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Ausgerechnet zwei Tage vor dem brisanten Niedersachsen-Derby gegen Hannover 96 greift Eintracht Braunschweig zu einer ungewöhnlichen Maßnahme. In Abstimmung mit der Polizei hat der Verein entschieden, das vorangehende U23-Heimspiel komplett ohne Zuschauer auszutragen. Der Grund: Sicherheitsbedenken!
Das Oberliga-Heimspiel gegen den VfV Hildesheim am Freitagabend (23. Oktober) findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Welche konkreten Gefahren Eintracht und Polizei befürchten, lässt der Verein zunächst offen – naheliegend ist aber ein Zusammenhang mit dem Derby am Sonntag (13.30 Uhr).
📌 Fakten
- Begegnung: Eintracht Braunschweig U23 gegen VfV Hildesheim.
- Anstoß: Freitag, 23. Oktober, um 19.30 Uhr.
- Spielort: B-Platz am Eintracht-Stadion.
- Tabellensituation: Eintracht ist Tabellenführer, Hildesheim liegt mit 20 Punkten aus zehn Spielen auf Rang sechs.
„Aufgrund zuschauerbedingter Sicherheitsbedenken“ habe man gemeinsam mit der Polizei Braunschweig beschlossen, keine Zuschauer zuzulassen, teilte der Verein am Donnerstag mit. Das bedeutet: Die Mannschaft von Uwe Möhrle muss im Heimspiel gegen den VfV Hildesheim ohne die Unterstützung ihrer Anhänger auskommen.
Bemerkenswert ist vor allem der Zeitpunkt der Entscheidung. Schließlich steht Braunschweig ein ohnehin hochbrisantes Wochenende bevor. Nur zwei Tage nach dem U23-Spiel empfängt die Profimannschaft den Erzrivalen Hannover 96 zum ausverkauften Niedersachsen-Derby.
Ob die Sicherheitsbedenken beim Oberliga-Spiel unmittelbar mit dem bevorstehenden Derby zusammenhängen, erklärt Eintracht allerdings nicht. Auch konkrete Erkenntnisse über mögliche Störungen beim Duell mit Hildesheim werden in der Mitteilung nicht genannt.
Dass die Sicherheitsbehörden rund um das Wochenende besonders aufmerksam sind, hat gute Gründe. Erst vor wenigen Tagen hatten mutmaßliche Hannover-Anhänger Eintracht-Fans bei der Vorbereitung ihrer Derby-Choreografie in der Braunschweiger Millennium-Halle überfallen und Material entwendet. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts des Raubes und des Landfriedensbruchs.
Hinzu kommt eine weitere Provokation: In Hildesheim waren Anfang der Woche rund 40 Plakate mit dem Schriftzug „Eintracht verrecke“ aufgetaucht. Die Polizei entfernte die Aushänge.
Auch die Bundespolizei hat für den Derby-Sonntag bereits besondere Maßnahmen angeordnet. Auf mehreren Bahnstrecken rund um Braunschweig gelten zeitweise Mitführverbote unter anderem für Pyrotechnik, Glasflaschen und Vermummungsgegenstände. Ein konkreter Zusammenhang zwischen diesen Vorfällen beziehungsweise Maßnahmen und dem Zuschauer-Ausschluss beim U23-Spiel ist allerdings nicht bestätigt.
Sportlich wartet am Freitagabend ein echtes Spitzenspiel. Die zweite Mannschaft der Eintracht hat zuletzt drei Siege in Folge gefeiert und führt die Tabelle der Oberliga Niedersachsen an. Mit Hildesheim gastiert ein weiterer ambitionierter Gegner in Braunschweig.
Immerhin gibt es abseits der Sicherheitsentscheidung eine positive Nachricht: Die Partie kann wieder auf dem B-Platz am Eintracht-Stadion stattfinden. Nach weiteren Arbeiten an der Rasenplatzdrainage wurde die Anlage für Pflichtspiele freigegeben.
Während die U23 damit vor leeren Rängen um wichtige Punkte kämpft, laufen die Vorbereitungen auf das große Derby weiter. Spätestens am Sonntag werden im Eintracht-Stadion wieder Tausende Anhänger aufeinandertreffen. Dann soll der Fußball im Mittelpunkt stehen.