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Fliegt er an seinem Geburtstag? Ex-HSV-Trainer Walter vor dem Aus bei Holstein Kiel
Tim Walter war nach dem Abpfiff gegen Bielefeld wie auch seine Spieler bedient. IMAGO/ Susanne Hübner
Tim Walter war nach dem Abpfiff gegen Bielefeld wie auch seine Spieler bedient.
IMAGO/ Susanne Hübner

Nach der nächsten Pleite ist Holstein Kiel Tabellenletzter. Ex-HSV-Coach Tim Walter droht ausgerechnet an seinem 51. Geburtstag eine böse Überraschung.

Es könnte ein ziemlich bitterer Geburtstag für Tim Walter werden. Am Sonntag wird der ehemalige HSV-Trainer 51 Jahre alt. Gut möglich, dass ihm sein Ehrentag mit einem Rauswurf bei Holstein Kiel vermiest wird. Nach der 1:2-Heimniederlage gegen Arminia Bielefeld am Samstag steht seine Zukunft jedenfalls auf der Kippe. Die Kieler sind nach elf Spieltagen auf den letzten Platz der Zweiten Liga abgestürzt. Und Sport-Geschäftsführer Olaf Rebbe vermied nach dem nächsten Rückschlag ein klares Bekenntnis zu seinem Trainer.

„Wir müssen natürlich alles auf den Prüfstand stellen bei uns im Klub, was dazu beiträgt, um aus der Situation rauszukommen“, sagte Rebbe nach dem Spiel bei Sky. Eigentlich hatte sich Holstein vorgenommen, bis zur Länderspielpause fleißig Punkte zu sammeln. Daraus wurde nichts. „Wir haben einen anderen Anspruch. Wir wollen Spiele gewinnen, wir wollen anders auftreten in Teilen. Und das haben wir jetzt bisher nicht geschafft.“

Kiel-Boss Rebbe vermeidet Bekenntnis zu Tim Walter

Am Sonntag, Walters Geburtstag, soll deshalb die große Krisenanalyse folgen. „Wir werden uns morgen zusammensetzen und das genau analysieren und dann auch die richtigen Schlüsse ziehen“, kündigte Rebbe an. Auf die Frage, was denn noch für Walter spreche, verwies der Sportchef auf die Leistung gegen Bielefeld. Kiel habe „wieder ein dominantes Spiel an den Tag gelegt“, bei dem das nötige Quäntchen Glück gefehlt habe.

Dass die Lage brenzlig ist, war nach dem Abpfiff auch auf den Rängen zu hören. Bereits unmittelbar nach der Niederlage gab es vernehmbare „Walter raus“-Rufe. Rebbe wollte sich davon allerdings nicht treiben lassen. „Ich befürchte erst mal gar nichts, weil ich ja weiß, wie wir im Klub aufgestellt sind und dass wir einen kühlen Kopf bewahren“, erklärte er. Zugleich machte er keinen Hehl aus der Enttäuschung: „Wir alle wissen, dass das eine Scheißsituation ist, aus der wir gerne herauswollen.“

Eigentor und spätes Gegentor: Kiel verliert gegen Bielefeld

Dabei hatte Holstein gegen Bielefeld durchaus Chancen, die Negativserie zu beenden. Vor 11.700 Zuschauern im Holstein-Stadion kontrollierten die Gastgeber über weite Strecken den Ball, gerieten aber früh unglücklich in Rückstand. Hiroki Sekine lenkte eine Hereingabe des Ex-Kielers Arne Sicker ins eigene Tor (14.). Ein vermeintlicher Ausgleich durch Phil Harres wurde wegen eines Foulspiels aberkannt (26.).

Nach der Pause bewahrte Torhüter Timon Weiner seine Mannschaft zunächst mit einem gehaltenen Foulelfmeter gegen Joel Grodowski (60.) vor einem höheren Rückstand. Als ausgerechnet Unglücksrabe Sekine per Kopf der Ausgleich gelang (76.), keimte noch einmal Hoffnung auf. Doch nur vier Minuten später schlug Bielefelds Joker Isiah Young zu und besiegelte die nächste Kieler Enttäuschung.

Tim Walter: „Total stolz auf die Truppe“

Walter selbst gab sich nach der Niederlage bei Sky kämpferisch. Statt seine Mannschaft zu kritisieren, lobte er deren Widerstandskraft. Er sei „total stolz auf die Truppe“, sagte der 50‑Jährige. „Das ist nicht selbstverständlich, dass ich jeden Nackenschlag einfach wegstecke und immer wieder aufstehe, Woche für Woche.“

Auch nach den jüngsten Rückschlägen wolle er sich nicht unterkriegen lassen. Ob diese Haltung ausreicht, um seinen Job zu retten, ist offen. Rebbe kündigte an, dass bei der anstehenden Analyse alle Dinge auf den Tisch kommen müssten. „Und das geht nur gemeinsam. Insbesondere geht es im Klub auch nur gemeinsam.“

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Für Walter könnte die Länderspielpause damit zu einer Zäsur werden. Statt sich unbeschwert auf seinen 51. Geburtstag zu freuen, muss der frühere HSV-Coach um seine Zukunft in Kiel bangen. Und ausgerechnet am Sonntag könnte sich entscheiden, ob er noch eine Chance erhält, Holstein aus dem Tabellenkeller zu führen.

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