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Macci stellt bei Shelton die technische Arbeit vor Ferreros Renommee
© sinnikeu/X/Fair Use

Rick Macci misst Juan Carlos Ferreros künftige Arbeit mit Ben Shelton nicht zuerst an dessen bekanntem Namen, sondern an einer konkreten technischen Aufgabe. Der Trainer sieht beim Rückhandreturn des Amerikaners ein Problem, das sich durch die Verpflichtung eines erfolgreichen Coaches allein nicht automatisch beheben lässt.

„Sheltons Verpflichtung von Ferrero wird wahrscheinlich nicht viel bewegen“, schrieb Macci. Seine skeptische Prognose betrifft die erwartete Wirkung der Zusammenarbeit, nicht deren Zustandekommen. Ferrero soll Shelton ab der Vorbereitung auf 2027 unterstützen, nachdem er zuvor über Jahre mit Carlos Alcaraz gearbeitet hatte.

Ein eingespielter Schlag lässt sich nicht einfach austauschen

Macci kritisiert vor allem das Zusammenspiel von Körper und Arm bei Sheltons Rückhandreturn. Nach seiner Einschätzung wird zu viel über Arm und Schlägergeschwindigkeit gelöst, während die Verbindung zum Boden nicht ausreichend genutzt wird. Einen über lange Zeit eingeprägten Ablauf zu verändern, hält er für besonders anspruchsvoll.

Damit beschreibt er ein anderes Trainerproblem als die bloße Vermittlung einer taktischen Idee. Ein Spieler kann eine Erklärung verstehen, ohne eine vertraute Bewegung unter Wettkampfdruck sofort anders auszuführen. Wenn Maccis Diagnose zutrifft, müsste Ferreros Beitrag daher über einen Hinweis hinausgehen und sich in wiederholbar veränderten Abläufen zeigen.

Shelton beginnt nicht bei null

Macci würdigte zugleich die bisherige Entwicklung: „Big Ben hat sich jedes Jahr verbessert.“ Damit erkennt er auch die Arbeit von Sheltons Vater Bryan an. Der Amerikaner steht auf Rang vier und erreichte das US-Open-Finale. Die neue Zusammenarbeit setzt also an einem bereits sehr hohen Leistungsstand an.

Gerade das macht die Bewertung interessant. Ferrero muss aus keinem unerfahrenen Spieler erst einen konkurrenzfähigen Profi formen. Die Aufgabe liegt darin, bei einem bereits erfolgreichen Spitzenspieler zusätzliche Fortschritte zu erzielen. Solche Verbesserungen können entscheidend sein, sind aber nicht zwangsläufig so schnell sichtbar wie der erste große Entwicklungsschritt.

Der Alcaraz-Vergleich hat Grenzen

Ferrero betreute Alcaraz sechs Jahre lang und begleitete ihn zu sechs Grand-Slam-Titeln, bevor die Zusammenarbeit endete. Macci betrachtet Shelton als eine andere Aufgabe. Die Erfolge aus der früheren Partnerschaft sind deshalb ein wichtiger Teil von Ferreros Erfahrung, aber kein fertiger Bauplan für die nächste.

Für Shelton wird sich der Wert des neuen Trainers an seinem eigenen Spiel zeigen müssen. Maccis Kritik benennt dafür einen überprüfbaren Bereich: den Rückhandreturn. Sie ist eine skeptische Einschätzung vor Beginn der Arbeit, kein Urteil über deren tatsächliche Ergebnisse. Diese können erst die gemeinsame Vorbereitung und die folgende Saison liefern.