Zurück
Bacali Balasi. Wenn Joy-Lance Mickels durch die Straßen der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku läuft, erkennen ihn die Menschen. Den 1,81 Meter großen Fußballer, der eigentlich aus Siegburg bei Köln stammt und auch die Staatsbürgerschaft Ruandas besitzt. „Aber die Leute kennen mich manchmal gar nicht unter meinem Namen“, sagt der 32-Jährige. Stattdessen nennen sie ihn Bacali Balasi – Sohn Bakus, wie der Offensivspieler bei Prime Video verriet.
Torschützenkönig der Premyer Liqası, Gewinn des Doubles mit Sabah FK, Nationalspieler Ruandas – Anlass für Begeisterung der Fans gab es zuletzt genug. „Das ist ein gutes, ein schönes Gefühl“, sagt Mickels, der aber auch weiß: „Das kommt davon, dass ich Leistung auf dem Platz bringe. Ich hoffe, dass ich die auch heute Abend zeigen und Tore schießen kann.“ Denn heute Abend (18.45 Uhr/DAZN) trifft der Sohn Bakus mit Sabah FK in der Champions-League-Gruppenphase auf Borussia Dortmund.
„Für mich ist das vielleicht das wichtigste und schönste Spiel, welches ich erleben darf“, freut sich Mickels auf das Duell gegen den BVB. „Es ist die zweitbeste Mannschaft Deutschlands, aber wir hoffen, dass wir ein gutes Spiel machen und sie überraschen können.“ Der Plan dafür? „Wir werden uns nicht hinten reinstellen. Das ist nicht der Fußball, den wir spielen.“
Wie sich ein Torjubel in der Königsklasse anfühlt, das weiß der Angreifer schon. Beim Auftaktsieg gegen den tschechischen Meister Slavia Prag traf er zum 2:0-Endstand. „Ich hatte viel Glück bei dem Tor. Aber wie mir mal ein Trainer gesagt hat: Wer nicht schießt, der kann auch nicht treffen“, so Mickels im Prime-Interview. Dass er am Ende seiner Karriere noch einmal in der Champions League auflaufen würde, und nicht nur als Fan, sondern auch als Gegner auf seinen Lieblingsklub Manchester United treffen würde, damit hatte der Linksaußen nicht mehr gerechnet: „Ich zwicke mich jeden Tag, aber es scheint nicht zu helfen. Ich versuche, jeden Moment aufzusaugen, weil es sich anfühlt, als wäre es nur ein Traum. Aber ich habe es wirklich erlebt.“