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Mit 63 Jahren einen halben Ironman: Triathletin Lisa Gregorovic will andere Frauen ermutigen

Wenn Lisa Gregorovic von Sport erzählt, geht es nicht um Zeiten, Platzierungen oder Pokale. Es geht um Lebensfreude, Bewegung und das Gefühl, den eigenen Körper zu spüren. „Ich brauche Sport, um zu überleben“, sagt die 63-Jährige., die zwar mit Wettkampfsport relativ spät begann, jetzt aber im Triathlon ihre Erfüllung gefunden hat. Und das will sie weitergeben.

Mit vier Geschwistern wuchs Gregorovic auf einem Bauernhof in Igling auf. Als Sandwichkind musste sie sich zwischen den Älteren und den Jüngeren behaupten. Auf dem Hof packten alle mit an, Sport spielte in der Familie keine Rolle. Ihre Eltern hätten dafür schlicht keine Zeit gehabt. Im Schwimmbad sei sie mit ihnen nie gewesen. In Bewegung war sie dennoch. Nach ihrer Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau fuhr sie die fünf Kilometer zur Arbeit mit dem Fahrrad. Auch mit dem Joggen begann sie, zunächst nur zwei oder drei Kilometer. „Aber ich habe das geliebt.“

Die Disziplin Schwimmen verlangt Lisa Gregorovic einiges ab

Mit 25 Jahren startete sie beim Penzinger Triathlon, obwohl sie das Schwimmen nie richtig gelernt hatte. Bis heute ist es ihre schwierigste Disziplin. „Schwimmen verlangt mir einiges ab.“ Ihre Ziele setzt Gregorovic Schritt für Schritt: Vor zehn Jahren nahm sie sich einen Marathon vor und lief ihn in Berlin. 2022 absolvierte sie in Erding ihre erste olympische Triathlon-Distanz – bei 38 Grad Hitze. Im Jahr darauf fuhr sie als Teil einer Staffel 180 Kilometer Rad. „Das war für mich ein emotionales Erlebnis.“ Nun plant sie den nächsten großen Schritt: Im kommenden Jahr möchte sie erstmals eine Mitteldistanz bewältigen. Dazu gehören 1,9 Kilometer Schwimmen (dafür will sie im Winter das Kraulen lernen), rund 90 Kilometer Radfahren und ein Halbmarathon, die Hälfte der beim Ironman geforderten Strecken.

Für die 63-Jährige Iglingerin ist Sport keine Leistungsschau

Bei Wettbewerben liebt Gregorovic die Atmosphäre, die Platzierung sei zweitrangig. Schade findet sie, dass so wenige Frauen ihrer Altersklasse noch Triathlon bestreiten. „Ich würde mir wünschen, andere Frauen mit meiner Begeisterung anzustecken.“ Der erste Schritt sei wichtig und sie würde auch unterstützen – der Einstieg müsse nicht groß sein: „Erst einmal kleine Schritte.“ 100 oder 300 Meter laufen, ein Stück gehen, dann wieder laufen. Sie würde Frauen sogar begleiten: „Ich selbst würde die Strecke durchlaufen, immer wieder umkehren und die Frauen dort abholen, wo sie gerade sind.“ Für Gregorovic ist Sport keine Leistungsschau. Er bedeutet Lebensfreude, Freiheit und ein Stück Lebenselixier. Mit 63 Jahren läuft, schwimmt und radelt sie weiter. Das nächste Ziel steht fest: die Mitteldistanz.