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Der 1. FC Saarbrücken hat im Duell mit Tabellenführer MSV Duisburg seine Grenzen aufgezeigt bekommen. Trotz einer engagierten Vorstellung und zahlreicher eigener Möglichkeiten musste sich die Mannschaft von Trainer Argirios Giannikis im heimischen Ludwigspark mit 2:4 (0:3) geschlagen geben. Während sich die Gäste vor dem Tor äußerst effizient präsentierten, ließ der FCS zu viele Chancen ungenutzt. Nach der Partie sprach Giannikis von wichtigem Lehrgeld.
Die Gäste aus Duisburg erwischten den besseren Start und übernahmen früh die Kontrolle. Bereits in der Anfangsphase sorgten die Zebras mit schnellen Kombinationen und konsequentem Pressing für Gefahr. Saarbrücken benötigte einige Minuten, um sich auf die Spielweise des Tabellenführers einzustellen, fand anschließend aber zunehmend besser in die Begegnung.
Vor allem Emmanuel Owusu stellte die Duisburger Defensive mit seiner Schnelligkeit immer wieder vor Probleme. In der 15. Minute scheiterte er aus spitzem Winkel an MSV-Keeper Maximilian Braune, wenig später sorgte er mit einem weiteren Sololauf für Gefahr. Auch in der 24. und 26. Minute war Owusu gefährlich, doch erneut war Braune zur Stelle. Mitten in dieser guten Saarbrücker Phase schlug der Spitzenreiter zu. Nach einer Balleroberung von Danel Sinani Casar im Mittelfeld wurde Lex Tyger Lobinger steil geschickt. Der Angreifer vollendete in der 29. Minute über den Innenpfosten zum 1:0.
Der Rückstand zeigte Wirkung. Nur fünf Minuten später erhöhte Tobias Fleckstein auf 2:0, nachdem FCS-Torhüter Edoardo Bignetti zunächst noch glänzend gegen Rasim Bulic pariert hatte. Saarbrücken versuchte zu antworten, doch Braune verhinderte gegen Kaan Caliskaner den schnellen Anschlusstreffer (36.). Stattdessen folgte kurz vor der Pause der nächste Nackenschlag. Nach einer Ecke reagierte Bulic im Strafraum am schnellsten und staubte zum 3:0 ab (42.). Damit war die Begegnung trotz einer keineswegs chancenlosen Saarbrücker Vorstellung zur Halbzeit bereits deutlich zugunsten des Tabellenführers gekippt.
Giannikis reagierte zur Pause und brachte mit Kai Brünker und Sebastian Vasiliadis zwei erfahrene Kräfte. Die Umstellungen zeigten schnell Wirkung. In der 51. Minute profitierte Brünker von einer missglückten Klärungsaktion Flecksteins und verkürzte auf 1:3. Der Treffer brachte neue Hoffnung in den Ludwigspark. Saarbrücken bemühte sich um den nächsten Treffer, während Duisburg weiterhin gefährlich blieb. Besonders die körperliche Präsenz und Zweikampfstärke der Gäste bereiteten dem FCS Probleme.
In der 62. Minute musste Bignetti mit einer starken Reflexparade gegen Dominik Kother sogar das vierte Gegentor verhindern. Auf der Gegenseite versuchte Saarbrücken, den Rückstand weiter zu verkürzen, fand gegen die kompakte Duisburger Defensive aber zu selten die entscheidende Lücke. Die endgültige Vorentscheidung fiel schließlich in der 81. Minute. Der kurz zuvor eingewechselte Florian Krüger verwertete eine Flanke von Joshua Bitter technisch anspruchsvoll direkt aus der Luft zum 4:1.
Aufgegeben hatten sich die Saarbrücker allerdings noch nicht. In der 90. Minute nutzte Gökdeniz Gürpüz einen Fehler im Duisburger Spielaufbau und traf mit einem präzisen Schuss ins lange Eck zum 2:4. Für den gebürtigen Duisburger war es der erste Treffer im Trikot des FCS. In der Nachspielzeit hätte Gürpüz sogar noch einmal verkürzen können, doch sein Distanzschuss klatschte an die Latte (90.+2). So blieb es beim verdienten Auswärtssieg des MSV, der seine Tabellenführung weiter festigte.
Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Saarbrückens Trainer Argirios Giannikis trotz der Niederlage nicht ausschließlich unzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. Vielmehr verwies er auf die Qualität und Eingespieltheit des Gegners. „Wir haben heute gegen den Tabellenersten gespielt. Eine Mannschaft, die seit zweieinhalb Jahren zusammen ist und gefestigt in allen Abläufen. Deshalb haben wir Lehrgeld gezahlt und Duisburg hat gezeigt, warum sie der Ligaprimus sind“, erklärte der FCS-Coach.
Gleichzeitig hob Giannikis hervor, dass seine Mannschaft trotz des deutlichen Rückstands immer wieder offensive Lösungen gefunden habe. „Ich muss meiner Mannschaft aber zu Gute halten, dass wir uns immer weiter Chancen herausgespielt haben, hätten wir früher das zweite Tor gemacht, wäre es vielleicht nochmal heiß geworden.“ Dass seine Mannschaft noch Entwicklungspotenzial besitzt, stellte der Trainer ebenfalls klar: „Gegen die Spitze der Liga sieht man aber, dass wir noch nicht ganz so weit sind und mehr Zeit brauchen.“
Auch Niko Bretschneider erkannte den Sieg der Gäste neidlos an. Besonders die Unterschiede bei der Zweikampfführung und der Chancenverwertung waren aus seiner Sicht ausschlaggebend. „Es war eine Lehrstunde in Sachen Zweikampfwerten und Chancenverwertung. Duisburg war der verdiente Sieger“, sagte der Saarbrücker. Dabei ärgerte ihn insbesondere, dass der FCS seine guten Möglichkeiten in der Anfangsphase nicht nutzen konnte. „Wir sind gut reingekommen, müssen dahin kommen, dass die erste oder zweite Chance sitzt.“
Duisburg habe dagegen seine Führung geschickt verteidigt und immer wieder auf schnelle Gegenangriffe gesetzt. Bretschneiders Forderung für die kommenden Aufgaben fiel deshalb eindeutig aus: „Wir müssen kaltschnäuziger vor dem Tor werden.“ Für Saarbrücken bleibt damit eine ernüchternde Erkenntnis: Spielerisch konnte die Mannschaft phasenweise durchaus mit dem Spitzenreiter mithalten. In den entscheidenden Momenten fehlten jedoch die Konsequenz vor dem gegnerischen Tor und die nötige Stabilität in der Defensive. Duisburg demonstrierte dagegen eindrucksvoll, warum die Zebras derzeit an der Spitze der 3. Liga stehen.