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Das 0:1 in Bodö führte es allen wieder deutlich vor Augen: Borussia Dortmund hat auf der rechten Seite ein Problem. Julian Ryerson ist im System von Niko Kovac nahezu alternativlos. Fällt der Norweger aus oder braucht eine Pause, beginnt beim BVB das große Basteln. Im Sommer wurde bereits fleißig gesucht. Ein Deal kam nicht zustande. Im Winter, das ist kein Geheimnis, soll eine Lösung her. Bestenfalls eine, die sofort funktioniert – und trotzdem Perspektive besitzt.
Ein Name drängt sich dabei geradezu auf: Agustin Giay von Palmeiras. Ein konkretes BVB-Interesse ist bislang nicht bekannt. Dennoch passt der 22-Jährige erstaunlich genau ins Dortmunder Anforderungsprofil. Giay ist auf der rechten Seite zu Hause, defensiv ausgebildet und blüht aktuell ausgerechnet in einem System mit Dreierkette auf.
📌 Fakten zu Agustin Giay
Im Sommer hatte der BVB diese Baustelle durchaus erkannt. Hector Fort, Josh Acheampong und Marcus Pedersen standen damals auf der Liste. Doch diese Spuren haben sich inzwischen weitgehend erledigt. Fort wechselte fest zu Real Sociedad und unterschrieb dort bis 2031, Pedersen schloss sich Olympiakos an. Acheampong blieb beim FC Chelsea und hat sich unter Xabi Alonso inzwischen deutlich näher an die erste Mannschaft gespielt. Der Engländer besitzt zudem einen Vertrag bis 2029. Die Auswahl aus dem Sommer hilft Dortmund für den Winter kaum noch weiter – Book wird den Markt praktisch neu aufrollen müssen.
Das käme Kovac ausgesprochen gelegen. Giay besitzt Tempo und Dynamik für den Weg nach vorne, hat seine Ausbildung aber als Verteidiger genossen. Der BVB müsste also keinen Flügelstürmer irgendwie defensivtauglich machen. Gleichzeitig wäre er mit 22 Jahren längst nicht nur ein Ersatzmann für Ryerson, sondern ein Spieler mit echtem Stammplatz-Potenzial.
Der BVB verfolgt für die rechte Seite bereits einen anderen Plan. Demnach beschäftigt sich Dortmund intensiv mit Marcel Regula von Zaglebie Lubin. Seine Berater trafen sich zuletzt sogar mit Book und David Blacha. Für sieben bis acht Millionen Euro wäre der 19-Jährige erheblich günstiger.
Doch dahinter steckt auch eine Wette. Regula kommt aus dem offensiven Mittelfeld. Dortmund traut ihm offenbar eine Entwicklung ähnlich der von Lukasz Piszczek zu und könnte ihn schrittweise zum rechten Außenverteidiger umschulen.
Bei Giay sähe das anders aus. Der Argentinier kennt die Position, kennt die Dreierkette und spielt regelmäßig auf internationalem Niveau. Er müsste sich an Bundesliga und Champions League gewöhnen, nicht aber erst an seine grundsätzliche Aufgabe auf dem Platz.
Billig würde das allerdings nicht. Napoli bot Palmeiras im August laut „TyC Sports“ 13 Millionen Euro. Der brasilianische Klub lehnte ab, weitere Gespräche waren vorgesehen. Seitdem hat Giays sportlicher Wert eher noch zugenommen. Ein Paket um die 20 Millionen Euro erscheint deshalb realistischer.
Für ein reines Ryerson-Backup wäre das zu viel Geld. Aber darum geht es bei Giay nicht. Dortmund würde einen 22-Jährigen holen, der Ryerson sofort entlasten, ihn mittelfristig herausfordern und sich gleichzeitig noch erheblich entwickeln könnte.
Books Aufgabe im Winter sollte schließlich nicht darin bestehen, irgendwie einen weiteren Namen für die rechte Seite zu finden. Der BVB braucht dort Qualität. Giay hätte davon verdammt viel – und sollte zumindest ganz weit oben auf der Prüfliste stehen.