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Zlatko Tripic bringt den FC Bayern zum Verzweifeln. Der Kapitän von Viking Stavanger hat dabei auch in Deutschland eine brisante Vergangenheit.
Stavanger – Der FC Bayern patzt in Norwegen. Zwei Tore aufgeholt, Spiel gedreht und am Ende trotzdem nicht gewonnen. So lässt sich der Abend der Münchener in Stavanger ganz grob zusammenfassen. Dass der deutsche Rekordmeister im Süden Norwegens den Platz nach 90 Minuten nicht als Sieger verließ, lag vor allem an zwei Spielern: Michael Olise – und auch Viking-Kapitän Zlatko Tripic.
Der Kroate brachte die Bayern mit seiner Spielweise über die kompletten 90 Minuten zur Weißglut. Schon in der ersten Halbzeit nervte der 33-Jährige mit seiner unangenehmen Spielweise die Bayern-Stars. Und spätestens in der 74. Minute hatte Tripic sein Ziel erreicht. Olise warf nach einem Wortgefecht mit dem Kroaten diesem den Ball ins Gesicht. Die Folge? Platzverweis für den Franzosen und ein erneuter Turning Point im Spiel.
Viking kam in der 90. Minute noch einmal zurück, die Münchener standen letztendlich mit nur einem Punkt da und müssen zu allem Überfluss im Topspiel nächste Woche gegen den FC Arsenal auf Olise verzichten. Auch wegen Tripic. „Er hat gespielt wie ein Drecksack. Er wollte das Spiel gewinnen, wir haben uns provozieren lassen und er hat das erreicht, was er wollte“, analysierte Max Eberl die Spielweise des Kroaten nach dem Spiel.
Tatsächlich fiel Stavangers Nummer zehn über die kompletten 90 Minuten mit seiner Spielweise am Rande der Legalität auf. Schubser gegen Olise in der ersten Halbzeit, ein Nackenschlag gegen Konrad Laimer in der zweiten Halbzeit: Tripic war über die kompletten 90 Minuten on fire – auch weil ihn Schiedsrichter Georgi Kabakov gewähren ließ. Zudem bereitete der Viking-Kapitän die norwegischen Treffer eins und drei vor.
Nach dem Spiel sah sich auch Tripic in seinem Vorgehen bestätigt. „Es ist toll, dass sich ein solcher Spieler, der höchstwahrscheinlich eines Tages den Ballon d’Or gewinnen wird, über einen Typen aus Oftebro und Lyngdal ärgert. Er hätte nicht erwarten sollen, dass er es hier allzu bequem haben würde. Und als es mir gelang, ihn von dem abzulenken, was er außergewöhnlich gut kann, verlor er schließlich die Beherrschung und warf mir den Ball ins Gesicht. Ich habe das Gefühl, dass ich dieses Duell mit ihm gewonnen habe“, sagte der 33-Jährige nach dem Spiel gegenüber TV2.
Der Kroate ist dabei auch in Deutschland kein unbeschriebenes Blatt. Von 2015 bis 2017 lief der Offensivspieler für die SpVgg Greuther Fürth in der 2. Bundesliga auf. Auf dem Platz sorgte er in dieser Zeit weniger für Schlagzeilen, dafür mit einem Party-Besuch. 2016 stürzte er am Osterwochenende wegen einer Schlägerei in einer Nürnberger Disco von einer vier Meter hohen Empore in die Tiefe, erlitt einen Bruch des Schädeldachs und fiel für den Rest der Saison aus.
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Tripic erholte sich zwar vollständig von dem Unfall, seine Tage in Fürth aber waren gezählt. Über Sheriff Tiraspol zog es den in Norwegen aufgewachsenen Kroaten 2018 erstmals zu Viking Stavanger. Nach einem kurzen Intermezzo bei Göztepe Izmir kehrte Tripic 2021 nach Stavanger zurück – und erlebt derzeit wohl seine beste Phase der Karriere. Die Bayern können spätestens seit Dienstagabend davon ein Lied singen… (kk)