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BR24 Sport: Unbezahlbarer Erfolgsfaktor: Beim FC Bayern zählt "die Familie"

Der FC Bayern steht derzeit auch wegen Ereignissen abseits des Platzes im Fokus. Sportlich marschiert der Rekordmeister dennoch souverän weiter. Ein großer Erfolgsfaktor lässt sich dabei nicht mit Geld aufwiegen: der außergewöhnliche Zusammenhalt.

Von Christoph Niederkofler

Geld regiert die Welt – eine Redewendung, die zum Fußball wie die Faust aufs Auge passt. Sieben Jahre ist es her, dass Manchester City als erster Verein beim Kaderwert die Schallmauer von einer Milliarde Euro durchbrach. Seitdem sind derartige Summen keine Seltenheit mehr, auch der FC Bayern München erreichte längst diesen Meilenstein.

Wie wahllos zusammengewürfelte Startruppen im Lauf der vergangenen Jahrzehnte jedoch offenbarten: Der schnöde Mammon allein gewinnt keinen Titel. In München etablierte sich ein Erfolgsfaktor, der unbezahlbar ist – und der nun prominent zu Tage tritt.

Bischof: "Habe kennengelernt, was Bayern bedeutet"

Blicken Spieler in TV-Dokumentationen auf eine goldene Saison in ihrer Karriere zurück, sprechen sie nur allzu oft von einem bestimmten Gefühl, welches sich über Wochen und Monate hinweg innerhalb der Mannschaft breitgemacht habe. Harmonie, Zielstrebigkeit, Zusammenhalt: Es gibt vielerlei Bezeichnungen für diesen Effekt, der ein Team etwas Außergewöhnliches leisten lässt. Es ist eine Erzählung, wie man sie beim FC Bayern beispielsweise nach den historischen Triples 2013 und 2020 wiederfindet. Oder wie in der laufenden Saison.

"Das ist jetzt mein zweites Jahr beim FC Bayern. Und ich habe kennengelernt, was Bayern bedeutet", beschrieb Tom Bischof nach dem jüngsten Sieg über den 1. FC Magdeburg im DFB-Pokal diesen einzigartigen Geist. "Das ist eine Familie. Wie wir zusammenstehen und als Familie alle mit reinnehmen."

FC Bayern rückt als "Familie" immer wieder zusammen

Damit bezog sich der 21-jährige Mittelfeldmann nicht nur auf die Entlassung von Trainer Vincent Kompany aus dem Krankenhaus. Die Bayern rückten in den vergangenen Wochen und Monaten auch aufgrund weiterer Vorfälle abseits des Rasens eng zusammen. "Ich würde lügen, wenn ich sage, dass uns das nicht beeinflusst, weil wir alle Menschen sind. Und natürlich fühlst du da mit", meinte etwa auch Abwehrchef Jonathan Tah im ARD-Interview dazu. "Wenn man sich überlegt: Was können wir gerade tun, um denen, die nicht da sind, irgendwie Energie zu geben, dann ist es, auf dem Platz das zu zeigen, was wir heute gezeigt haben."

Parallelen zur Triple-Mannschaft, Díaz schwärmt von Familie

Die Familie als Erfolgsfaktor: Beim FC Bayern scheinen der Zusammenhalt und die Stabilität neben dem Platz auch auf dem Rasen den Unterschied zu machen – und das nicht erst seit Kurzem. Mit der Ankunft von Kompany kehrte an der Säbener Straße nach Jahren der Rastlosigkeit etwas Ruhe ein. Der belgische Übungsleiter moderiert sensibelste Themen souverän, macht sich selbst unangreifbar und schürt in der Mannschaft ein Gemeinschaftsgefühl sondergleichen. "Ich sehe da schon Parallelen zur Triple-Mannschaft von 2020", meinte etwa Serge Gnabry im vergangenen März. "Für mich herrscht aktuell schon die beste Stimmung im Team seit damals."

Über zwei Spielzeiten hinweg ist diese Mannschaft zusammengewachsen und erntet längst die Früchte ihrer beispiellosen Symbiose. "Wir sind eine Familie", schwärmte auch Offensivstar Luis Díaz in einem vereinseigenen Interview. "Unsere größte Stärke ist der Zusammenhalt, wir ziehen alle an einem Strang. Wir haben eine sehr eingeschworene, sehr fleißige, sehr bescheidene Gruppe, einen unglaublichen Trainerstab und eine unglaubliche Gruppe von Spielern."

Matthäus: "Das zeichnet den FC Bayern aus"

Wie das ikonische "Mia san Mia" ist auch der Begriff der "Bayern-Familie" keine billige PR-Floskel, sondern prägt den Verein schon seit Jahrzehnten. "Wie eine gute Familie, so kenne ich den FC Bayern auch schon zu meiner Zeit. Das sind Schockmomente, aber der FC Bayern rückt dann noch enger zusammen", ordnete Lothar Matthäus gegenüber Welt (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt) ein. "Es ist der Cheftrainer nicht dabei, aber es läuft dann eben auch genauso ohne ihn wie mit ihm, weil man einfach zusammengefunden hat in den vergangenen Jahren. Und das ist das Wichtigste für eine Mannschaft oder für einen Verein, dass alle Parteien zusammenhalten – Spieler, Trainer, Funktionäre und die Fans ja auch. Das zeichnet den FC Bayern aus."

Klar: Seine Finanzkraft lässt den FC Bayern gewiss in Sphären vorstoßen, die vielen Vereinen verschlossen bleiben. Der enorme Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft – der "Familie" – macht jedoch auf diesem Niveau seit geraumer Zeit den Unterschied.

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