Zurück
Viel Kampf, wenig Glanz und ein Schiri-Aufreger nach gerade einmal 18 Sekunden. Der 1. FC Union Berlin liefert Borussia Dortmund an der Alten Försterei einen leidenschaftlichen Fight und sichert sich beim 0:0 einen wichtigen Punkt. Doch eine frühe Entscheidung von Schiedsrichter Daniel Schlager sorgt noch lange für Gesprächsstoff.
Es sind gerade einmal 18 Sekunden gespielt, da hält es die Union-Fans schon kaum auf den Sitzen. Dortmunds Nwaneri rauscht in der Hälfte der Eisernen mit offener Sohle in Tom Rothe. Schiedsrichter Daniel Schlager eilt heran und greift zur Karte. Für einen kurzen Moment sieht es nach Rot aus - und nach einem gewaltigen Vorteil für Union!
Doch dann die kuriose Wendung: Schlager winkt mit der linken Hand ab, ehe er Nwaneri mit der rechten Gelb zeigt. Keine Blitz-Rote, kein fast 90-minütiges Überzahlspiel für die Köpenicker. Am Spielfeldrand nimmt BVB-Trainer Niko Kovac die Szene sogar mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. Bei Union bleibt dagegen das Gefühl, dass da mehr drin gewesen wäre.
Denn der Einsatz des 19-jährigen Engländers ist alles andere als harmlos. Nwaneri rutscht mit hoher Dynamik seitlich in Rothe, verpasst den Ball und trifft stattdessen das rechte Sprunggelenk des Unioners. Der Kontakt sitzt nur knapp unterhalb der Stelle, an der es richtig gefährlich wird. Ein paar Zentimeter höher - und Schlager hätte womöglich tatsächlich Rot gezückt.
Für Union wäre das ein Geschenk gewesen. Schließlich will die Mannschaft von Mauro Lustrinelli nach dem 1:0 gegen Elversberg nachlegen. Der Trainer vertraut exakt derselben Startelf wie beim ersten Saisonsieg. Die Botschaft ist klar: Nur mit der wiedergefundenen eisernen Mentalität ist gegen den Champions-League-Klub etwas zu holen. Dass Dortmund in den ersten 15 Minuten gleich drei Gelbe Karten kassiert, zeigt, wie hitzig es zugeht.
Fußballerisch bleibt die Partie lange zäh. Beide Teams kämpfen um jeden Meter, klare Chancen sind Mangelware. Kurz vor der Pause bringt Kastriot Imeri einen Freistoß gefährlich vors Tor. BVB-Keeper Gregor Kobel muss sich strecken, um den Ball zu entschärfen. Der Torschrei bleibt den Unionern im Hals stecken.
Nach dem Seitenwechsel bietet sich Tim Skarke die große Konterchance. Andras Schäfer schickt ihn auf die Reise, doch aus spitzem Winkel jagt Skarke den Ball über das Tor (59.). Dortmund antwortet mit einer Möglichkeit durch Felix Nmecha (62.).
In der Schlussphase wird es ruppiger. Viele kleine Fouls lassen die Emotionen hochkochen, beide Mannschaften suchen den Lucky Punch. Unions beste Gelegenheit hat Felix Udokhai: Nach einer Ecke köpft der Verteidiger in der 86. Minute nur knapp vorbei.
Am Ende steht ein 0:0, mit dem Union besser leben kann als der BVB. Die vermeintliche Blitz-Rote bleibt der Aufreger des Nachmittags - und die Erinnerung daran, wie nah die Eisernen an einem entscheidenden Vorteil waren. Der Punkt bestätigt den Aufwärtstrend, spielerisch ist aber noch viel Luft nach oben. Die nächste Chance auf drei Punkte wartet am Sonnabend beim FC Augsburg (15.30 Uhr).
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com