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Erste Formel-1-Motorstrafe für Audi: Starke USA-Trainings mit bitterem Beigeschmack
Gabriel Bortoleto muss in Austin eine Strafe absitzen, Foto: IMAGO / PsnewZ

Mit einem achten und einem elften Platz signalisierte Gabriel Bortoleto am ersten Tag der Formel 1 in Austin in beiden Trainings gleich: Mit Audi ist im USA-GP - auch dank weiterer Updates - zu rechnen. Bortoleto selbst aber wird die Jagd auf die nächsten Punkte mit einer Motorstrafe signifikant erschwert.

17 Rennen lang hatte Audi davor straffrei durchgehalten. Alle anderen aktuell in der Formel 1 antretenden Hersteller mussten in dieser Saison bereits mindestens bei einem Auto bei irgendwelchen Motorkomponenten das Limit überschreiten. Nur die deutschen Neueinsteiger harrten bis zum USA-GP aus.

Doch bei den finalen Vorbereitungen für das 18. Wochenende bestätigte sich schließlich, dass bei Bortoleto eine vierte neue Batterie und eine vierte Hybrid-Steuereinheit verbaut werden musste. Das Reglement erlaubt von diesen beiden Komponenten jeweils nur drei pro Saison. Also kassiert Bortoleto in Austin 20 Strafplätze, die automatisch in einen Start vom Ende des Feldes umgewandelt werden.

Sofern nicht noch jemand am Samstag oder Sonntag in großem Umfang Motorteile wechselt, ist Bortoleto damit der 22. Startplatz im Rennen sicher. "Heute am Morgen, da ist es passiert, da habe ich es gehört", bestätigt er am Freitag die kurzfristige Natur der Entscheidung.

Neue Audi-Teile in Austin-Trainings ein Erfolg

"Es ist bitter, aber relativ zu vielen anderen Teams ist das recht spät in der Saison", sieht Audi-Rennleiter Allan McNish das Positive. Die verbleibenden fünf Wochenenden sollten ohne weitere Strafen ablaufen: "Das hoffen wir, aber du kannst es nie ausschließen. Das ist dieser Punkt im Jahr, wo diese Dinge sich einschleichen." Bei Verbrenner, Turbo und Energie-Rückgewinnung sind beide Fahrer jetzt am Limit, jeder weitere Wechsel wäre straffällig. Nico Hülkenberg hätte aber immerhin noch Puffer bei Batterie und Steuereinheit.

Hülkenberg muss nun in den USA im Alleingang den üblichen großen Kampf um ein Top-10-Ergebnis und die nächsten Punkte führen. Bortoletos Leistung in den Trainings am Freitag suggeriert, dass das definitiv möglich ist. In FP1 führte er auf Platz acht das Mittelfeld knapp an, ehe er in FP2 relativ zum Racing-Bulls-Piloten Liam Lawson etwas abreißen lassen musste und eine knappe halbe Sekunde verlor.

Trotzdem ist die Stimmung gut. Nach dem großen Update von Baku schob Audi technisch in Austin noch einmal ein kleineres Paket mit modifizierten vorderen Bremskühlschächten, einem neuen Floor Board und einer neuen Rückspiegelbefestigung nach. Bortoleto fuhr die neuen Teile vom ersten Training an, während Hülkenberg in FP1 das Auto noch zu Vergleichszwecken in der Singapur-Konfiguration bewegte.

Nico Hülkenbergs Trainings sehen schlechter aus als sie sind

"Die Autos verhielten sich genau so, wie wir es erwartet haben, und es gab an den erwarteten Stellen einen Leistungssprung", stellt McNish fest. In der Mittagspause wurden die neuen Teile daraufhin auch an Hülkenbergs Auto montiert. Dadurch hatte er allerdings einen kleinen Erfahrungs-Rückstand im 2. Training, was für McNish den Rückstand auf Bortoleto zum Teil erklärt.

Hülkenbergs zwei 18. Plätze in den Ergebnislisten beider Trainings sind ohnehin keine völlig aussagekräftigen. In beiden Trainings verlor er seine beste Runde wegen Track Limits, die Lücke zu Bortoleto hätte in FP2 sonst nur zwei Zehntel betragen - nicht die sechs, die das Ergebnis ausweist. Außerdem fuhr er den ganzen Tag einen älteren Motor, der gelegentlich mit der Fahrbarkeit Probleme machte.

"Da gab es definitiv Unterschiede zwischen den Autos heute", hält McNish fest. Ein Tausch auf einen ebenfalls schon verwendeten, aber frischerer Motor sollte Abhilfe schaffen. "Das sollte bis morgen gelöst sein, da sehe ich kein Problem." Ein Q3-Einzug und Punkte sind das klare Ziel, und dass sich ein für die Reifen hartes Rennen abzeichnet, spielt Audi in McNishs Augen erst recht in die Karten: "In dem Bereich sind wir ziemlich gut. Im letzten Rennen in Singapur erwachte das Auto in den längeren Stints relativ zu den anderen zum Leben. Heiß und hart ist gut für uns."

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