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Woran der BVB wieder zu scheitern droht
"Haben die ein oder andere Möglichkeit" - So will Kovac Karetsas ersetzen
"Haben die ein oder andere Möglichkeit" - So will Kovac Karetsas ersetzen

Borussia Dortmund lässt bei Union Berlin die offensive Durchschlagskraft vermissen. Die Ideenlosigkeit im Angriff ist ein altbekanntes Problem. Und das große Manko dabei: Für fehlende Kreativität gibt es keinen Schalter.

Bereits in Bodö offenbarte sich eine große Dortmunder Schwachstelle: Nach vorne fehlten die Ideen, um echte Gefahr auszustrahlen. Hinzu kam in Norwegen die fehlende Energie über weite Strecken. Im Bundesliga-Spiel bei Union Berlin (0:0) stimmte immerhin die Einstellung wieder – beim dritten sieglosen Spiel in Folge fand der BVB zumindest diesen Schalter.

Doch für das eigentliche Problem gibt es keinen Knopfdruck: Die offensive Ideenlosigkeit lässt sich nicht einfach abstellen. Und genau das bereitet allen Dortmundern Kopfzerbrechen. Darüber diskutieren SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer und BVB-Reporter Oliver Müller in einer neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Dortmund-Woche“.

Felix Nmecha (r.) im Gespräch mit Serhou Guirassy
Felix Nmecha (r.) im Gespräch mit Serhou GuirassyFelix Nmecha (r.) im Gespräch mit Serhou Guirassy

BVB mit altbekanntem Problem

Schon in der vergangenen Saison präsentierte sich der BVB offensiv immer wieder erschreckend ideenlos. Immerhin hielt damals die defensive Stabilität.

„Dass das ein Verdienst von Niko Kovac ist, steht außer Frage. Doch jetzt muss auch der nächste Schritt folgen“, sagt Sedlbauer. Und weiter: „Und den sehe ich in dieser Phase gerade überhaupt nicht.“ Der SPORT1-Reporter befürchtet, dass sich dieser Prozess nicht von heute auf morgen abschließen lässt, sondern Wochen, womöglich sogar Monate dauern könnte.

Sport-Geschäftsführer Lars Ricken gab sich beim Abflug des BVB nach Baku dennoch optimistisch: „Wir haben es in dieser und auch in der letzten Saison schon gezeigt. Jeder einzelne Spieler hat das auch schon in den Nationalmannschaften gezeigt, dass wir das offensive Potenzial in uns haben“, erklärte Ricken auf SPORT1-Nachfrage.

Karetsas hängt durch und fällt aus

Müller sieht in der Entwicklung ein grundlegendes Problem. „Du kannst zaubern, du kannst geniale Aktionen haben, aber du musst deine taktischen Aufgaben erfüllen. Das ist das A und O. Aber so, wie sie aktuell offensiv auftreten, ist das viel zu wenig. Das ist weit unter ihren Möglichkeiten.“

Der BVB-Reporter meint damit auch Konstantinos Karetsas, der noch zu viele Basics vermissen lässt. Klar ist allerdings auch: Der 19-Jährige ist erst im Sommer zum BVB gewechselt. Nach einem bärenstarken Start braucht er noch Zeit, um sich an die neuen Anforderungen anzupassen.

„Es schien zu Saisonbeginn so, als wäre der BVB in Sachen Kreativität schon weiter“, meint Sedlbauer. Die aktuellen Vorstellungen wirken da wie ein Rückschritt.

BVB-Unterschiedsspieler in der Pflicht

Dass Karetsas dem BVB in den kommenden beiden Spielen sicher fehlen wird, ist der nächste Rückschlag. Gerade bei der offensiven Kreativität hat Dortmund im Sommer personell nachgelegt – doch die Rechnung geht bislang nicht auf. Giannis Konstantelias und nun auch Konstantinos Karetsas fallen verletzt aus.

„Ethan Nwaneri steht zwar häufig in der Startelf, ist bislang aber ebenfalls nicht die erhoffte Soforthilfe“, sagt Sedlbauer, der den abgewanderten Julian Brandt als kreativen Impulsgeber vermisst: „Der hat zwar auch nicht immer, aber immerhin manchmal den Unterschied machen können.“

Dass der BVB mit Spielern wie Serhou Guirassy und Felix Nmecha über Akteure verfügt, die Spiele entscheiden können, ist den beiden Podcastern klar. Doch auch sie müssen langsam wieder liefern. Andernfalls droht Dortmund ein Déjà-vu: ein Herbstblues, wie ihn der Klub nur allzu gut kennt.

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