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Vincent Größer vom Triathlon-Team Gießen fährt beim Ironman 70.3 Port Macquarie die schnellste Radzeit aller Profis. Drei Toilettenstopps auf der Laufstrecke kosten ihn den Podiumsplatz – und damit den WM-Slot für 2027.
Mit einer beeindruckenden Leistung auf dem Rad und einem starken sechsten Platz hat Vincent Größer vom Triathlon-Team Gießen beim Ironman 70.3 Port Macquarie in Australien seine Klasse unter Beweis gestellt. Trotz gesundheitlicher Probleme auf der Laufstrecke erreichte der 29-Jährige nach 3:49:52 Stunden das Ziel und sicherte sich in einem hochkarätig besetzten Profifeld ein Preisgeld von 1250 Euro. Die erhoffte Podiumsplatzierung und die damit verbundene Qualifikation für die Ironman-70.3-WM 2027 verpasste er jedoch knapp.
Der Startschuss für das Rennen über die halbe Ironman-Distanz fiel bereits um 6.10 Uhr in dem malerischen Küstenort an der australischen Ostküste. Größer war eine Woche zuvor angereist, um sich nach einigen entspannten Tagen auf sein letztes Rennen der Saison vorzubereiten. Neben einigen der besten australischen Profis stand mit dem Belgier Jelle Geens auch der Weltmeister der Jahre 2024 und 2025 an der Startlinie.
Bereits im Wasser gelang Größer ein besonderer Erfolg: Beim Schwimmen in einem küstennahen Fluss verlor er nach 1,9 km lediglich 1:45 Minuten auf die Spitze und erreichte in einer größeren Gruppe das Ufer. Für den Fernwälder war es das beste Ergebnis seiner Profikarriere. Auch auf dem Rad zeigte Größer eine herausragende Leistung. „Ich hatte sofort gute Beine und die sehr hügelige Strecke kam mir sehr entgegen“, fasste er seinen Rennverlauf zusammen. Bereits nach zehn Kilometern hatte er sich auf den zweiten Platz vorgearbeitet. Nur Geens lag zu diesem Zeitpunkt noch vor ihm. Größer verkürzte den Rückstand bis auf 40 Sekunden. Mit einer Zeit von 2:06:42 Stunden über 90 Kilometer und knapp 1000 Höhenmeter erzielte Größer die schnellste Radzeit des Tages. Ein Durchschnittstempo von mehr als 43 km/h unterstreicht, dass seine Leistungen auf dem Zeitfahrrad zumindest über die Halbdistanz zur erweiterten Weltspitze zählen.
Nach einem schnellen Wechsel auf die Laufstrecke zog der Australier Kieran Storch, mehrfacher Ironman-Sieger, an Größer vorbei. Geens hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits rund eineinhalb Minuten abgesetzt und steuerte einem ungefährdeten Sieg entgegen. Größer lag weiterhin auf einem aussichtsreichen dritten Platz. „Bis Kilometer fünf auf der Laufstrecke habe ich mich sehr gut gefühlt und war zuversichtlich, Platz drei und damit das Podium und den Slot für die Weltmeisterschaft 2027 verteidigen zu können“, berichtete der Gießener Athlet.
Doch dann nahm das Rennen eine unerwartete Wendung. Aus einem leichten Unwohlsein entwickelte sich eine massive Magen-Darm-Verstimmung. Ein erster unfreiwilliger Toilettenstopp kostete wertvolle Zeit, sodass Größer seinen Podiumsplatz verlor. Angetrieben von seiner mitgereisten Familie schöpfte Größer zunächst noch Hoffnung, den Konkurrenten erneut einzuholen. Doch zwei weitere ungeplante Stopps sowie starke Magenkrämpfe machten alle Hoffnungen auf einen Podiumsplatz zunichte. Die letzten neun der insgesamt 21 Kilometer wurden zu einem Kraftakt. Doch Größer kämpfte weiter und rettete einen starken sechsten Platz ins Ziel. Nach 3:49:52 Stunden war es geschafft. Den Sieg sicherte sich Geens.