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von Marcel Eichholz · Heute, 13:05 Uhr · 0 Leser
Jahrzehntelang war das Wort „Lückenschluss“ ein Dauerbrenner rund um den MSV Duisburg. Wer an der Wedau die Verantwortlichen reden hörte, wusste meist: Es geht ums Geld, und es geht um die Zukunft. Heute klingt die Lage anders. Der Verein hat das Geschäftsjahr der Drittliga-Saison 2025/26 mit einem Plus abgeschlossen.
Die Zahlen, die der MSV nennt, sind beachtlich: Die Gesamtleistung lag bei 23 Millionen Euro, davon entfielen 22,1 Millionen Euro auf die Umsatzerlöse. Ein Wert, den der Klub als neue Drittliga-Bestmarke einordnet. Am Ende blieb ein Jahresüberschuss von rund 1,3 Millionen Euro nach Steuern.
"Wir haben unser wirtschaftliches Ziel erreicht: den MSV finanziell weiter zu stabilisieren und die Kräfte rund um unseren Spielverein zu bündeln und zu bewahren", sagt Marvin Schmickler, Kaufmännischer Leiter und Prokurist bei den Zebras. Den Erfolg führt er auf die Menschen rund um den Verein zurück: "Das haben wir unseren Fans, Partnern, Sponsoren und der Stadt zu verdanken - sie haben uns vereint mit der Mannschaft ein in allen Aspekten besonderes Jahr nach Rückkehr in die 3. Liga beschert."
Die Frage liegt nahe, woher der Überschuss stammt, nachdem die 3. Liga in der Vergangenheit stets für Rote Zahlen sorgte und ob ein Teil davon in den Kader fließt. Die Antwort des Vereins fällt nüchtern aus: Der Gewinn beruht vor allem auf eigenen Einnahmen. Ticketing, Sponsoring und Merchandising machen rund 82 Prozent der Gesamtleistung aus.
"Der Jahresüberschuss resultiert in erster Linie aus der signifikanten Stärkung unserer eigenen Erlösquellen", erklärt Schmickler. "Dies verdeutlicht eindrucksvoll, dass sich der MSV im Hier und Jetzt aus eigenen Kräften trägt", unterstreicht der Kaufmännische Leiter weiter. Gleichzeitig dämpft der Verein die Erwartungen. Die Drittliga-Wirtschaft bleibt schwierig: "Wir wissen aber weiterhin um die grundsätzlichen wirtschaftlichen Herausforderungen der 3. Liga: auf Sicht wird es in dieser Liga schwer."
Der Klub sieht sich nach eigener Aussage auf einer soliden Basis. "Wir haben jetzt ein stabiles Fundament geschaffen, von dem aus wir die nächsten Schritte gehen können. Mit Augenmaß, aber mit dem - berechtigten - Anspruch, bald wieder in die 2. Bundesliga zurückzukehren."
Der Weg dorthin ist für Schmickler ein gemeinsamer: "Wir haben uns in der jüngeren Vergangenheit gemeinsam eine wirtschaftlich stabile Grundlage erarbeitet, müssen aber für die Zukunft die Kräfte weiter bündeln und Synergien schaffen."
Die größte Herausforderung steht allerdings bereits fest. Ab Herbst 2027 wird das Dach des Stadions saniert. Die Arbeiten sind notwendig, werden aber über mindestens zwei Jahre hinweg bei laufendem Spielbetrieb stattfinden. Die Folge: weniger Zuschauer-Einnahmen und Einbußen bei Ticketing und Hospitality.
"So notwendig diese Baustelle ist, so sehr wird die Umsetzung bei laufendem Spielbetrieb allen Beteiligten einiges abverlangen - insbesondere unseren Fans", sagt Schmickler. Der Verein will den Prozess eng mit allen Beteiligten abstimmen. Das Ziel laute, die Einschränkungen für die Anhänger und die finanziellen Belastungen so gering wie möglich zu halten.
Bei aller Nüchternheit schwingt auch Stolz mit. Wer sich vor Augen führe, wo der MSV nach dem Abstieg in die Regionalliga West stand und was seitdem erreicht wurde, erkenne einen enormen Kraftakt, betont Schmickler. "Möglich war das nur durch den außergewöhnlichen Zusammenhalt rund um unseren MSV. Darauf können wir stolz sein, ohne dabei zu vergessen, dass wir noch nicht am Ziel sind."