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Stuttgart. Sechs Punkte aus den letzten beiden Ligaspielen, Platz acht in der Bundesliga und eine dringend benötigte Verschnaufpause: Der VfB Stuttgart verabschiedet sich mit einem 1:0 gegen den SV Werder Bremen in die Länderspielpause. Trainer Sebastian Hoeneß und Sportvorstand Fabian Wohlgemuth zogen anschließend ein Zwischenfazit.
VfB Stuttgart
Maximilian Mittelstädt hatte eigentlich schon genug. Rund eine Viertelstunde vor dem Ende zwickte es in der linken Wade, der Außenverteidiger signalisierte der Stuttgarter Trainerbank, dass nicht mehr viel gehen würde. Doch als der Schlusspfiff ertönte und der VfB den 1:0-Sieg gegen Werder unter Dach und Fach gebracht hatte, stand Mittelstädt noch immer auf dem Rasen. Es war, als hätte er sich für die letzten Minuten noch einmal selbst überredet. Sein Trainer Sebastian Hoeneß sah darin mehr als eine kleine Heldengeschichte am Rande: „Er steht heute ein bisschen symbolisch für den Willen und die Moral, den Gegner niederzukämpfen.“
Es war ein Sieg, der nicht unbedingt schön anzusehen war, aber für den VfB trotzdem ziemlich wertvoll. Zum ersten Mal in dieser Bundesliga-Saison haben die Schwaben zwei Spiele in Folge gewonnen. Auf das 4:2 bei Bayer Leverkusen folgte nun das 1:0 gegen Werder Bremen. Und es war erst der zweite Heimsieg in dieser Liga-Spielzeit, nach dem 4:1 gegen den 1. FC Köln Anfang September. Vor allem aber war es ein versöhnlicher Abschluss eines Herbstes, der den Stuttgartern einiges abverlangt hat.
Hoeneß hatte vor der Partie gewarnt, dass Werder eine schwierige Aufgabe werden würde. Die Bremer hatten seit dem ersten Spieltag nicht mehr verloren, und der VfB musste nach den intensiven Wochen noch einmal die letzten Reserven mobilisieren. Im ersten Durchgang gelang das bemerkenswert gut. „Umso besser fand ich unsere erste Halbzeit“, sagte Hoeneß. „Da ist sehr viel aufgegangen, von dem, was wir uns vorgenommen hatten.“ Das Stuttgarter Pressing griff, die Mannschaft agierte mit klarer Zuordnung und ließ den Bremern wenig Luft. Die Mannorientierung der Schwaben machte es Werder schwer, ins Spiel zu finden.
VfB Stuttgart
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Werder blieb hartnäckig, der VfB gewann weniger Bälle und fand immer seltener Entlastung. „Unsere Situationen sind häufig verpufft und so hat sich das Spiel geöffnet“, erklärte Hoeneß. Die Kräfte ließen nach, die Wege wurden länger, die Bremer kamen besser in die Partie. Am Ende stand eine Stuttgarter Mannschaft auf dem Platz, die den knappen Vorsprung vor allem mit Einsatz und Geschlossenheit verteidigte. „Gerade deswegen bin ich extrem stolz, dass die Jungs das durchgezogen haben“, sagte Hoeneß. „Am Ende standen ein paar Spieler auf dem Platz, die eigentlich nicht mehr konnten.“
Für Hoeneß war der Erfolg deshalb auch ein Sieg der Widerstandskraft. Der Trainer hatte in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass seine Mannschaft spielerisch nicht so weit von besseren Ergebnissen entfernt sei. Nun hat sie in Leverkusen und gegen Bremen sechs Punkte geholt. „Heute waren wir in der ersten Halbzeit besser, in der zweiten Halbzeit schlechter und am Ende nehmen wir die Punkte mit“, sagte Hoeneß. Man konnte ihm die Erleichterung darüber durchaus abnehmen.
Die Pause kommt nun zur richtigen Zeit. Anders als in der ersten Länderspielunterbrechung wird der VfB diesmal kein Testspiel bestreiten. Stattdessen sollen die Spieler, die nicht zu ihren Nationalmannschaften reisen, mehrere Tage freibekommen. Gerade die Vielspieler sollen ihre Akkus körperlich und mental aufladen.
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Auch Sportvorstand Fabian Wohlgemuth blickt mit etwas mehr Ruhe auf die kommenden zwei Wochen. „Mit dem Sieg haben wir jetzt zwei Wochen mit einem guten Gefühl. Und müssen jetzt nicht zwei Wochen lang nach guten Erklärungen für schlechte Leistungen suchen“, sagte er. Der VfB habe sich in der Liga wieder herangearbeitet und „wieder Tuchfühlung auf die internationalen Plätze“. Die Mannschaft sei immer besser in der Saison angekommen, Gier, Kampf und Wille hätten sich entwickelt.
Hoeneß formulierte es ähnlich, aber mit Blick auf die drei Wettbewerbe, in denen der VfB noch vertreten ist. In der Liga sei man in einer aussichtsreichen Position, in der Champions League ebenfalls, im Pokal stehe man in Runde drei. „Es sind Positionen, von denen aus wir Dinge entwickeln können.“ Der Sieg gegen Bremen macht die Ausgangslage nicht plötzlich glänzend. Aber er sorgt dafür, dass die Stuttgarter nicht mit hängenden Köpfen in die Pause gehen müssen. Und manchmal ist das vor einem Jahresendspurt, der es noch einmal in sich haben wird, schon ziemlich viel.