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Die Hammer SpVg führt in der Fußball-Landesliga (4) gegen den ASK Ahlen, als Einwechselspieler Deen Begic einen umstrittenen Platzverweis kassiert. In Überzahl gleichen die Gäste noch aus.
Hamm – Als Schiedsrichter Jonathan Rupert das Nachbarschaftsduell der Fußball-Landesliga (4) zwischen der Hammer SpVg und ASK Ahlen beendete, gab es niemanden auf dem Platz im Betten-Kutz-Stadion, der wirklich zufrieden war. Vor allem HSV-Mittelfeldakteur Jan Erkeling war nur schwer zu beruhigen und machte seinem Unmut Luft.
Der Frust war verständlich, hatte der Unparteiische doch mit einer Entscheidung in der 77. Minute gravierend Einfluss auf das Spiel der beiden ambitionierten Mannschaften genommen. Mit 2:1 führte die HSV, als Rupert zur Überraschung der meisten Akteure auf dem Platz in die Gesäßtasche griff und dem gerade erst eingewechselten Deen Keanu Begic die Rote Karte vor die Nase hielt. In Überzahl gelang den Gästen noch durch Ilker Algan (86.) der späte Ausgleich zum 2:2 (1:1)-Endstand.
„Nach dieser Entscheidung kann man schon mal sehr sauer sein“, sagte Erkeling. „Für mich war die Rot-Szene ein normaler Kampf um den Ball. So Einfluss auf das Spiel zu nehmen, ist völlig unnötig. Wir hatten es in der zweiten Halbzeit komplett im Griff, haben da keine Chance mehr zugelassen. Dann kam die Rote Karte. Und mit zehn gegen elf ist es schwierig, zu bestehen.“ Begic selbst zuckte die Schultern: „Ich kam von der Seite, habe erstmal den Ball gespielt. Danach treffe ich ihn, er mich aber auch“, ärgerte sich der Nachwuchsmann.
In der Startphase hatte es noch gar nicht danach ausgesehen, dass es für die Gastgeber vor 143 Zuschauern überhaupt einen Punkt geben würde. Der Tabellenachte Ahlen kam, dominierte und traf. Emre Yesilova hatte den Ball vor das HSV-Tor gebracht, Yasin Acar ihn vor Janis Kindler ins Tor gespitzelt (12.).
Danach fand die HSV langsam besser ins Spiel. Und belohnte sich mit dem Ausgleich. Yesilova per Freistoß (18.) und Ismail Icen (35.) trafen zwar noch die Latte. Nach Ecke von Leandro Elbing war aber Fabian Holthaus mit dem Kopf für die HSV zur Stelle (43.). Sehr zum Ärger von Gästecoach Mehmet Kara. „In der ersten Halbzeit hatten wir alles im Griff bis auf die Ecke“, sagte Kara, dessen Team mit der Pause noch das 2:1 für die HSV hätte kassieren können, doch Elbing scheiterte an Jan Trahe im ASK-Tor. „Obwohl wir es in der Videoanalyse besprochen haben, machen wir den Fehler, dass wir die Lücke am kurzen Pfosten nicht schließen, das ärgert mich. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr so gut gespielt.“
Das sah Ralph Oberdiek ähnlich. „Die ersten 20, 25 Minuten haben sie uns richtig gut bespielt. Dann machen wir das 1:1, haben uns viel mehr zugetraut, Initiative ergriffen, ein bisschen umgestellt und durch Leo das 2:1 auf dem Fuß“, sagte der HSV-Coach. „Nach dem Wechsel haben wir ein richtig starkes Spiel gemacht. Ahlen hat bis zur 80. Minute nur noch einmal aufs Tor geschossen.“
Auf der anderen Seite musste ein deutlich heftigerer Patzer der Gäste zur Hammer Führung helfen. Denn Luca Hildebrandt vertändelte den Ball gegen Tomas Delcio Mateus am 16er. Der Hammer luchste ihm das Spielgerät ab und schob sicher ein. „So einen katastrophalen Fehler darfst du auf dem Niveau nicht machen“, monierte der Ex-HSVer Kara. „Danach waren wir kurz vor dem dritten Tor“, freute sich Oberdiek. „Dann war die Rote Karte der Knackpunkt. Alles in allem ein Punkt, den wir so mitnehmen gegen einen starken Gegner.“ Wenn auch zähneknirschend.