Zurück
Fußball-Gruppenliga Wiesbaden: „Bären“ machen aus 1:2 ein 5:2 – VfR 07 Limburg feiert Auswärtssieg – Chancen-Wucher der SG Oberlahn wird bestraft
Marion Morello
Limburg-Weilburg. Der SC Offheim (2.) fügte der Fußball-Gruppenliga Wiesbaden ein weiteres Kapitel im Kuriositäten-Katalog hinzu, machte innerhalb von acht Minuten aus einem 1:2 einen 5:2-Sieg gegen Schlusslicht SV Erbenheim und bleibt als einziges Team Spitzenreiter FC Türk Kelsterbach mit vier Punkten, aber einem Spiel weniger, auf den Fersen. Der VfR 07 Limburg ist in der Tabelle nach einem Auswärtssieg beim FV Biebrich II (14.) auf Rang 15 geklettert. Die SG Oberlahn (6.) verpasste den Sprung in die Top Fünf durch ein unnötiges 1:1 gegen Alemannia Nied (7.).
SC Offheim – SV Erbenheim 5:2 (1:2). Der SC erwischte gegen den Tabellenletzten einen Auftakt nach Maß. Nach wenigen Minuten sorgte Leonardo Weiss für das 1:0. Wer nun allerdings glaubte, die Begegnung würde zu einem Selbstläufer, sah sich schnell eines Besseren belehrt, denn die Erbenheimer präsentierten sich keineswegs wie ein abgeschlagenes Schlusslicht, sondern waren – ganz im Gegenteil – in den ersten 45 Minuten die klar spielstärkere Mannschaft, ließen den Offheimern kaum Raum zur Entfaltung und überzeugten mit Entschlossenheit, Laufbereitschaft und einer klaren spielerischen Linie. Folgerichtig fiel der verdiente Ausgleich. Doch damit nicht genug: Noch vor dem Halbzeitpfiff drehten die Gäste die Begegnung vollständig und gingen mit 2:1 in Führung – für die Offheimer sogar noch schmeichelhaft. Wer nach dem Seitenwechsel auf eine unmittelbare Reaktion der Heimelf gehofft hatte, wurde zunächst enttäuscht. Der SVE witterte die Sensation. Erst ab der 70. Minute schienen die „Bären“ den berühmten Schalter umzulegen. Der SC besann sich auf jene Tugenden, die ihm schon so oft zum Erfolg verholfen hatten. Plötzlich wurde wieder Fußball gespielt. Was dann folgte, war eine kaum für möglich gehaltene Wendung. In der 72. Minute war es Johannes Moog, der mit seinem Treffer zum 2:2 den Startschuss für eine unglaubliche Schlussphase gab. Nur vier Minuten später schlug Moog erneut zu und brachte sein Team (78.) mit 3:2 in Führung. Nun hatte auch Dankof seinen großen Auftritt. Mit einem Doppelpack in der 78. und 80. Minute schraubte er das Ergebnis auf 5:2. Innerhalb von gerade einmal acht Minuten hatte der SC Offheim aus einem 1:2 ein 5:2 gemacht. Eine Offensiv-Explosion, die nach den ersten 70 Minuten kaum jemand noch erwartet hatte. (kd)
Offheim: Laux, Hoferichter, Rademacher, Becker, Moog, B.Orani, Dankof, Kremer, Weiss, Klaus, Thaqi (Pott, Schmidt, Krasniqi, Bohnet, Bayer) – Erbenheim: Göttert, Khosravan, Cal, Leifermann, basic, Kossmagk, Anadolu, Simic, Leifermann, Skoniecny, Arndt (Khababa) – SR: Bernstein (SuSgo Offenthal) – Tore: 1:0 Leonardo Weiss (4.), 1:1 Robert Kossmagk (35.), 1:2 Karem Anadolu (45.), 2:2 (72.), 3:2 (76.) beide Johannes Moog, 4:2 (78.), 5:2 (80.) beide Robin Dankof.
Laufduell zwischen Gero Herranz (FV Biebrich II, links) und Justin Heimann (VfR 07 Limburg).
