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Für Manuel Neuer hätte das Gastspiel in Mainz einen besonderen Platz in seiner Karriere einnehmen können. Mit 40 Jahren und 225 Tagen löste er Bernd Dreher als ältesten Bundesliga-Spieler des FC Bayern München ab. Nach dem 2:1-Erfolg stand jedoch ein anderer Moment im Mittelpunkt.
Noch vor der Halbzeit musste der Kapitän das Feld verlassen. Erst wenige Tage zuvor hatte er beim Champions-League-Sieg gegen Atlético Madrid sein Comeback gefeiert. Nun bereitet ihm erneut der rechte Fuß Probleme.
Nach Informationen des Kicker soll Neuer am Sonntag einen Spezialisten aufsuchen. Die Untersuchung soll klären, was hinter den wiederkehrenden Beschwerden steckt und wie es für den Torhüter weitergeht. Eine genaue Diagnose und eine belastbare Prognose zur Ausfallzeit stehen bislang aus.
Die Probleme traten in Mainz bei einer Szene in der 40. Minute auf. Neuer verpasste eine von Jonathan Tah verlängerte Freistoßflanke, anschließend köpfte Jae-Sung Lee ins Tor. Während die Gastgeber zunächst jubelten, blieb der Bayern-Keeper sitzen und ließ sich behandeln.
Der Treffer wurde nach einem längeren VAR-Check wegen Abseits aberkannt. Für Neuer war die Partie dennoch beendet: Jonas Urbig übernahm. Laut kicker soll sich der Kapitän die Blessur beim Absprung zugezogen haben.
Dass Neuer das Stadion später ohne erkennbare Einschränkungen verlassen konnte, lässt noch keinen sicheren Rückschluss auf die Schwere der Verletzung zu.
Bereits nach dem 2:0 bei Atlético hatte Neuer eingeräumt, dass ihn der Fuß weiterhin beschäftigte. "Ich habe jeden Tag Schmerzen beim Gehen gehabt", erklärte er nach seiner Rückkehr.
"Wenn er dann mal rausgeht, ist es leider wahrscheinlich etwas Ernsthaftes"
Joshua Kimmich zur Verletzung
Entsprechend besorgt äußerte sich Joshua Kimmich nach dem neuerlichen Rückschlag. Neuer zeige Schmerzen normalerweise kaum. "Wenn er dann mal rausgeht, ist es leider wahrscheinlich etwas Ernsthaftes", sagte der Mittelfeldspieler.
Die anstehende Länderspielpause verschafft dem Kapitän zunächst Zeit für Untersuchungen und Behandlung. Ob sie für eine Rückkehr ausreicht, hängt vom Befund ab.
Laut Kicker musste Neuer im Kalenderjahr 2026 bereits viermal während eines Pflichtspiels verletzungsbedingt ausgewechselt werden, jeweils in der Bundesliga. Zuvor waren es in seiner Karriere innerhalb eines Kalenderjahres höchstens zwei solcher Auswechslungen gewesen.
Die Häufung wirft damit auch Fragen nach der langfristigen Planung auf. Sky-Experte Dietmar Hamann verwies darauf, dass häufige Wechsel zwischen den Torhütern der Abwehr nicht unbedingt Sicherheit geben würden.
Sportvorstand Max Eberl ließ sich nach der Partie jedoch nicht auf eine grundsätzliche Torhüterdebatte ein. Mit Urbig verfügen die Münchner über einen Vertreter, der bereits mehrfach kurzfristig übernehmen musste.
Zunächst steht ohnehin die Untersuchung des Kapitäns im Vordergrund. Erst danach lässt sich beurteilen, ob Bayern lediglich eine weitere kurze Pause überbrücken muss oder länger auf Neuer verzichten wird.