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Mainz 05 zeigt gegen Bayern München eine Reaktion und eine klare Leistungssteigerung. Zwei Führungsspieler gehen voran und bekommen von den Fans Sonderapplaus. Die 05-Einzelkritik.
Mainz. Mainz 05 wehrt sich wacker gegen Rekordmeister Bayern München. Einsatz- und Laufbereitschaft sind nach drei schwachen Auftritten wieder da, die 05-Profis zeigen trotz der 1:2-Niederlage eine ordentliche Reaktion und Leistungssteigerung. Die Noten der 05er.
Robin Zentner: Sorgte für Raunen und Staunen im Stadion: Dass der Torwarthüne früh bei einer Faustabwehr etwas unentschlossen wirkte, war schnell vergessen: Der Rheingauer Riese machte sich im Eins-gegen-Eins-Duell mit dem alleine vor ihm auftauchenden Harry Kane so breit und groß, dass der beste Spieler der Welt sich vorgekommen sein muss, der Mainzer Mannschaftsbus versperre ihm den Weg zum Tor. Ansonsten von den Bayern weniger geprüft als erwartet. Strahlte zunehmend Sicherheit aus und spielte im Umschaltspiel Luftpost. Note: 2,5
Danny da Costa: Nach zuletzt zwei „Kalten“ in Bochum und Elversberg gegen die Bayern wieder auf Betriebstemperatur. Zweikämpfe sahen wieder wie Zweikämpfe aus – und nicht wie Begleitschutz. Kleine Mängelliste, ein Missverständnis mit Lee vor dem 0:1, aber kein Passierschein für die Bayern-Profis auf seiner Seite, klare Leistungssteigerung. Note: 3
Fabio Gruber: Der Maskenmann ersetzte den gesperrten Stefan Posch als Mittelmann und machte seine Sache im Rahmen seiner Möglichkeiten recht ordentlich. Als Prellbock blockte er nicht nur Karl und zweimal Kane, mit seinem Von-der-Linie-Kratzer ließ er Davies‘ Torjubel verstummen. Ohne Gruber hätte es 0:3 gestanden. Note: 3
Kacper Potulski: Ein weiterer, lehrreicher Nachmittag für den 19-Jährigen. Sobald Gefahr in Verzug war, verschränkte er die Arme hinter seinem Rücken (um zu vermeiden, dass Hand oder Arm angeschossen werden), statt direkt auf den Schützen (Kimmich beim 0:1, Karl beim 0:2) zu stürzen. Auch im Luftkampf mit Maschine Upamecano zweiter Sieger - Latte. Alles in allem schon etwas besser als zuletzt, was allerdings in Anbetracht der Ausfälle auch nicht allzu schwer war. Note: 4
Anthony Caci: Der Franzose, der nach seinen drei Toren im Oktober von der Bundesliga zu den sechs Nominierten für die Wahl zum „Spieler des Monats“ gehört, empfahl sich gegen die Bayern für die Wahl zu den unauffälligsten Spielern in diesem Spiel. Wäre er vor dem 0:2 einen Schritt vorgegangen, hätte Vorlagengeber Kane im Abseits gestanden. Ausgewechselt (82.). Note: 4
Silvan Widmer: Der Kapitän nahm das Herz in die Hand, ging als „Aggressive Leader“ voran und heimste für gewonnene Duelle gegen Ballzauberer Michael Olise viel Lob und Szenenapplaus an. Verteidigte mit Herz und Verstand, musste bei mancher Kollision auch einiges einstecken, was der Schweizer wegsteckte. Sonderlob für einen couragierten Auftritt. Note: 2,5
Mainz-05-Kapitän Silvan Widmer (vorne rechts) lieferte sich mit FC-Bayern-Star Michael Olise einige intensive Zweikämpfe.
Kaishu Sano: 12,7 Kilometer auf dem Tacho, ein Schuss aus knapp 30 Metern, der das Bayern-Tor knapp verfehlte, waren die Highlights eines engagierten, aber wechselhaften und gewiss nicht fehlerfreien Gesamtauftritts des Japaners. Note: 3,5
Jae-sung Lee: Seinen Fehlpass, der zum 0:1 führte, hätte er beinahe selbst korrigiert, wenn sein vermeintlicher Ausgleichstreffer nicht vom VAR einkassiert worden wäre. Bemühte, aber in vielen Szenen unpräzise und in zwei entscheidenden Szenen unglückliche Vorstellung. Note: 4
Jae-sung Lee (Mainz 05) im Duell mit Konrad Laimer (Bayern München).
Nadiem Amiri: Im Mittelfeld kreuzten sich die Wege zahlreicher Nationalspieler und auch in diesem Spiel wurde deutlich, warum die Münchner Kimmich, Pavlovic oder Karl von Bundestrainer Jürgen Klopp nominiert worden sind und der 05er nicht. Der Mainzer befindet sich weiter auf Formsuche. Er versuchte schon viel, wirkte auch wieder etwas frischer, es gelang ihm aber wenig. Ausnahmen: Seine scharfen Standards hatten wieder mehr Pepp als zuletzt, seine Freistoßflanke führte zum Fast-Ausgleich durch Lee. Note: 4
Ransford Königsdörffer: Bei seiner Startelf-Saisonpremiere (spielte anstelle von Phillip Tietz) gleich vor einer der größten Herausforderungen gestellt. Warf gegen seine Bewacher Tah/Upamecano alles rein, ein Vorbeikommen an den „Türstehern“ scheiterte. Sein Kopfball übers Tor war eher Randnotiz als zwingende Torchance. Note: 4,5
Ransford Königsdörffer (rechts) versucht, sich gegen Dayot Upamecano (Bayern München) durchzusetzen.
Sheraldo Becker: Machte keinen Stich und kam auch mit 34 km/h-Turbo bis zu seiner Auswechslung (68.) nicht durch. Note: 4,5
Phillip Tietz (ab 63. für Königsdörffer): Eine halbe Stunde schwamm er im austrudelnden Spiel so mit und setzte dann wie aus dem Nichts in der Nachspielzeit nach Hollerbachs Flanke einen perfekten Kopfball (im Duell mit Tah) in den Winkel. Sehr sehenswert, sehr spät, sein sechster Saisontreffer. Note: 3
Paul Nebel (ab 63. für Lee): Sichtlich um Korrektur seiner vorherigen Leistung bemüht, aber gerade eben nicht vom Glück geküsst. Note: 4
Benedict Hollerbach (ab 68. für Becker): Das „Leichtgewicht“ nahm es mit „Schwergewicht“ Upamecano auf, ein ungleiches Duell, in dem der 05er meistens das Nachsehen hatte, aber nicht aufgab. Top: sein maßgeschneiderte Flanke zu Tietz‘ Tor. Note: 3,5
Rael Nakuzola (ab 68. für Widmer): Letzte Woche kreuzten sich seine Wege in der Regionalliga mit Osee (vom SV Sandhausen), diesmal begegnete er einem gewissen Olise (Neunter beim Ballon d‘Or). Besondere 25 Minuten für den wackeren 19-Jährigen. Note: 3,5
Eric Martel (ab 82. für Caci): Rund zehn Minuten, ein Ballkontakt, ein Zweikampf, dann Feierabend. Ohne Note
Außerdem im Kader: Alexander Schwolow (Tor), Stefan Bell, Lennard Maloney, Sota Kawasaki.