FV Biebrich II – VfR 07 Limburg 1:3 (0:0). Über die Wichtigkeit dieses Auswärtssieges bedurfte es keiner zwei Meinungen. Limburg bot zu ungewohnt früher Anstoßzeit (11 Uhr) über die gesamte Spielzeit eine höchst disziplinierte Vorstellung, ließ – bis auf den Anschlusstreffer (84.) – keine Torchance der Verbandsliga-Reserve zu und überzeugte auf beinahe ganzer Linie. Im ersten Durchgang waren Torchancen bis auf einen Distanzschuss von Marco Weis (33.) absolute Seltenheit, auch wenn die „Rothosen“ das Spiel kontrollierten. Der zweite Durchgang begann für die Elf von Trainer Marco Wronski wie gemalt: Nach einem Ballverlust schalteten die 07er schnell um, André Nemirowitschs Schuss wurde geblockt, landete aber direkt vor den Füßen des gerade eingewechselten Michel Davud – 0:1. Kurz danach handelte sich Jonas Nürnberg (B) nach wiederholtem Reklamieren Gelb-Rot ein und erwies seiner Mannschaft damit einen Bärendienst. Limburg belohnte sich, als Thore Noth auf Zuspiel von Thomas Wilhelmy das 0:2 besorgte (66.). Weil die Gäste danach mehrfach – unter anderem durch Soltan Qurbani – das dritte Tor verpassten, wurde es tatsächlich noch einmal spannend: John Reith verkürzte nach einem Freistoß aus kurzer Distanz auf 1:2 (84.). Doch an diesem Tag wirkten die Domstädter zu souverän. Kurz vor Schluss verwandelte André Nemirowitsch einen 17-Meter-Freistoß ins linke Eck – der Deckel war drauf. (jah)
Biebrich: Basharyar, Hauser, von Nathusius, Nürnberg, Adou, Stegmaier, Gros, Toyama, Reith, Herranz, Christ (Zonenko, Tarkutsiak, Enoen, Ingrand, Legesse) – Limburg: Jung, Weis, Noth, Heimann, Nemirowitsch, Wilhelmy, Misia, Gashi, Qurbani, Allous, Sayan (Gering, Davud, Meyer, Bouzelha, Wimmer) – SR: Mujanovic (Offenbach) – Tore: 0:1 Michel Davud (47.), 0:2 Thore Noth (66.), 1:2 John Reith (84.), 1:3 André Nemirowitsch (90.+3) – Gelb-Rot: Jonas Nürnberg (B./49./Reklamieren) – Zuschauer: 80.
SG Oberlahn – FV Alemannia Nied 1:1 (1:0). Die erste wirkliche Torchance ereignete ich erst in der 14. Minute, nachdem Nieds Alexander Heim nach einem Freistoß knapp über das Tor köpfte. Auf der Gegenseite fünf Minuten später eine ähnliche Situation: Tristan Burggraf verfehlte den Kasten per Kopf. Oberlahn wurde nun stärker. Jann Bangerts Schuss aus scharfem strich hauchdünn vorbei. In der 27. Minute war es Niklas Becker, der aus kurzer Distanz abzog; FV-Keeper Militiadis Nastos parierte mit dem Fuß. In der anhaltenden Druckphase war es Marco Cromm, der nach sehenswerter und gezielter Vorlage von Jann Bangert zum 1:0 einschob (28.). Nur Ali hatte keine vier Minuten später nach Bangert-Flanke sogar das 2:0 auf dem Fuß. Bis zur Halbzeit verschob sich das Spiel wieder ins Mittelfeld, nennenswerte Gelegenheiten waren rar. In der zweiten Halbzeit erhöhte die SGO um Marian Dillmann den Druck und kam durch Bangert und Nur Ali zu guten Torchancen. In der 74. Minute zog Marco Cromm von der 16er-Linie ab, doch Nieds Torwarte parierte glänzend. Vom FVA kam derweil nur wenig. Die einzige nennenswerte Chance hatten die Frankfurter nach einem Konter, aber Lucas Limburger schnappte Rodriguez-Arenella im direkten Zweikampf den Ball vom Fuß. Im Gegenzug verpasst Niklas Becker nach Flanke des eingewechselten Christopher Giese das Tor. Oberlahn hatte das Spiel jetzt fest im Griff, ließ aber eine Vielzahl von Chancen aus. So kam es, wie es kommen musste: Mit einem Foulelfmeter traf Tarik Choukairi zum glücklichen 1:1. Tristesse in Weilburg. (sin)
Oberlahn: Limburger, Schmidt, Burggraf, Nur Ali, Cromm, Becker, Ludwig, Dillmann, Hardt, Ketter, Bangert (Streubel, Giese, Hetzl, Lengwenus, Eiffler) – Nied: Nastos, Terzic, Mbenoun, Lauer, Rodriguez-Arenella, Cicek, Patzwald, Hien, Kocur, Wittenberg, Placzek (Becker, Ayad, Choukairi, Kunz, Mehreteab, Tögel, Mziu) – SR: Welke (Wetzlar) – Tore: 1:0 Marco Cromm (28.), 1:1 Tarik Choukairi (89.).