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Für ihn habe es jedoch keinen Bedarf gegeben zu wechseln, erinnert sich Vettel. Er hatte Erfolg, er hatte Spaß, er war glücklich bei Red Bull. „Also habe ich abgesagt, aber natürlich die Tür ein bisschen offen gelassen.“ 2012 und 2013 wurde Vettel noch mal Weltmeister, 2014 kam der Einbruch. Kein Sieg. 2015 schritt er durch die Türen in Maranello als Ferrari-Fahrer.
Die Jahre auf dem Weg in die Formel 1, die Erfolgszeit bei Red Bull, die Jahre ohne die ersehnten Titel bei Ferrari – all das ist Gegenstand der vierteiligen Dokumentation, die von diesem Donnerstag an in der ARD-Mediathek abzurufen ist und deren ersten beiden Folgen am 28. Oktober um 23.45 Uhr in der ARD laufen. Doch es geht über Vettel als Rennfahrer hinaus.
Sie veränderten die Motorsportwelt nicht nur in Deutschland: Sebastian Vettel (l) und Michael Schumacher. (Archivbild) Bild: Jens Büttner/dpa
Sie veränderten die Motorsportwelt nicht nur in Deutschland: Sebastian Vettel (l) und Michael Schumacher. (Archivbild) Bild: Jens Büttner/dpa
Die Doku zeichnet auch den Menschen Vettel unter dem Helm nach. Seine Selbstzweifel als Pilot und das Cockpit als Fluchtort. Seine Entschlossenheit, seine Gier nach Siegen, nach den größten Pokalen. Die Mutter, die aus Sorge nach einem Einsatz im Formel-BMW-Wagen beinahe die Notbremse gezogen hätte. Der Vater, der alles unternahm, um die Karriere zu finanzieren. Der Sohn, dem der Verzicht der Eltern nicht entgangen war.
„Das habe ich natürlich mitbekommen, dass die finanzielle Situation angespannt war, dass es nicht einfach war, wenn die nächste Mahnung ins Haus getrudelt ist“, erzählt Vettel. Und er sei mit der Verantwortung im Kart und später im Formel-Sport gefahren, „dass ich wusste, wenn das jetzt in die Hose geht, habe ich das alles irgendwie aufs Spiel gesetzt“.
Aus Rivalität wurde Freundschaft: Lewis Hamilton (l) und Sebastian Vettel. (Archivbild)
Aus Rivalität wurde Freundschaft: Lewis Hamilton (l) und Sebastian Vettel. (Archivbild)
Es ging aber nicht in die Hose. Vettel wurde zu einem der erfolgreichsten Piloten der Formel 1 mit seinen vier Titeln und 53 Rennsiegen. Einen Rekord dürfte er allerdings bald los sein: den des jüngsten Weltmeisters mit 23 Jahren. Schon an diesem Wochenende kann Kimi Antonelli im Mercedes den Titel in diesem Jahr mit gerade mal 20 Jahren perfekt machen.
Vettel hinterließ seine Spuren in der Motorsport-Königsklasse. Zu Wort kommen in der Doku neben den Eltern auch Mentor Helmut Marko, ehemaliger Motorsportberater bei Red Bull. Und Lewis Hamilton, der voller Anerkennung über einen Ex-Rivalen spricht, der zu einem Freund wurde, weil Vettel eben nicht nur das Rennfahren im Kopf hatte.
Es spricht aber auch Deutschlands Ex-Wirtschaftsminister und -Vizekanzler Robert Habeck von den Grünen. Der Grund liegt nahe: Vettels Einsatz auch für Umweltbelange und Nachhaltigkeit, bestärkt auch durch die drei Kinder mit seiner Ehefrau. Nicht ohne Grund beginnt die Doku mit Vettel, der eine Trophäe in den Händen hält, die nichts mit der Formel 1 zu tun hat.
Es ist ein gläsernes Nashorn, das er Anfang 2026 für den Umweltschützer des Jahres bekommen hat. „Ich glaube, der Weg, den ich jetzt angefangen habe zu gehen und zu bestreiten, ist in der Hinsicht ein nachhaltiger, dass er zufrieden macht“, sagt Vettel.