Und ich bin natürlich sehr, sehr stolz und froh, dass es bald so weit ist“, so Meixner.
„Ich glaube, da geht ein großer Kindheitstraum für viele von uns in Erfüllung. Das ist eine große Chance für uns alle, und wir freuen uns mega drauf“, sagte Lena Dauböck. Die Stimmung in der Mannschaft sei sehr gut, in Villach wurden die letzten Vorbereitungen auf das Großevent getroffen.
Dass die Athletinnen sich auf die Weltmeisterschaft in Dänemark freuen und auch alle Leistungsträgerinnen dabei sind, war im Sommer noch nicht abzusehen. Die Fronten zwischen dem Verband und den Spielerinnen waren verhärtet. Mangelnde Wertschätzung und Unterstützung hatten die Spielerinnen moniert und bis hin zur Drohung eines WM-Boykotts Verbesserungen eingefordert.
Dieser Streit ist nun beigelegt. „Wir sind absolut an einem Punkt, wo wir uns vollständig auf den Sport konzentrieren können", sagte Meixner. Alexander Helwig, Geschäftsführer des Österreichischen Eishockeyverbands, äußerte sich im ORF bezüglich dieser Causa und meinte: „Es herrscht wieder eine sehr positive Energie, der volle Fokus ist auf die WM in Dänemark.“
Österreichs Eishockey-Frauen treten bei der Weltmeisterschaft ab Freitag erstmals in der Topdivision an. Nach dem Streit im Sommer 2026 mit dem Verband samt Boykottdrohungen sind die Wogen geglättet, der Fokus liegt auf den sportlichen Erfolgen.
Um eine herzeigbare Lösung zu erarbeiten, brauche es manchmal auch einfach Zeit, so Helwig. „Und die Zeit haben wir uns genommen, um die Dinge bestmöglich zu lösen im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten. Und ich glaube, das ist gelungen. Wir haben eine sehr herzeigbare Lösung gefunden. Unter anderem mit sehr viel internationaler Expertise."
Die internationale Expertise kommt dabei von Gina Kingsbury. Die 44-jährige Kanadierin ist seit Herbst General Managerin des österreichischen Frauen-Teams. Als Spielerin war Kingsbury Olympiasiegerin, führte Kanadas Nationalteam als General Managerin zu Olympiagold 2022 und drei Weltmeistertiteln, ist seit drei Jahren General Managerin der Toronto Sceptres in der Profiliga PWHL und seit acht Jahren Mitglied im Frauen-Komitee des Weltverbands IIHF.
Im Herbst übernahm sie zusätzlich eine Führungsrolle bei den rot-weiß-roten Frauen und erhält dabei Unterstützung der ehemaligen kanadischen Teamchefin Melody Davidson. Kingsbury war sich der Spannungen im österreichischen Verband bewusst. „Ich wusste, sie sind durch Probleme gegangen. Ich habe gefragt, ob ich helfen kann, nicht unbedingt, dass ich Teil davon werde. Dann ist das Angebot gekommen“, meinte die 44-Jährige.
Kingsbury sagte zu, arbeitet nun seit einiger Zeit mit dem Verband zusammen und ist vom Potenzial der Österreicherinnen überzeugt. Sie sieht die Tiefe des Kaders und den Generationenmix als Stärken. Neben einem erfahrenen Kern gebe es gute junge Spielerinnen und starke Torhüterinnen. Besonders hob sie die Führungsqualitäten von Meixner und der in Nordamerika spielenden Theresa Schafzahl hervor.
„Es ist beeindruckend, dass du in einem Land, in dem 600 Frauen Eishockey spielen, Spielerinnen wie Theresa und Anna herausbringen kannst. Sie sind gute Leaderinnen, uneigennützig, Gewinnertypen. Das willst du von deinen besten Spielerinnen, das haben wir hier“, meinte die Kanadierin.
Die Verpflichtung Kingsburys habe die Arbeit im Verband professionalisiert, sagte Dauböck. „Sie ist ein voll netter und liebevoller Mensch. Sie bringt die richtige Energie rein. Sie weiß, wann sie was sagt. Wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass wir sie an unserer Seite haben“, meinte die 23-Jährige.
Nun gilt es, das Gelernte auf der größten internationalen Bühne umzusetzen. Dabei sei es wichtig, nicht nur körperlich, sondern auch mental bereit zu sein. „Es ist ein Traum wahr geworden, viele junge Spielerinnen werden auf die Stars beim Aufwärmen schauen. Aber wenn der Puck fällt, dann musst du spielen, wie du es gewohnt bist“, sagte Kingsbury.
Die Österreicherinnen sind jedenfalls für die Herausforderung bereit. „Ich glaube, dass uns durchaus eine Überraschung zuzutrauen ist. Wir wollen auf jeden Fall in der Topdivision bleiben und möglichst weit kommen“, sagte Helwig.
| Spielplan: | |||
| 06.11. | Österreich | Tschechien | 15.00 Uhr * |
| 06.11. | Schweiz | USA | 19.00 Uhr |
| 07.11. | Deutschland | Österreich | 19.00 Uhr ** |
| 08.11. | USA | Deutschland | 15.00 Uhr |
| 08.11. | Tschechien | Schweiz | 19.00 Uhr |
| 09.11. | Österreich | USA | 19.00 Uhr ** |
| 10.11. | Tschechien | Deutschland | 15.00 Uhr |
| 10.11. | Schweiz | Österreich | 19.00 Uhr ** |
| 11.11. | Deutschland | Schweiz | 15.00 Uhr |
| 11.11. | USA | Tschechien | 19.00 Uhr |
* live in ORF1
** live in ORF Sport +
| 1. | Österreich | 0 | 0 | 0* | 0** | 0 | -:- | 0 |
| . | Tschechien | 0 | 0 | 0* | 0** | 0 | -:- | 0 |
| . | Schweiz | 0 | 0 | 0* | 0** | 0 | -:- | 0 |
| . | USA | 0 | 0 | 0* | 0** | 0 | -:- | 0 |
| . | Deutschland | 0 | 0 | 0* | 0** | 0 | -:- | 0 |