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Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters stand Joshua Kimmich beim Bundesliga-Klassiker gegen Borussia Dortmund am Samstag wieder auf dem Platz. Anschließend erzählte der 31-Jährige, dass die Rückkehr zur Normalität manchmal helfe, aber die letzte Woche für ihn und seine Familie auch sehr hart gewesen sei.
"Mein Vater hat mich immer begleitet, stand immer an meiner Seite, hat mich immer unterstützt und in Phasen an mich geglaubt, in denen ich es selber nicht getan hab", sagte der DFB-Kapitän am ARD-Mikrofon. Deswegen sei es auch nicht einfach für ihn, wieder Fußball zu spielen, denn gerade dabei müsse er am meisten an seinen Vater denken.
Berthold Kimmich war in der vergangenen Woche im Alter von 57 Jahren gestorben. Sein Sohn hatte daraufhin drei Pflichtspiele gefehlt und dann gegen den BVB seine Mannschaft als Kapitän auf den Platz geführt. Fußball helfe manchmal in der Trauer, sagte Kimmich. "Es war wichtig, wieder zurückzukommen, wieder zu versuchen, in den normalen Alltag zu kommen. Auch wenn man sich manchmal wünscht, dass so die Welt ein bisschen stehenbleibt. Aber sie dreht sich leider - und zum Glück - weiter."
Er sei froh, wieder bei der Mannschaft zu sein. Kimmich dankte für das Mitgefühl und die Beileidsbekundungen, die ihn und seine Familie erreichten. "Die Anteilnahme vom Verein, vom DFB, von allen Menschen drumherum, war sehr besonders. Das hat mir sehr viel bedeutet", sagte er.
Es war auch zu beobachten, wie Dortmunder Nationalmannschafts-Kollegen wie Nico Schlotterbeck ihn nach dem Schlusspfiff in den Arm nahmen. Auch BVB-Coach Nico Kovac hatte Kimmich kondoliert.
Nicht nur privat ging Joshua Kimmich durch eine schwierige Zeit, auch der FC Bayern hat turbulente Wochen hinter sich. "Die letzten ein, zwei Wochen waren nicht einfach für uns", gestand Kimmich, "auch die Situation mit dem Trainer", führte der Mittelfeldchef an.
Dazu kam das dreifache Verletzungspech der Offensivstars. Ismael Saibari (Fuß) humpelte an Krücken aus der Allianz Arena. Serge Gnabry erwischte es schon wieder am Muskel. Und auch der unersetzliche Michael Olise musste beim 2:2 (1:0) gegen Borussia Dortmund zumindest angeschlagen vom Platz.
"Da merkt man, was es heißt, ein Team zu sein. Und wenn ich in der Kabine sitze, habe ich das Gefühl, wir sind ein sehr, sehr gutes Team", sagte Kimmich. "Mein Vater hat auch immer gesagt, am Ende des Tages ist es nur Fußball, das müssen wir uns schon auch immer wieder vor Augen führen. Das Wichtigste ist die Gesundheit. Deswegen ist es sehr bitter, dass die drei jetzt ausfallen."
Aber der Nationalspieler weiß, worauf es jetzt ankommt, wenn sie am Dienstag in der Champions League gegen Atlético Madrid ranmüssen. "Für uns geht es weiter. Wir müssen trotzdem Ergebnisse liefern und da ist es wichtig, dass man sich gegenseitig unterstützt und bei Fehlern füreinander da ist. (...) Dann glaube ich auch, dass wir Spiele wieder gewinnen werden", sagte Kimmich selbstbewusst.