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Der FC Bayern steckt mitten in einer Verletzungskrise. Besonders in der Offensive fehlen den Münchnern derzeit zahlreiche Leistungsträger. Dennoch planen die Verantwortlichen aktuell keine Verstärkungen für den Winter. Eine Entscheidung, die bei Lothar Matthäus auf volle Zustimmung stößt. Der Rekordnationalspieler sieht trotz der angespannten Personalsituation keinen Grund für hektische Transferaktivitäten.
Mit Ismael Saibari, Serge Gnabry, Luis Díaz und Jamal Musiala stehen gleich vier Offensivspieler nicht zur Verfügung. Auch Michael Olise hatte zuletzt mit körperlichen Problemen zu kämpfen. Entsprechend wird diskutiert, ob der Rekordmeister im Januar personell nachlegen sollte.
Matthäus hält davon wenig. In seiner Kolumne für Sky erklärte der 65-Jährige, warum die Bayern aus seiner Sicht an ihrer bisherigen Transferstrategie festhalten sollten.
„In den Medien wird darüber diskutiert, ob Bayern personell nachbessern müsse. Bis zur Öffnung des Winter-Transferfensters sind die Verletzten aber wahrscheinlich wieder gesund“, schrieb Matthäus.
Tatsächlich rechnen die Münchner damit, dass Jamal Musiala und Luis Díaz in den kommenden Wochen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Serge Gnabry soll nach der Winterpause zurückkehren. Lediglich Saibari wird aufgrund seines Syndesmosebandrisses voraussichtlich drei bis vier Monate fehlen.
Für Matthäus stellt sich ohnehin die Frage, welcher Spieler den Bayern kurzfristig tatsächlich weiterhelfen könnte. „Die Frage wäre auch, wer überhaupt helfen könnte. Das müsste schon ein Hochkaräter sein. Wenn sich nicht noch weitere Spieler verletzen, sehe ich aktuell keinen Handlungsbedarf.“
Der Weltmeister von 1990 ist überzeugt, dass der vorhandene Kader stark genug ist, um die aktuelle Situation zu überstehen. „Trotz aller Rückschläge wird der FC Bayern in jedem Spiel eine konkurrenzfähige Mannschaft auf den Platz bringen“, betonte er.
Dabei verwies Matthäus auf die Leistungen von Dayot Upamecano und Konrad Laimer sowie die zahlreichen Alternativen im Mittelfeld. Auch in der Offensive sieht er mit Harry Kane, Alphonso Davies und Lennart Karl weiterhin genügend Qualität.
Neben der Transferfrage äußerte sich Matthäus auch zur jüngsten Diskussion um Bayern-Youngster Lennart Karl.
Der 18-Jährige stand zuletzt verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit. Selbst Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte sich eingeschaltet und kritisiert, dass sich das Offensivtalent zu sehr von äußeren Einflüssen ablenken lasse.
Matthäus hält die Debatte allerdings für übertrieben. Um Karl werde derzeit „zu viel Wirbel gemacht“. „Ich verstehe die Kritik von Uli Hoeneß, aber ich verstehe auch Karl, wenn er sagt, dass er gerne Pink anzieht. Von mir aus könnte er jeden Tag in Pink und Grün und Gelb zum Training kommen. Das ist sein Stil und seine Persönlichkeit“, erklärte der ehemalige Bayern-Kapitän.
Für Matthäus sollte die sportliche Entwicklung des Youngsters im Vordergrund stehen und nicht dessen persönlicher Kleidungsstil.